Auf seiner Homepage hat der VfB Stuttgart ein Bulletin über die gesundheitlichen Fortschritte seiner Rekonvaleszenten herausgegeben. Alle wurden erwähnt – nur Thomas Hitzlsperger nicht.

Stuttgart - Auf seiner Homepage hat der VfB Stuttgart ein Bulletin über die gesundheitlichen Fortschritte seiner Rekonvaleszenten herausgegeben. Alle wurden erwähnt – nur Thomas Hitzlsperger nicht. Bei der Pressekonferenz vor dem Spiel beim SC Freiburg am Freitag (20.30 Uhr) listete Trainer Christian Gross seine Patienten und die Rückkehrer ins Training auf – mit einer Ausnahme: Hitzlsperger. Beides lässt nur einen Schluss zu: Es steht nicht gut um den Ex-Kapitän. Hitzlsperger ist nur noch ein Mitläufer.

Erst auf Nachfrage ging Gross auf den Nationalspieler ein. Demnach hat "Hitz" nach seiner Knieprellung am Dienstag "zu 80 Prozent" (Gross) trainiert, am Mittwoch absolvierte er vormittags eine Sonderheit und stieß nachmittags zum Mannschaftstraining. Was das für seine Perspektiven beim VfB bedeutet? "Ich habe ihm die Möglichkeiten in Aussicht gestellt, aber ich verspreche grundsätzlich keinem Spieler irgendetwas", sagte Gross, "Thomas muss sich alles erarbeiten und andere Spieler verdrängen." Nämlich Christian Träsch, der sich im defensiven Mittelfeld festgespielt hat, Zdravko Kuzmanovic und auch Martin Lanig, der nach seinem Kreuzbandriss in Kürze zurückkehrt. "Das ist keine einfache Situation für Hitzlsperger. Aber er ist ein großer Kämpfer", sagt Christian Gross.

Das klingt nicht so, als hingen Wohl und Wehe der Roten aus seiner Sicht von Hitzlsperger ab. Mit einer Dauerkarte für die Ersatzbank kann sich Hitzlsperger aber nicht abfinden. Denn das würde seine Chancen auf das bisher sicher geglaubte WM-Ticket womöglich entscheidend schmälern.

Deshalb muss Hitzlsperger für sich die Frage beantworten: Wende oder Ende? Glaubt er an seine Chance unter Gross? Oder verlässt er die Roten noch im Winter, um sich woanders neu zu positionieren?

Im Sommer endet sein Vertrag beim VfB. "Wir haben mit Thomas über seine Situation gesprochen", sagt Manager Horst Heldt - und fügt dann ausweichend hinzu: "Zurzeit haben wir nur ein Ziel - den Klassenverbleib. Alles andere ist zweitrangig."