Das „Storz“-Gelände wird zum Schauplatz eines besonderen Wettbewerbs. Und nicht nur das. Wir sprechen mit Erwin Esslinger über das Event – und über aktuelle Schwierigkeiten.
Es ist beinahe ein kleines Stadtfest, das sich da in der Oberndorfer Neckarstraße ankündigt. Nicht nur, weil es Essen und Getränke gibt, sondern vor allem wegen der besonderen Programmpunkte. Das Highlight: ganz klar das Truck Pulling.
Mit einem Tag der offenen Tür will die Firmengruppe Storz Esslinger, die neben Oberndorf auch im Kreis Freudenstadt vertreten ist, und in den Bereichen Tankanlagen, Öl, Holzpellets und Entsorgung rund 60 Mitarbeiter beschäftigt, gleich mehrere Ereignisse feiern und hat dafür extra eine Werkhalle auf dem Gelände leergeräumt.
Waschanlage ist gut frequentiert
Da wäre einmal die Fertigstellung der Erweiterung des Gebäudes in der Neckarstraße mit neuen Sozialräumen, mehr Lagerflächen und einer Werkstatt, in die man am 6. Juli einen Blick werfen darf. Aber auch die Wiedereröffnung der stets gut frequentierten SB-Waschanlage, die es seit 1992 gibt, die aber nun generalsaniert wurde.
Jüngst dürften lästiger Saharastaub und Honigtau, der eine klebrige Schicht auf dem Lack hinterlässt, für einen erhöhten Waschbedarf gesorgt haben. Von der kurzen Katzenwäsche nach dem Winter bis zur ausgiebigen Pflege könne man hier in der Neckarstraße aber alles beobachten, sagt Esslinger.
Auf dem Betriebshof wird derweil am 6. Juli gezeigt, wie ein Stahltank, der rund 40 Jahre unter der Erde war, zerlegt und recycelt wird. Im Showroom Tanktechnik gibt es noch mehr zu erfahren.
Ganz praktische Hilfe leisten wollen Esslinger und sein Team auch mit ihrem Infostand zur Frage, wie man Abfall und Bauschutt richtig sortiert und entsorgt. „Oft rufen uns die Leute nämlich an und erzählen, dass sie ihr Bad rausreißen, aber nicht wissen, wo sie was entsorgen müssen“, erklärt Esslinger.
18 Tonnen schweres Fahrzeug wird gezogen
Der Geschäftsbereich Holzpellets steuert mit einer Schatzsuche eine große Aktion zum Kinderprogramm bei. Für Vergnügen sorgen sollen aber auch eine Hüpfburg und Bull-Riding.
Das Highlight ist ab 13 Uhr ein Wettbewerb, bei dem ein 18 Tonnen schweres Tankfahrzeug über 40 Meter gezogen werden muss. Dafür haben sich zehn Teams, darunter Vereine und Handwerker, angemeldet. Wer es am schnellsten schafft, erhält einen Geldpreis.
Wermutstropfen: Fachkräftemangel
Scheint, als würde es bei der breit aufgestellten Firmengruppe Storz Esslinger problemlos laufen. Herausforderungen gebe es aber schon, klärt uns Erwin Esslinger auf. Neben der schwierigen Azubisuche im kaufmännischen Bereich sei das vor allem, gute handwerkliche Fachkräfte für den gewerblichen Bereich zu finden beziehungsweise hier zu behalten.
Esslinger beschäftigt im Bereich Tanktechnik nun unter anderem tüchtige Mitarbeiter aus dem Kosovo. Doch die Einreise- und Bleibemodalitäten bei Kräften aus dem Nicht-EU-Ausland bereiten immer wieder Schwierigkeiten. So habe ein Mitarbeiter aus dem Kosovo mehrfach lediglich ein Drei-Monats-Visum erhalten – trotz des häufigen Schriftverkehrs zwischen Esslinger und den Behörden und „großem Theater“.
Immerhin: Nun habe der Mitarbeiter Frau und Kind nach Deutschland geholt und dürfe vorerst zweieinhalb Jahre bleiben. „Das versteht doch keiner“, meint Esslinger zu den aus seiner Sicht immensen bürokratischen Hürden. Man müsse doch unterscheiden, ob jemand ins Land komme, um zu arbeiten, oder um Sozialleistungen zu erhalten.