Exhibitionisten und Spanner am Hirschauer Baggersee: Unser Autor schreibt, warum klare Regeln, Aufklärung und sichtbare Präsenz jetzt wichtiger denn je sind.
Der Hirschauer Baggersee ist für viele ein Stück Freiheit. Ein Ort, an dem man Sonne, Wasser und Körper entspannter erleben kann als anderswo – mit oder ohne Kleidung. Gerade der FKK-Bereich lebt vom gegenseitigen Respekt. Doch der wird zunehmend untergraben.
Ein weiterer Mann wird von der Polizei gestellt, nachdem er sich entblößt hat. Nicht zum ersten Mal. Die Zahl solcher Vorfälle häuft sich – und mit ihnen die Verunsicherung unter den Besucherinnen.
Nackheit im FKK-Bereich ist keine Einladung
Es geht hier um das Grundverständnis davon, wie man sich in der Öffentlichkeit verhält – und wann ein Verhalten strafbar wird. Nacktheit im FKK-Bereich ist keine Einladung. Auch keine Grauzone.
Dass die Polizei in mehreren Fällen rasch reagiert hat, ist gut. Dass Frauen sich trotzdem nicht sicher fühlen, ist schlecht. Ein Schild mit der Aufschrift „Finger weg“ mag symbolisch gemeint sein – aber die Realität zeigt: Die abschreckende Wirkung ist begrenzt.
Was kann verbessert werden?
Wenn ein Ort, der eigentlich für Freiheit steht, zum Rückzugsraum für Spanner wird, dann ist es höchste Zeit, etwas zu ändern. Nicht an der FKK-Kultur. Sondern an der Einstellung einiger Männer.
Wie lässt sich die Situation am Hirschauer See verbessern? Es braucht ein ganzheitliches Vorgehen: Klare und sichtbare Regeln, begleitet von einer besseren Raumgestaltung, können Rückzugsorte für Störer minimieren. Gleichzeitig sollten Polizei und Ordnungsdienste ihre Präsenz stärken – idealerweise auch durch zivile Streifen, die deeskalierend wirken und als Ansprechpartner wahrgenommen werden. Niedrigschwellige Meldesysteme etwa per QR-Code könnten Betroffenen eine einfache Möglichkeit geben, Vorfälle schnell und diskret zu melden. Nicht zuletzt sind Information und Aufklärung wichtig, um das Bewusstsein aller Besucherinnen und Besucher für respektvolles Verhalten zu schärfen und so den Hirschauer See wieder zu einem sicheren Ort der Erholung für alle zu machen.