Spielte in der Saison 2016/17 für den VfB und kehrte nun als Fan zurück: Jean Zimmer vom 1. FC Kaiserslautern Foto: imago/DeFodi

Jean Zimmer trägt den VfB noch immer im Herzen. Kürzlich war der Ex-Profi sogar in der Cannstatter Kurve zu Besuch. Er erzählt, wie es dazu kam.

Echte Vereinsliebe gibt es unter Profis nur noch selten. Bei Jean Zimmer lässt sich aber mit Fug und Recht behaupten: Der Mann fällt aus der Rolle. Der 31-Jährige lebt und liebt seinen Verein, den 1. FC Kaiserslautern, wie kaum ein anderer. Ein echter Pfälzer Bub eben.

 

Aber: Der Rechtsverteidiger, der seit dieser Saison nur noch für die zweite Mannschaft der Roten Teufel aufläuft, hat sein Fußballerherz auch noch an einen anderen Club verloren. Zumindest ein klein bisschen. Und zwar an den VfB Stuttgart. Dort stand der gebürtige Bad Dürkheimer in der Zweitligasaison 2016/17 für ein Jahr unter Vertrag und erlebte sportlich nicht seine allerbeste Zeit. Trotzdem ist er dem Verein aus Bad Cannstatt immer verbunden geblieben.

„Es war sicher nicht mein letzter Besuch“

Bis heute. Was sogar soweit geht, dass Zimmer kürzlich in der MHP-Arena zu Besuch war. Nicht in der Loge, sondern mittendrin unter den hartgesottenenen Fans in der Cannstatter Kurve. Der Ex-Profi schaute sich die Europaleague-Partie gegen Feyenoord Rotterdam an – und durfte am Ende einen 2:0-Sieg bejubeln. „Es war ein sehr cooler Abend. Ich bin von den Fans super aufgenommen worden, das ist nicht selbstverständlich. Es war sicher nicht mein letzter Besuch,“ berichtet Zimmer.

Ein Spieler, der nur für ein Jahr das Trikot mit dem Brustring getragen hat und woanders als Identifikationsfigur schlechthin gilt, inmitten der Cannstatter Kurve: Wie das? Der 31-Jährige wurde gemeinsam mit einem Kumpel von einer befreundeten Fan-Gruppe eingeladen, wie er erzählt. Dazu muss man wissen, dass zwischen dem VfB und dem FCK seit geraumer Zeit eine Fan-Freundschaft besteht. Woraus sich indirekt die Einladung ableitete. Und da es der Ex-Profi (261 Spiele für den FCK, VfB und Fortuna Düsseldorf) nun in der Oberliga etwas ruhiger angehen lässt, hatte er eben auch Zeit für den Trip nach Stuttgart.

Zimmer wurde im Sommer auf dem Lauterer Betzenberg offiziell verabschiedet. Er spielt jetzt für den FCK II. Foto: IMAGO/Jan Huebner

„Es war sportlich sicher nicht die einfachste Zeit meiner Karriere. Aber ich habe nur Sympathie für den Verein übrig. Er wird immer Teil meiner Geschichte sein,“ sagt Zimmer über seinen Ex-Club. Mit seinen damaligen Mitspielern Christian Gentner (heute Sportdirektor) und Tobias Werner (Übergangsmanager im Nachwuchs) pflegt er noch immer einen engen Draht.

Und nun auch in die Stuttgarter Fanszene. Auf die Frage aller Fragen muss der Lauterer dann aber doch die entsprechende Antwort liefern. Wo ist die Stimmung besser? Zimmer muss lachen: „Es geht nichts über die Westkurve auf dem Betze.“