Der Verein „Frauen helfen Frauen+Auswege“ leistet nicht nur Präventionsarbeit, sondern unterstützt auch Opfer von (sexueller) Gewalt. (Symbolfoto) Foto: S... - stock.adobe.com

Der Beratungsbedarf bei „Frauen helfen Frauen+Auswege“ ist höher denn je. Der Verein unterstützt Frauen in schwierigen Lebenslagen und berät und begleitet Opfer von sexuellem Missbrauch. Nun beantragte das Vorstandsteam nahezu eine Verdopplung des Zuschusses durch den Landkreis.

Eigentlich würden 2024 rund 73 000 Euro als Zuschuss an den Verein gehen. Beantragt wurden nun jährlich 140 000 Euro. Neben der Förderung durch den Landkreis finanziert sich „Fhf+Auswege“ durch Zuschüsse von einzelnen Städten und Gemeinden (Rottweil, Oberndorf, Schiltach, Schramberg, Sulz und Deißlingen) sowie vom Land, Spenden und Mitgliedsbeiträge.

 

Der Verein, in dem vier Mitarbeiterinnen mit einem Stellenumfang von insgesamt 1,85 beschäftigt sind, wird komplett ehrenamtlich geführt, wie in der Sitzung des Sozial-, Kultur- und Schulausschusses betont wurde. Beim Vorstandsteam, bestehend aus Birgit Harder, Petra Wagner und Daniela Traunbauer-Lueg, seien zuletzt rund 130 Ehrenamtsstunden pro Monat in Aufgaben und Termine des Vereins investiert worden.

Veränderung im Vorstand

Harder wird nach zehn Jahren Tätigkeit ab dem Frühjahr 2024 aus dem Vorstand ausscheiden. Wagner hatte angedeutet, sich ebenfalls zurückzuziehen, sollte kein Nachfolger oder eine andere Lösung gefunden werden können.

Um den Verein zu retten, soll nun eine Geschäftsführung (Stellenumfang 70 Prozent, Personalkosten um die 47 000 Euro) beschäftigt werden. Vor diesem Hintergrund und angesichts eines zu erwartenden finanziellen Defizits von 20 000 Euro 2024 wurde von Vereinsseite um eine Erhöhung der Förderung gebeten.

Beratungsbedarf bleibt

Der Beratungsbedarf sei deutlich angestiegen, machte Petra Wagner in ihrem Schreiben an den Landkreis klar. 2022 habe man 145 Frauen und Mädchen im Bereich „Frauen helfen Frauen“ und 35 Jungen und Mädchen im Bereich „Auswege“ unterstützt.

Sexueller Missbrauch sei ein gravierendes Problem in der Gesellschaft und werde es auch noch lange bleiben, so der Verein. Niedrig geschätzt sei mindestens ein Kind pro Schulklasse davon betroffen. Ohne den Verein gäbe es keine Möglichkeit, sich außerhalb der Familie niederschwellig Hilfe zu holen, hieß es.

Defizit ausgleichen

2022 hatte der Verein rund 60 000 Euro aus Eigenmitteln zu finanzieren. Ein Defizit von rund 25 000 Euro blieb trotz sparsamen Wirtschaftens. Auch für 2023 befürchte man aufgrund der gestiegenen Lohnkosten ein Defizit von mindestens 20 000 Euro.

Für den Ausschuss gab es angesichts der wertvollen Arbeit, die vom Verein geleistet wird und die man von Landkreis-Seite nicht leisten könnte, wie Thomas Engeser (FWV) sagte, einstimmig grünes Licht für die erhöhte Förderung als Empfehlung an den Kreistag bei Verabschiedung des Haushalts 2024.