Im Sommer hat Enzo Millot den VfB Stuttgart Richtung Saudi Arabien verlassen. Zeit für einen Blick auf seine bisherige Bilanz bei Al-Ahli.
Sein Wechsel schlug hohe Wellen. Obwohl nach der vergangenen Saison absehbar und sein Wunsch auch so hinterlegt war, dass Enzo Millot den VfB Stuttgart verlassen würde, sorgte die Wahl des neuen Clubs hierzulande doch für einiges Kopfschütteln. Musste es ausgerechnet die saudische Pro League sein?
Nun, der Franzose hat sich so entschieden und mit seinem Wechsel zum Club Al-Ahli SFC – nicht zu verwechseln mit dem katarischen Club Al-Ahli SC, Al-Ahli in Bahrain und Al-Ahly in Ägypten – offenbar auch nicht alles falsch gemacht. Sportlich läuft es mit Platz fünf in der 18er-Liga nicht schlecht. Für die Mannschaft des deutschen Trainers Matthias Jaissle (der eine Anfrage unbeantwortet ließ) – und für Enzo Millot selbst. Zwar kommt er in bisher acht Begegnungen in der Liga auf nur eine Torvorlage. Dafür ist er unumstrittener Stammspieler und weist gute Statistiken aus. Meist als Zehner hinter den Spitzen aufgeboten, besticht er vor allem durch seine Passquote von 87 Prozent und das Herausspielen von Großchancen.
In allen anderen Wettbewerben war er auch effektiv. Und davon gibt es in Saudi-Arabien einige. Champions League, Super Cup, Intercontinental Cup, Kings Cup – gespielt wird praktisch immer und überall. Ob in Saudi Arabien, Katar oder Hongkong. Insgesamt kommt der Franzose in 16 Pflichtspielen auf fünf Tore und vier Vorlagen. Gelbe Karten hat er auch schon fleißig gesammelt (5). Aber so kennt man ihn aus Stuttgart. Der Edeltechniker kann auch zupacken.
Millots geschätztes Gehalt beträgt zehn Millionen Euro
Über das Drumherum in der Vier-Millionen-Stadt Dschidda, wo Al-Ahli beheimatet ist, kann man nur spekulieren. Mit einem geschätzten Jahresgehalt von zehn Millionen Euro – dem Fünffachen wie in Stuttgart – lässt es sich für Millot sicher gut leben. Eine gewisse Fußball- und Fankultur hat sich in Saudi-Arabien inzwischen ebenfalls herausgebildet. Al-Ahli spielt in der heimischen King Abdullah Sports City (62 300 Plätze) im Schnitt vor knapp 29 000 Fans. Die schon auch in der Lage sind, Stimmung zu machen. Wenn auch nicht wie in der Bundesliga.
Welche Enzo Millot nach insgesamt vier Jahren beim VfB im Sommer verlassen wollte – für eine Ablöse von 30 Millionen Euro. Vergessen hat er seinen Ex-Club jedenfalls noch nicht. Kürzlich wurde ein Foto publik: Es zeigt den ehemaligen Stuttgarter, wie er sich in seiner neuen Heimat das VfB-Spiel gegen Mainz (2:1) auf dem Handy anschaut.