Der damalige Trigema-Chef Wolfgang Grupp 2020 in seinem Unternehmen mit Sitz in Burladingen. Er wurde am 7. Juli ins Krankenhaus gebracht. Foto: dpa/Gollnow

Wolfgang Grupp senior wird im Krankenhaus behandelt. Zudem gab es am Montag nahe Trigema einen Rettungseinsatz in Burladingen. Was haben die Anwohner davon mitbekommen? Erstaunlich wenig.

Wolfgang Grupp senior ist präsent in Burladingen – und das selbst, wenn man ihn nicht lebensecht sieht. Blau-rote Trigema-Logos und Abbildungen des Affens machen klar: Hier residiert der „König von Burladingen“ – wie ihn manche nennen. Sein Konterfei ist nach wie vor eng verknüpft mit der Marke, die er groß gemacht hat.

 

Doch im Morgengrauen des Montags, 7. Juli, unterbricht Getöse die nachtruhende Stadt auf der Alb: In einem Rettungshubschrauber wird eine Person abtransportiert.

Tor und Tür zum Anwesen der Grupps in Burladingen sind geöffnet. Handwerker sind dort tätig, und sie gehen ein und aus. Foto:  Kauffmann

Gegen 11.30 Uhr steht das Tor zu seinem Anwesen offen. Ein Handwerker aus der Region ist beauftragt, die Wände „abzudampfen“.

Ein morgendlicher großer Einsatz? Achselzucken, „ich weiß nix“.

Bei Trigema kommen und gehen die Mitarbeiter

Entlang der Außenmauer am Parkweg hat er seine Gerätschaften abgestellt. Daneben erstreckt sich der Parkplatz für Mitarbeiter. Sie kommen und gehen. Alles wirkt wie immer. Ein üblicher Tag. Von außen sind vage Arbeiten am reetgedeckten Dach der Grupp’schen Villa zu erkennen.

Neben der Mauer des Anwesens liegen Gerätschaften. Foto: Kauffmann

Wer vor Ort an Informationen kommen will, braucht Geduld. Manch ein Passant fällt aus allen Wolken, als er hört, dass Grupp senior im Krankenhaus sein soll. Ein Mann mit Hund meint: „Da habe ich geschlafen.“

Ein anderer mit schwarzem Trigema-Polo berichtet, er hätte schall-isolierende Fenster, durch die demnach auch Hubschrauber nicht zu hören sind, schon gar nicht um diese frühe Tageszeit.

Augenscheinlich geht es wie gewohnt zu rund um den Parkweg. Es ist bewölkt an diesem Vormittag. Die Backofenhitze der vergangenen Tage hat nachgelassen. Eine Gruppe von Anwohnern steht auf dem Gehweg der Hohlgasse.

„Hallo Fans“, grüßt der Affe von der Motorhaube. Foto: Kauffmann

Was genau einige Stunden zuvor vor sich ging, wussten sie nicht genau. Eine Frau berichtet von „Metallgeräuschen“ und von einem „tiefen Hubschrauber“. Es hätte sich so angehört, als ob das Fluggerät direkt vor dem Haus gewesen wäre.

„Die Straße war gesperrt“

Man dachte wohl, dass es mit den Bauarbeiten am Bahnübergang Staufenstraße zu tun haben müsste.

Eine andere Frau will ihren Mann vorwurfsvoll gefragt haben, warum er morgens schon seinen Traktor anlässt. Aber nein, tatsächlich, das Geräusch war von einem Helikopter. Er soll auf dem Mitarbeiterparkplatz gegenüber des Eingangs zu Grupps Villa gelandet sein.

Es herrscht ein Kommen und ein Gehen auf dem Mitarbeiterparkplatz. Alles ist wie immer. Foto: Kauffmann

Ein Anwohner, der gerade auf dem Fahrersitz seiner Limousine Platz nimmt konnte ins Detail gehen. Gegen fünf Uhr sei er aufgewacht. „Die Straße war gesperrt“, Krankenwagen, Notarzt und Polizisten waren vor Ort. Der Mann erzählt von einem Sichtschutz, „man hat nix gesehen“.

Einer seiner Nachbarn bestätigt: „Die haben jemanden rausgeholt, aber wir haben nicht gesehen, wer es war.“ Aus dem Fenster wollen sie die frühmorgendlichen Szenen beobachtet haben.

Anwohner sehen wie der Hubschrauber aufsteigt

Anwohner aus der Gartenstraße erzählen, sie hätten gesehen, wie der Hubschrauber langsam aufsteigt und davonflog. Einen Reim auf das, was geschehen war, konnten aber auch sie sich nicht machen.

Gegenüber verbringen Trigema-Mitarbeiter ihre Pause. Sie wissen nach eigenen Angaben nichts.

Weitere Mitarbeiter wollen gehört haben, dass ihr Chef im Krankenhaus sei. Andere haben erst gar nichts gehört.

Derweil ist auch ein Fotojournalist der Deutschen Presse-Agentur in der Nähe mit seiner Kamera unterwegs. Grupps kontroverse Ansichten, seine Konfliktfreude in Polit-Talkshows machen ihn zu einer über Burladingen hinaus markanten Person des öffentlichen Lebens.

Durchs Fenster blicken Passanten an die Wand des Eingangsbereichs der Trigema-Zentrale. Von der Wand zum Betrachter lächeln Wolfgang Grupp senior und das berühmte Maskottchen, ein Affe mit Brille. Foto: Kauffmann

Vom Gehweg neben der Josef-Mayer-Straße aus sehen Passanten durchs Fenster ein stilisiertes Bild Werk von Grupp senior mit seinem Affen. Schwarz und Weiß bilden den formgebenden Kontrast. 

Ganz ohne Kontrast aber wie immer bleibt der Alltag. Das tägliche Leben in Burladingen geht routiniert seinen Gang. Wie an jedem anderen Vormittag unter der Woche auf der Alb auch.