BW-Bank oder Volksbank Stuttgart: Wo gibt es die besseren Konditionen für Sparer? Ein exklusiver Vergleich zeigt deutliche Unterschiede bei Zinsen und Gebühren.
Wo können Sparer höhere Zinsen einstreichen, wo sind die Kosten fürs Girokonto, die Kreditkarte und das Wertpapierdepot günstiger? Macht die örtliche Sparkasse oder die Volksbank das Rennen? Das Vergleichsportal Verivox hat dies exklusiv für unsere Zeitung für Stuttgart analysiert.
Der Direktvergleich zwischen der BW-Bank, die in Stuttgart die Aufgaben und Funktionen der Sparkassen übernimmt, und der Volksbank Stuttgart zeigt deutliche Unterschiede bei Kosten und Zinsen. Für den Vergleich hat Verivox die Kosten und Erträge für einen Musterkunden berechnet, der 40 Jahre alt ist und monatlich 2500 Euro Gehalt aufs Girokonto bekommt.
So wurde von Verivox getestet
Für diesen Musterkunden wurden die jährlichen Kosten fürs günstigste Girokonto, für eine Standard-Kreditkarte, ein Wertpapierdepot und Zinsen für Tagesgeld und Festgeld (Laufzeit zwei Jahre) mit jeweils 10 000 Euro Anlagesumme ausgewertet. Grundlage waren die Angaben der beiden Geldinstitute auf ihren Internetseiten (Stand: 18.11.2025). Bei der Berechnung des Tagesgeldes wurde unterstellt, dass der aktuelle Zinssatz das gesamte Jahr konstant bleibt. Die BW-Bank schneidet sowohl bei den Kosten als auch bei den Sparzinsen besser ab.
Rechnet man alle Gebühren für Konto, Kreditkarte und Depot zusammen, kommt die BW-Bank auf jährliche Gesamtkosten von 213,50 Euro. Bei der Volksbank Stuttgart sind es 284,98 Euro – also über 70 Euro mehr.
Volksbank Stuttgart bei Girokonto teurer
Das Girokonto der Volksbank Stuttgart „VR-GiroDirekt“ kostet mit 83,40 Euro fast 25 Euro mehr als das Online-Girokonto „Giro direkt“ der BW-Bank, für das der Musterkunde 58,80 Euro zahlt. „Im bundesweiten Vergleich bewegen sich die Kontogebühren der beiden Stuttgarter Regionalbanken im Mittelfeld“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Es gebe aber auch zahlreiche Geldhäuser, bei denen alle zentralen Kontoleistungen komplett gebührenfrei seien – einschließlich der Karte zum Bezahlen und Geldabheben sowie sämtlicher Buchungsposten. Laut einer Verivox-Studie vom März 2025 zahlt etwa ein Fünftel aller Bankkunden in Deutschland gar keine Gebühren fürs Girokonto.
Die Gebühren für die Kreditkarte unterscheiden sich kaum. Bei der BW-Bank kostet sie 29 Euro im Jahr, bei der Volksbank Stuttgart 30 Euro. Ein Blick über die Region hinaus könne sich für Verbraucher lohnen, sagt Maier. Es gebe mehrere Banken, die eine Kreditkarte ohne Jahresgebühr anbieten und die sich zur Abrechnung der Kartenumsätze mit jedem beliebigen Girokonto verknüpfen lasse.
BW-Bank beim Wertpapierdepot günstiger
Die größten Unterschiede fallen beim Wertpapierdepot des Musterkunden an. Bei der BW-Bank sind es im Depotmodell „WP-direkt“ 125,70 Euro (35,70 Euro für die Verwahrung der Wertpapiere und 90 Euro Transaktionskosten für vier Aktien- und ETF-Käufe und -Verkäufe). Bei der Volksbank Stuttgart fallen rund 46 Euro höhere Kosten an für das Depotmodell „Premium Aktiv“, das 171,58 Euro kostet (89,98 Euro für die Wertpapierverwahrung und 81,60 Euro Transaktionskosten).
Alle Kosten fürs Depot gingen zu Lasten der effektiven Rendite, sagt Finanzexperte Maier. Wer auf persönliche Beratung in der Filiale verzichten könne, finde bei zahlreichen Direktbanken und Online-Brokern Angebote, bei denen Depotführung und Wertpapierverwahrung kostenfrei seien. Auch Transaktionskosten für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren seien günstiger – bei Online-Brokern seien es oft nur geringe Ordergebühren von einem Pauschalpreis zwischen null und fünf Euro für den Kauf oder Verkauf.
Höhere Zinsen bei der BW-Bank für Tagesgeld und Festgeld
Groß sind die Unterschiede auch bei der Verzinsung. Beim Tagesgeld zahlt die BW-Bank dem Musterkunden doppelt soviel Zinsen (0,6 Prozent) wie die Volksbank Stuttgart (0,3 Prozent), so dass der Sparer 60 Euro Zinsen für seine angelegten 10 000 Euro bekommt und nicht nur 30 Euro. „Mit einem Zinsvergleich finden Tagesgeldanleger bei deutschen Banken aktuell Angebote mit bis zu 2,3 Prozent Zinsen, die unbefristet für alle Kunden gleichermaßen gelten“, sagt Maier. Wer 10 000 Euro zu diesem Zinssatz ein Jahr lang anlege, streiche etwa 200 Euro mehr Zinsen ein als bei der Volksbank Stuttgart und 170 Euro mehr als bei der BW-Bank.
Auch bei zweijährigem Festgeld schneidet die BW-Bank besser ab, sie bietet dem Musterkunden 2,1 Prozent, die Volksbank Stuttgart bei gleicher Laufzeit 1,9 Prozent Zinsen. Aufs Jahr gerechnet sind die Zinserträge bei der BW-Bank damit 20 Euro höher.
Bei dem Regionalbanken-Vergleich hat Verivox ausschließlich Standard-Konditionen ausgewertet. Bei der Volksbank Stuttgart existiert mit dem sogenannten „Hausbank-Modell“ ein Kundenbindungsprogramm. Wer mehrere Finanz- und Versicherungsdienstleistungen der Volksbank oder ihrer Partner in Anspruch nimmt, kann sich dadurch teils günstigere Konditionen sichern.
So nutzt der Musterkunde Konto und Depot
Girokonto
Bei der Kontennutzung des Musterkunden liegen folgende Faktoren zu Grunde: monatlicher Grundpreis (12x), Online-Überweisungen (36x), Buchungen (274x) wie etwa Gut- und Lastschriften, Dauerauftragsbuchungen oder Zahlungen mit der Girocard, Bargeldabheben (24x) am Geldautomaten des eigenen Automatenverbunds, eine Änderung eines Dauerauftrags im Online-Banking, eine Girocard oder Alternativ eine Visa-/Mastercard-Debit und die Zustellung der Kontoauszüge (12x) online oder per Post, wobei der Modellkunde die günstigere Variante nutzt.
Wertpapierdepot
Die jährlichen Kosten für einen Musterkunden beziehen sich auf einen Depotbestand mit sieben Positionen (zwei ETF und fünf Einzelaktien) mit einem Kurswert von insgesamt 20 000 Euro. Pro Jahr ist je ein Aktienkauf und -verkauf zu je 2000 Euro zu Grunde gelegt und ein ETF-Kauf und -Verkauf zu je 5000 Euro, ferner eine Transaktion pro Quartal.