Einst kickte Dejan Ovuka für den FC 08 Villingen in der Oberliga. Der Schwenninger hat inzwischen aber umgesattelt, ist MMA-Profikämpfer und fightet im Käfig. Am 17. Mai steigt er in Genf in den achteckigen Ring.
Am 30. November des vergangenen Jahres feierte Dejan Ovuka sein MMA-Profidebüt in Balingen. In der Halle waren rund 100 Fans von Ovuka aus VS, darunter die komplette Fußballmannschaft seines Ex-Vereins BSV 07 Schwenningen. „Die Unterstützung damals war krass“, erinnert sich Ovuka.
Seinen Gegner, den Engländer Lloyd Sweeney, knockte er bereits in der ersten Runde mit einem Kick zum Kopf aus. Am Samstag, 17. Mai, steht für Ovuka ein deutlich größerer Kampf an. Er wird unter der bekannten Kämpfer-Organisation „Brave“ im schweizerischen Genf fighten. Gegner ist Kevin Quiroz aus Venezuela.
Zwei Trainingseinheiten am Tag – nur der Sonntag ist frei
„Ich trainiere täglich zweimal um 10 und 18 Uhr. Samstags habe ich eine Einheit, Sonntag ist zur Regeneration frei“, sagt Ovuka. Seine Einheiten absolviert der 28-Jährige unter dem einstigen MMA-Topmann Peter Sobotta. „Von ihm kann ich unheimlich viel lernen“, so Ovuka.
MMA steht für „Mixed Martials Arts“, also für „Gemischte Kampfkünste“. Anders als andere MMA-Kämpfer, die zumeist aus dem Kampfsport, Boxen, Kickboxen oder Ringen kommen, betrat Ovuka vor fünf Jahren als Ex-Fußballer totales Neuland. „Fußball hat mir nicht mehr so wirklich Spaß gemacht. Ich habe ehrlich gesagt auch gemerkt, dass es bei mir nicht zum Profi reicht.“
Zusammen mit Bruder Dragan beim FC 08 Villingen
Ovuka entstammt der Jugend des BSV 07 Schwenningen, war aber auch beim FK Bratstvo und der FSV Schwenningen aktiv. Die meiste Zeit seiner Kickerkarriere verbrachte der Innenverteidiger und Sechser aber beim FC 08 Villingen. Hier eiferte er seinem älteren Bruder Dragan Ovuka nach, spielte mit ihm gemeinsam in der Oberliga.
Als Jugendlicher schaffte es Dejan Ovuka in die südbadische Auswahl. Doch mit der Zeit verlor Ovuka die Lust am runden Leder. „Ein Kumpel hat mich dann aber gefragt, ob ich nicht mal mit zum MMA-Training möchte. Es hat mir auf Anhieb gefallen“, sagte Ovuka: „Ich mag vor allem, dass es ein Einzelsport ist, bei dem es extrem auf die mentale Stärke ankommt.“
Außer der mentalen Stärke ist der Schwenninger auch im Bodenkampf und in seiner Spezialität, den Kicks zum Kopf des Gegners, stark. „Als Fußballer musste ich alle Techniken des Kampfsports neu lernen. Ich sehe das als Vorteil, denn ehemalige Boxer die MMA betreiben, verlassen sich oft zu sehr auf ihrer boxerischen Fähigkeiten.“
Vom Sport alleine kann der Leichtgewichtler noch nicht leben
Ovuka tritt im Leichtgewicht bis 70 Kilogramm an. Als Amateur hat er bereits zehn Kämpfe absolviert, davon acht gewonnen. Jetzt im Profibereich weht aber natürlich ein rauerer Wind. „Mein Sponsor Smakovic-Küchendesign und auch mein Bruder unterstützen mich finanziell. Ich bin aber noch auf der Suche nach weiteren Sponsoren.“ Aktuell könne er noch nicht von seinem Sport leben. „Deswegen bin ich an den Wochenenden in Teilzeit als Sicherheitsmitarbeiter tätig.“
Ovuka wohnt zwar weiterhin in Schwenningen, zur Kampfvorbereitung übernachtet er auch immer wieder im Gym in Balingen. Hier bereitet er sich intensiv auf seinen vier Jahre jüngeren Kontrahenten vor. „Quiroz hatte bereits vier Profikämpfe, davon zwei gewonnen zwei verloren. Er ist ein guter Boxer, ich werde ihm aber meinen Stil aufdrücken, ihn zu Boden holen, ihn zermürben und siegen“, verspricht Ovuka.
Der Mann aus VS reiste bereits am Mittwoch nach Genf. Am Ring wird ihm sein älterer Bruder Dragan zur Seite stehen. Der „schwänzt“ dafür sogar das Landesligaspiel des BSV 07 gegen Nehren.