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Ex-VfB-Profi in Nationalmannschaft Sami Khedira in der Wohlfühlzone

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Mit breiter Brust ins Spiel gegen die Iren: Sami Khedira ist voller Optimismus, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft an diesem Freitag das Ticket für die WM 2014 in Brasilien löst. Foto: dpa

Köln - Das Kölner Rhein-Energie-Stadion weckt in Sami Khedira überwiegend gute Erinnerungen. Kein Wunder, „denn mit dem VfB haben wir dort meistens gewonnen“. Das war auch 2010 bei seinem letzten Besuch mit der Nationalmannschaft so, sie überrollte damals Aserbaidschan mit 6:1. Und nichts soll die positiven Gefühle bei der anstehenden Rückkehr beeinträchtigen. Ein Sieg über Irland genügt an diesem Freitag (20.45 Uhr/ARD), und die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat das Ticket zur WM 2014 in Brasilien sicher in der Tasche. „Wir können so selbstbewusst sein zu sagen: Es liegt allein an uns“, sagt Khedira (26) und gibt die Marschroute für das vorletzte Qualifikationsspiel vor: „Wir wollen die Partie so schnell wie möglich entscheiden.“

So spricht ein Stratege, der schier grenzenloses Vertrauen in die eigene Stärke und die Qualität seiner Mitspieler hat. So spricht ein Anführer, ein Chef – eine Rolle, in die Khedira in der Nationalmannschaft nach und nach hineingewachsen ist.

So spricht aber auch einer, den zuletzt leise Zweifel an seinem täglichen Umfeld beschlichen haben und der nun wieder vertrautes Terrain betritt. Bei Real Madrid ist drei Jahre nach seinem Wechsel vom VfB einiges aus den Fugen geraten. José Mourinho, der Trainer, ist weg (zum FC Chelsea). Mesut Özil, sein kongenialer Partner auf dem Platz – ebenfalls weg (zum FC Arsenal). Die Meisterschaft – noch nicht weg, aber fünf Punkte Rückstand auf den Erzrivalen FC Barcelona deuten in dieser frühen Phase des Titelrennens schon eine Tendenz an. In diesen Turbulenzen sucht Sami Khedira seine neue Rolle, er sucht und sucht und findet sie (noch) nicht. Da kommt die Nationalmannschaft wie gerufen.

Willkommen in der Wohlfühlzone.

Er schätzt „die Qualität, die wir im Kader haben, nicht nur einmal, sondern mindestens zweimal. Es ist immer einer da, der eine Position gleichwertig eins zu eins übernehmen kann“, sagt Khedira über die Nationalmannschaft. Auch Real Madrid hat Qualität, eine hohe Qualität. Aber bei der Nationalelf laufen alle Fäden zusammen, die Mannschaft ist eingespielt, die Automatismen sind tausendfach eingeübt, ein Rädchen greift ins andere.

In Madrid dagegen herrscht Alarmstimmung. „Mit Trainer Carlo Ancelotti erleidet Real einen Schrecken nach dem anderen“, stöhnte das Sportblatt „As“ zuletzt. Real hatte 3:2 bei UD Levante gewonnen. Bis zur 89. Minute hatte der Gegner 2:1 geführt.

„Schlafwagenfußball“ biete Real unter dem Italiener, lautet das geringschätzige Urteil in Spanien. „Von dem versprochenen schönen Fußball ist nichts zu sehen“, meckert „AS“. Die Konkurrenz von ­„Marça“ ätzt gegen Ancelotti und die ­Rolle, die er Sami Khedira übertragen ­hatte – eine Art Spielmacher, wie Özil es ist: „Etwas läuft schief, wenn ein Mann wie Khedira die Hauptlast des Spielaufbaus trägt“, schimpfte das Blatt, „der Deutsche ist ein guter Assistent oder Schildknappe, aber man darf ihm nicht die Regie in einem Team wie Real Madrid überantworten.“

Khedira lässt sich nicht anmerken, wie es in ihm aussieht, da ist er Profi genug. Und doch wird rasch deutlich: Zufriedenheit sieht anders aus. So bekommt ein Satz schnell die Wirkung eines Sprengsatzes. „Wenn man die Qualität eines Mesut Özil abgibt“, sagt er, „dann schadet das jeder Mannschaft.“ Wer will, darf das als leise Kritik an seinem Arbeitgeber verstehen. Real hat in diesem Sommer die Welt­rekord-Ablöse von 100 Millionen Euro für den Waliser Gareth Bale gezahlt. Die 50 Millionen Euro, die es für Özil gab, hat der Verein aber nicht in einen annähernd gleichwertigen Nachfolger investiert.

Jetzt müssen sie alle das Beste daraus machen. Allen voran Sami Khedira, dem als Sechser eine besondere Verantwortung zukommt. „Carlo Ancelotti hat ein bisschen andere Vorstellungen als José Mourinho, wie unser Spiel aussehen soll“, sagt er, „ich bin als Defensivspieler gefordert, das Gleichgewicht auf dem Platz herzustellen.“ Das ist leichter gesagt als getan: Real kassiert zu viele Gegentore. „Mit Mesut habe ich das Zusammenspiel Jahr für Jahr verfeinert“, sagt Khedira. Spaniens Supertalent Isco, sein neuer Mittelfeldpartner, „fordert die Bälle anders als Özil, aber unser Zusammenspiel wird besser werden.“ Irgendwann – wenn es dann nicht zu spät ist.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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