Überraschende Personalnews vom 1. CfR Pforzheim: Armin Redzepagic, sieben Jahre Erfolgscoach des VfL Nagold, übernimmt den Oberligisten bis zum Ende der Runde.
Dass er von Fußball nicht genug bekommen kann, bewies Armin Redzepagic erst in der vergangenen Saison, als er plötzlich in der zweiten Mannschaft des VfL Nagold als Spieler auflief. Bis 2024 war er sieben Jahre lang Trainer des ersten VfL-Teams, ehe sich die Wege nach gemeinsamen Gesprächen mit den Verantwortlichen dann trennten.
Nun ist der 47-Jährige zurück im höherklassigen Amateurfußball – wenn auch befristet. Denn Redzepagic übernimmt ab sofort bis zum Saisonende den Oberligisten 1. CfR Pforzheim. Der bisherige Trainer Thomas Herbst ist zurückgetreten, mit Dirk Rohde hat der Verein bereits den Chefcoach für die kommende Saison bekannt gegeben.
Negativlauf in den vergangenen fünf Spielen
„Jedoch kann der designierte Teamverantwortliche die neue Aufgabe aus privaten Gründen erst zum Sommer übernehmen“, schreibt der Verein in den Sozialen Medien. Die Lösung: Ex-Nagold-Coach Redzepagic springt ein und übernimmt die Pforzheimer bis zum Ende der Saison. „Ich denke, dass ich genau weiß, was mich erwartet. Und genau das macht es ja so reizvoll und spannend. Ich hatte schon mehrere Anfragen von Ober- und Regionalligisten, aber es stimmte nie das Timing“, wird der neue Mann an der CfR-Seitenlinie auf der Vereinshomepage zitiert.
Die Aufgabe, die der 47-Jährige beim Oberligisten übernimmt, ist alles andere als einfach. Die vergangenen fünf Spiele haben die Pforzheimer allesamt verloren, zuletzt gab’s zwei Heimniederlagen in Folge. In der Tabelle steht man nun auf Rang acht, mit nur noch vier Punkten Vorsprung vor dem ersten sicheren Abstiegsplatz. „Die Entwicklung wundert mich sehr, es ist kaum zu verstehen, woher dieser negative Lauf kommt“, sagt Redzepagic dazu.
Wichtiges Spiel gegen Aufsteiger aus Singen
Bereits am Montag leitete der DFB-B+ Lizenz-Inhaber das Training in Pforzheim und begann mit der Vorbereitung auf das letzte Spiel des Jahres, bevor die Oberliga danach in die Winterpause geht. Am Sonntag geht’s für den 1. CfR Pforzheim zum Aufsteiger Türkischer SV Singen, der sich im Sommer in der Relegation gegen den FC Holzhausen durchgesetzt hatte. Es dürfte ein richtungsweisendes Duell sein, denn die Singener haben nur einen Punkt weniger auf dem Konto und stehen auf Rang zehn.
Eine weitere Niederlage würde die Aufgabe für Redzepagic weiter erschweren. Doch daran will der erfahrene Coach wohl nicht denken. Vielmehr betonte er im Interview auf der Vereinshomepage die Qualität des eigenen Kaders. „Der Kader ist klasse. Ich hatte noch nie eine Mannschaft, die mit so viel Qualität bestückt ist“, sagt er. Spielerisch ist sein Plan klar: „Hier in Pforzheim ist mein Ziel nun, der Mannschaft wieder schnell die nötige Stabilität zu geben.“
Eindrucksvolle Bilanz beim VfL Nagold
Dass Redzepagic, der mit seiner Familie im Calwer Teilort Stammheim wohnt, das zuzutrauen ist, zeigt nicht zuletzt seine Bilanz beim VfL Nagold. Gleich in seinem ersten Jahr führte er das Team zur Meisterschaft in der Landesliga und damit in die Verbandsliga. Die Landesliga-Meisterschaft 2022 sowie Erfolge im WFV-Pokal – allen voran der 3:1-Sieg gegen den SSV Reutlingen im August 2019 – kamen hinzu. Bei seiner neuen Aufgabe, die ein klar definiertes Enddatum hat, wird es dagegen in erster Linie darum gehen, das Team in der Oberliga zu halten. Denn der Zug nach oben ist längst abgefahren, der VfR Aalen und der VfR Mannheim ziehen an der Tabellenspitze alleine ihre Kreise.