Vier Jahre lang spielte Niklas Kolbe für die Stuttgarter Kickers. Den Sprung in die zweite Liga zum SSV Ulm 1846 hat der Innenverteidiger gut gemeistert – im Sommer zieht es ihn wohl nach Berlin.
Eigentlich war der Transfer im vergangenen Frühjahr so gut wie durch. Cristian Fiel, damals noch Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg, schätzte Niklas Kolbe sehr, hatte auch im Umfeld des Regionalligisten Stuttgarter Kickers Erkundigungen über den 1,96 Meter großen Innenverteidiger eingezogen. Beide Seiten waren sich einig über einen Wechsel.
Fiels Wunschspieler
Doch dann verließ der gebürtige Esslinger Fiel (von 1997 bis 2001 Spieler der Stuttgarter Kickers) den fränkischen Traditionsclub und heuerte für die Saison 2024/25 beim Ligarivalen Hertha BSC als Chefcoach an. Die Folge für Kolbe: Es wurde nichts mit dem Wechsel zum Club, sondern er schloss sich Zweitliga-Aufsteiger SSV Ulm 1846 an. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass der sehr heimatverbundene Kolbe dadurch näher an seinem familiären Umfeld in Ellmendingen im Enzkreis dran ist.
Damit dürfte im Sommer Schluss ein. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wechselt der 28-Jährige im Sommer zu Hertha BSC. Fiel würde es dann sozusagen im zweiten Anlauf gelingen, seinen Wunschspieler an Land zu ziehen. Von einer Ausstiegsklausel in dem bis 2026 datierten Vertrag bei den Spatzen, mit einer festgeschriebenen Ablösesumme von 300 000 Euro, ist die Rede. Einen sofortigen Wechsel noch vor Schließung des Winter-Transferfensters am 3. Februar schloss Ulms Geschäftsführer Markus Thiele aus.
Bei Wörle gesetzt
Kolbe jedenfalls hat den Sprung von der Regionalliga in die zweite Liga problemlos gemeistert. Am ersten Spieltag war der frühere Jugendspieler des Karlsruher SC und des FC Nöttingen bei den Ulmern noch noch auf der Bank gesessen, am zweiten Spieltag wurde er beim 0:1 bei Jahn Regensburg zur Pause von SSV-Trainer Thomas Wörle eingewechselt – seitdem zählt Kolbe zum Stammpersonal und stand 15 Mal in der Startelf.
Der technisch beschlagene Abwehrstratege hatte im Oktober 2023 sein Studium im Bereich Einkauf/Logistik abgeschlossen. Danach reifte bei Kolbe der Entschluss, den Sprung nach oben zu wagen. „Wenn man die Möglichkeit hat, in Liga zwei zu spielen, wollte ich mich später nicht dem Vorwurf ausgesetzt sehen, es nicht probiert zu haben“, sagte er damals im Interview mit unserer Redaktion. Der Wechsel in die Bundeshauptstadt wird für den Spätzünder der nächste Schritt auf der Karriereleiter.