Die einstigen Stuttgarter waren nach dem Spiel länger Kontakt mit ihren Ex-Teamkollegen – inklusive eines Besuchs von Waldemar Anton in der VfB-Kabine.
Bei den Fans des VfB Stuttgart hat Waldemar Anton einen unverändert schweren Stand. Auch eineinhalb Jahre nach seinem Wechsel von Bad Cannstatt zu Borussia Dortmund wurde der Innenverteidiger beim direkten Duell am Wochenende bei seinen Ballkontakten ausgepfiffen – zwar nicht mehr so lautstark wie anfangs, aber doch deutlich hörbar. Das Verhältnis zu den früheren Mitspielern beim VfB ist dagegen ein völlig anderes. Man schätzt sich und ist regelmäßig im Austausch, wenn es in den direkten Duellen zum Wiedersehen kommt.
Das war auch am Samstag in Dortmund nicht anders, als Anton nach der Partie in der Stuttgarter Kabine vorbeischaute. VfB-Stürmer Deniz Undav berichtete vom dortigen flapsigen Austausch. „Wir haben ein bisschen geredet, warum ich so viel Glück habe“, so der Stuttgarter Stürmer, der seine Mannschaft mit drei Treffern zum 3:3 in Dortmund geschossen hatte. Es sei gelacht und gescherzt worden, mit gegenseitigen guten Wünschen trennten sich dann die Wege. „Waldi“, sagt Undav über Anton, „ist ein Weltklasse-Typ. Wir verstehen uns alle gut.“
Austausch zwischen Deniz Undav und Serhou Guirassy am Spielfeldrand
Das schließt auch den zweiten früheren Stuttgarter im Dortmund-Trikot ein: Mehrere Minuten stand Stürmer Serhou Guirassy nach Spielende am Spielfeldrand mit mehreren VfB-Profis zusammen – unter anderem Undav und Verteidiger Dan-Axel Zagadou, auch Vorstandschef Alexander Wehrle kam kurz hinzu und klatsche mit dem früheren Stuttgarter Toptorjäger ab. Was gesprochen wurde? Auch hier gab Undav einen kurzen Einblick. „Du bist crazy“, habe Guirassy ihm gesagt. Verrückt also sei der Auftritt des Stuttgarters gewesen, der den VfB mit seinen drei Toren zum Remis beim BVB schoss. „Typische Stürmertore“, wie Guirassy anerkannte.
Auf diese muss der Dortmunder Angreifer gerade warten. Guirassy macht in Dortmund eine schwierige Phase durch, ist nicht mit dem größten Abschlussglück unterwegs und steht in den vergangenen neun Pflichtspielen bei einer Ausbeute von lediglich einem Treffer. Gegen den VfB war er zwar wieder nah dran, sein Tor in der zweiten Hälfte erhielt aber wegen einer knappen Abseitsstellung keine Anerkennung.
So überwog bei den früheren Stuttgartern im Dortmund-Trikot am Samstag die Unzufriedenheit. „Wir geben das so einfach her, das darf uns nicht passieren“, sagte Anton den vereinseigenen BVB-Medien. Wenn man spät mit 3:2 in Führung gehe, müsse man die über die Zeit bringen – und vielleicht Torschütze Undav im Vorfeld mit einem kleinen Foul stoppen.
Die Erinnerungen an positive gemeinsame Zeiten blieben davon aber unberührt. Anton und Guirassy hatten jeweils maßgeblichen Anteil an der Vizemeisterschaft des VfB im Jahr 2024, nach der sie den Verein beide in Richtung Borussia Dortmund verließen. Beim Stuttgarter Anhang sorgte vor allem Antons Abgang ob dessen vorheriger Treuebekenntisse für Unmut, der bis heute anhält. Anders als innerhalb der Mannschaft.