Bei der Exkursion des Betriebsausschusses Forst stellte Förster Gunter Hepfer verschiedene Projekte vor, um die Artenvielfalt zu fördern.
Die Ichenheimer Reitanlage bildete den Ausgangspunkt für die diesjährige Exkursion des Neurieder Betriebsauschusses Forst. „Die Themen liegen diesmal nicht in der Holzproduktion, sondern in der Landschaftspflege“, führte Gemeindeförster Gunter Hepfer in die Agenda ein.
Die erste Station der Exkursion war der südliche Waldrand Abtsrain. Dabei wolle man im Rahmen eines Modellprojekts den Waldrand auflichten, erläuterte Hepfer. Dafür eigne sich die Lage sehr gut, denn „vor allem Tierarten wie Lichtfalter und Fledermäuse profitieren von lichten Strukturen“. Es sei ein harter Eingriff in die Fläche gewesen. Die Bäume, die man behalten wolle, habe man markiert, so der Förster. Dazu gehören Eichen, Linden oder Ulmen.
Die Voraussetzungen am Südrand seien günstig, denn im stehenden und liegenden Totholz können sich auch Kleinsäuger verstecken. Dabei soll auch die Wiese mit grasendem Rindvieh in die Beweidung miteinbezogen werden. Dafür wolle man auch einen Zaun bauen, fügt Hepfer hinzu. Die Forstliche Versuchs-und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg finanziere das Modellprojekt, das „die Landschaft formen und die Biodiversität erhöhen kann“, schloss Hepfer.
Das Projekt am Abtsrain wird gefördert
Die Exkursion ging danach bei der Wilden Weide Unterlehnerrhein in Altenheim weiter. Dort stehe die Landschaftsentwicklung im Mittelpunkt, führte der Revierförster aus. Eine Fläche von 17 Hektar vom Hochwasserdamm bis zum Auenwildnispfad solle aufgewertet und neu gestaltet werden. Jochen Bresch von der Planungsgesellschaft BHM ging dabei auf den Nutzen von Weidetieren ein, die dort grasen sollen: „Wir müssen diese Tiere in die Fläche bringen, um die Artenvielfalt zu erhalten.“ Der Mist der Rinder könne etwa zur Brutstätte für Insekten werden, die Vögeln als Futter dienen.
„Können wir uns erlauben, diese Fläche zu opfern?“, fragte sich Ralf Wollenbär (FWV). Die Nahrungsmittel entstehen ja trotzdem, wenn sich 20 bis 25 Rinder auf der Fläche befinden, so Bresch.
Der Jäger Bruno Fels äußerte scharfe Kritik an der geplanten Maßnahme: „Die Rehen verlieren ihren Lebensraum und die Fasane werden von den Rindern gestört.“ Jeder könne eine eigene Meinung dazu haben, dafür mache man die Exkursion, stellte Bürgermeister Tobias Uhrich klar. Abschließend unterbreitete Bresch den Vorschlag, nach Taubergießen zu gehen , um zu sehen, wie ein Gebiet sich weiterentwickelt.
Experte schlägt Exkursion nach Taubergießen vor
Das letzte Projekt der Exkursion war die Wilde Weide am Dreibauerngrund. Ziel sei dort eine Auflichtung mit grasig-krautiger Vegetation, informierte Hepfer. Auch die Brombeeren an der Uferböschungen des Baggersees sollen zurückgedrängt werden. Geplant sei eine Beweidung mit Rindern und Ziegen, so Hepfer.
Man strebe an, die bewachsenen Kiesflächen zu entwickelnd und zu erhalten. Seltene und gefährdete Arten – unter anderem der Flussregenpfeifer, Grünspecht oder Insekten – der offenen, kiesigen Ufer sowie des lichten Waldes sollen gefördert werden. Es seien nur zwei Zaunstücke notwendig gewesen, um die Weide abzugrenzen, betonte der Förster. Das Regierungspräsidium Freiburg sei Projektträger der Maßnahme.
Abschließend war es Hepfer wichtig, die drei Projekte getrennt zu betrachten, da sie verschiedene Ziele verfolgen, aber ein ähnliches Instrument benutzen. Nach der Exkursion lud die Gemeinde zu einem Grillabend bei der Feuerwehrinsel Altenheim ein.
Sanierung Brücke
Im Rahmen der Exkursion war auch die gesperrte und einsturzgefährdete Schollengrunderbrücke Thema. Es gebe noch kein Kostenvoranschlag für eine Sanierung, meinte Hepfer. 40.000 Euro stehen dafür im Haushalt bereit. Der Ausschuss begrüßte die Idee, zwei Stahlträger mit einem Holzbelag für die Sanierung zu verwenden.