Zum zweiten Mal findet im Polarion in Bad Liebenzell ein Ice Freestyler Contest statt. Was die teils internationalen Teilnehmer auf dem Eis zeigen, ist spektakulär.
Zum zweiten Mal hatte der Verein Ice Freestyler Polarion (IFP) am Wochenende zu einem Ice-Freestyler-Event mit Battle in die Bad Liebenzeller Eislaufhalle Polarion eingeladen – und es kamen Teilnehmer aus ganz Deutschland sowie aus Frankreich, Belgien und Tschechien, um sich bei einem Contest mit ihresgleichen zu messen.
Mehr als 20 Athleten
Am Ende war es der Freiburger Ice-Freestyler David Roeder, der den Wettkampf mit spektakulären Sprüngen und außergewöhnlichen Kapriolen auf dem Eis für sich entschied. Auf den zweiten Platz kam Erik Schuck vom Verein 63 Frostz aus Aschaffenburg und Rang drei belegte schließlich Cas van Elst aus dem belgischen Heist.
Mehr als 20 Athleten, die größtenteils auch vor zwei Wochen beim europaweit größten Wettbewerb im Ice Freestyle in Budapest gestartet waren, hatten auf Einladung des Liebenzeller Vereins in Liebenzell ihre Runden gedreht und in jeweils 30-sekündigen Freestyle-Performances gezeigt, was sie auf dem Eis zu leisten vermögen.
K.-o.-System Zu treibenden Beats boten sie in einer Mischung von athletischen Elementen aus Breakdance und Eiskunstlauf spektakuläre Darbietungen, die oft mit tosendem Beifall belohnt wurden.
Während in der Vorrunde alle Teilnehmer ihren ganz persönlichen Stil in Einzelpräsentationen zeigten, mussten die qualifizierten Teilnehmer im anschließenden K.-o.-System jeweils im direkten Vergleich gegen ihre Mitbewerber antreten. Dabei zeigten sie in jeweils zwei Mal 30 Sekunden, welche Elemente sie beherrschen. Im Finale setzte sich dann David Roeder durch, der in Budapest auf dem zweiten Platz gelandet war.
Wachsende Sportart „Das Ice Freestyle ist noch eine recht junge, aktuell aber stark wachsende Sportart“, erklärt Timo Sandlaß, IFP-Vorsitzender und am Samstag einer der zwei Moderatoren, die das Spektakel auf dem Eis für die Zuschauer kommentierten. „Eislaufen, Akrobatik und Breakdance werden beim Ice-Freestyle kombiniert und erlauben es den Teilnehmern, ganz individuelle Moves zu machen“, so Sandlaß, „und die Teilnehmenden machen einfach das, was sie cool finden.“
Bislang werde die Szene noch von den Männern dominiert, zunehmend würden aber auch Frauen diesen Sport ausüben. Der Bad Liebenzeller Verein, so Sandlaß, gehört in Europa mit zur Spitze und ist derzeit der größte in Deutschland. „Wir sind aber eine Szene in the Nutshell“, ergänzt er und will damit sagen: Die Szene ist sowohl in Deutschland als auch in Europa noch sehr überschaubar – „aber sie wächst schnell“. Der Liebenzeller Verein zählt aktuell knapp 50 Mitglieder, „wir haben schon weitere Interessenten“, so Sandlaß. Er rechnet damit, dass die Zahl der Mitglieder bis zum Ende der laufenden Saison auf mindestens 55 bis 60 wachsen wird. Natürlich seien aber nicht alle aktiv. Da der Sport offiziell noch nicht anerkannt ist, werde bei der Jurierung teilweise noch experimentiert.
Punktetafeln Jeder der vier in Bad Liebenzell eingesetzten Wertungsrichter konzentrierte sich diesmal auf einen Schwerpunkt und machte in der Vorrunde mit Punktetafeln, im K.-o.-Wettbewerb dann per Handzeichen deutlich, wie er die Qualität des Gezeigten fand. So wurden unter anderem auf Ausdruck und Kreativität geachtet. Dass insbesondere „das Footwork“, also die Fußarbeit, diesmal nicht gewertet wurde, bedauerten einige Teilnehmer. Grundsätzlich, so Freestyler Marco aus Aschaffenburg, sei der Event aber „richtig geil“. Dass es bislang nur wenige Freestyler-Clubs und damit auch Wettbewerbe gibt, liegt laut Sandlaß vor allem daran, dass nur wenige Eislaufhallen diesen Sport auch zulassen.
„Gerade bei den Sprüngen leidet die Eisfläche manchmal schon ziemlich“, da sich die ganze Energie der Sprünge beim Aufkommen entlade. In Bad Liebenzell, so freut er sich, werden die Freestyler vom Polarion super unterstützt.
Aus der ganzen Welt
Schon am 18. und 19. Dezember werden sich Freestyler aus der ganzen Welt erneut in Bad Liebenzell treffen. Sandlaß rechnet dann möglicherweise auch mit Freestylern aus Kanada, Lettland oder Estland. Die aktiven Läufer aus Bad Liebenzeller sind übrigens zwischen neun und etwa 50 Jahre alt und kommen aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern um Bad Liebenzell. Trainiert wird während der Eislaufsaison immer montags ab 19 Uhr im Polarion.