Sie sind besorgt um die Zukunft der Voliere im Schopfheimer Stadtpark: Rolf Hugenschmidt, Andreas Mikut, Initiator Heinz Bernauer, Sebastian Johannsen, Andreas Gsell und Dieter Gebhardt. Foto: Holger Schlicht

Um die Voliere wie geplant weiterzubetreiben, wird von den Verantwortlichen über die Gründung einer Bürgerinitiative (BI) oder Interessengemeinschaft (IG) nachgedacht.

Eine Vor-Ort-Begehung der Vogelvoliere im Schopfheimer Stadtpark mit dem Initiator Heinz Bernauer, einem Vogelexperten, dem Ortsvorsteher von Raitbach und Tierfutterexperten Sebastian Johannsen und einigen Mitstreitern für eine Weiterführung des Vogelhauses hat am Samstag stattgefunden.

 

Im Stadtpark lag der der erste Schnee dieses Jahres. Es war bitterkalt, aber zum Glück hatten sich die Schneewolken verzogen und die Sonne schickte ihre wärmenden Strahlen in einige Ecken des Parks.

Die Voliere selbst steht im hinteren Teil des Stadtparks, umgeben von den Spielgeräten des Kinderspielplatzes.

Laut Bernauer war die Stadtverwaltung in Schopfheim dafür, die Voliere abzureißen und stattdessen ein Rollstuhlkarussell zu installieren, was nun aber aufgrund einer einstimmigen Entscheidung des Gemeinderats, die „Variante 3“ (die Erhaltung der Vogelvoliere auf unbestimmte Zeit) weiter zu verfolgen, wieder verworfen wurde.

Vogelfreunde arbeiten an einem Konzept

Nun liegt es an den Vogelfreunden um Heinz Bernauer, ein nachhaltiges Konzept auszuarbeiten, welches die Stadtverwaltung und auch die Kritiker des Projekts überzeugt. Diesbezüglich wurde dann auch unter den Vogelfreunden diskutiert, welche Rechtsform man denn eigentlich wählen wolle oder solle.

Bernauer sprach sich für eine Bürgerinitiative (BI) oder eine Interessengemeinschaft (IG) aus, welche sich für den Erhalt der Voliere einsetzt, und deren Mitglieder sich dann auch abwechselnd um alle anfallenden Arbeiten rund um das Vogelhaus kümmern sollen.

Bis im Jahr 2018 hat sich der kürzlich verstorbene „Vogelvater“ Kurt Häuptle täglich um das Vogelhaus und die Vögel gekümmert. Danach hat der Verein „Vogelschutz Ornithologische Gemeinschaft Schopfheim“ und die Familie Dillo diese Aufgabe übernommen, konnte die Pflege aber schlussendlich nicht mehr stemmen.

In der Öffentlichkeit Interesse für die Voliere wecken

Um die zukünftigen Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen, müsse man noch mehr Mitglieder finden, die Freude daran hätten, das Vogelhaus und die Vögel zu pflegen, schlug Andreas Mikut vor.

Dafür könnte man zum Beispiel eine Facebook-Gruppe gründen oder auf andere Art vermehrt Öffentlichkeitsarbeit machen.

Schön wäre es natürlich auch, meinte er weiterhin, wenn sich ein paar junge Menschen für eine solche Beschäftigung interessieren würden.

Geplant seien Vogelarten wie Wellensittiche, Zebrafinken und Kanarienvögel. Johannsen schlug dann noch vor, eine Art Auffangstation für Vögel, die beim Tierschutz landen, in der Voliere zu integrieren.

Allerdings seien die Auflagen für solche Anlagen mittlerweile sehr hoch, so dass zuerst einmal das Veterinäramt die Anlage in Augenschein nehmen müsse.

Das Wohl der Tiere solle allerdings an erster Stelle stehen, betonte Bernauer, vor allem im Hinblick auf den Tierschutz wolle man die Sanierung der Volliere nur in Angriff nehmen, wenn die Betreuung und Finanzierung der Anlage gesichert sei und man einen Tierarzt finden würde, der bereit sei, die Tiere regelmäßig auf Krankheiten zu untersuchen.

Die Voliere soll ein Dach bekommen

Diesbezüglich muss auch ein Dach über die Voliere gebaut werden, um zu verhindern, das herabfallender Kot von Wildvögeln in den Käfig gelangt. Sollte es tatsächlich zu einem Wiederbetrieb der Voliere kommen, was momentan alles andere als sicher sei, so Bernauer, würde man gerne im Frühling wieder exotische Vögel in der Voliere im Schopfheimer Stadtpark zwitschern hören.