Nach der Begrüßung von Franziska Bürkle (Teinachtal-Touristik, Mitte) und Jürgen Rust (Schwarzwaldverein Calw) legte die Kapelle „Berg&Tal“ los. Foto: Roland Stöß

Auch die achte Auflage des beliebten musikalischen Sommerabends in Zavelstein war ein Erfolg. Trotz unsicherer Wetterlage zog es 160 Besucher in den Biergarten des Wanderheims, um der Kapelle „Berg&Tal“ zu lauschen. Die Gruppe hatte weit mehr als nur klassische Blasmusik im Gepäck.

Eine volkstümliche, musikalische Riesengaudi erlebten 160 begeisterte Zuhörer im Biergarten des Zavelsteiner Wanderheims. Die Kapelle „Berg&Tal“ zog alle Register schwungvoller Blasmusik. Der Schwarzwaldverein Calw (SWV) und die Teinachtal-Touristik hatten nicht zu viel versprochen: „Freuen Sie sich auf einen launigen Sommerabend in einem der schönsten Biergärten der Region“, hieß es in der Ankündigung. Genau so kam es.

 

SWV-Vorsitzender Jürgen Rust zeigte sich überglücklich über den Mut seines Vereins, dem seiner Veranstaltungspartnerin, der Teinachtal-Touristik, vor allem der Besucher, „dass sie alle trotz der unsicheren Wetterlage Karten gekauft haben und gekommen sind“. Mit der Folge, dass alle Plätze besetzt waren.

Aktion „Glücksmomente“

Mittlerweile ist es die achte Veranstaltung, die der Calwer Schwarzwaldverein gemeinsam mit der Teinachtal-Touristik auf die Beine gestellt hat. „Und alle waren ausverkauft“, freute sich Rust. Franziska Bürkle, Chefin der Teinachtal-Touristik, nutzte die Gelegenheit, auf die Aktion „Glücksmomente“ hinzuweisen, „durch die schwerstkranke Menschen einen letzten Herzenswunsch erfüllt bekommen, was ihnen aus eigener Kraft nicht mehr möglich ist“.

Jubilar Bevor es, inklusive einer kurzen Pause, nahezu drei Stunden lang Blasmusik-technisch Fetziges auf die Ohren gab, bekam das älteste SWV-Mitglied seinen verdienten Sonder-Applaus. Jubilar Alfons Kurzmann bezeichnete Rust als Beispiel, „wie man 100 Jahre alt wird: durch wandern und flexibel bleiben“. Der Blick auf den Altersschnitt der fröhlichen Besucher- und Zuhörerschar ließ vermuten, dass einige diesem Rust-Rat erfolgreich folgen.

Musiker vom Berg und Tal zusammengeschlossen

Es wurde erzählt, dass es die Kapelle „Berg & Tal“ unter diesem Namen seit 2021 gibt, weil „man damals coronabedingt nur in kleinen Formationen spielen durfte“. Die Musiker vom Berg, also aus Altburg, Calw, Sommenhardt, Schömberg und Würzbach schlossen sich mit denen aus dem Tal, also Calmbach, zusammen.

Alphorn Bei der Vorbereitung für das Konzert in Zavelstein habe sich die Gruppe gefragt: „Was können wir unserem Publikum Besonderes bieten?“ Die Antwort: viele musikalische Überraschungen. So konnte man den anmutenden Soli der beiden Klarinettistinnen lauschen oder den Klängen des 3,88 Meter großen, wie ein Teleskop ausziehbaren, Alphorn. Das 1,5 Kilogramm leichte Gerät aus Karbon wird einzig in der Schweiz hergestellt und hierzulande in der Tonart „F“ gespielt.

Die fachkundige Auskunft darüber, „dass eine mährische Polka etwas flotter als die böhmische gespielt wird,“ bekam im Laufe des Abends beim Abspielen der verschiedenen Weisen zunehmend Bedeutung. Mal ging es hurtig, mal besinnlicher zur Sache.

Luftballons Recht schnell war das Eis gebrochen und es wurde gerne im raschen Zweiviertel-Takt mitgeklatscht. Nach der Pause ließen die zehn Musiker hören, wieso sie auf ihren Plakaten nicht für böhmische und mährische Musik werben. Take On Me (AHA), Funkytown und Major Tom sowie ein Nena-Medley bewiesen, dass diese Jungs und Mädels sich auch an moderne Titel wagen. Dass zwei Jägermeister-Flaschen oder eine Reihe Luftballons (Luftballon-Polka) zu Perkussionsinstrumenten umgebaut wurden, wurde mit Gelächter belohnt.

Ausgelassene Zuhörerinnen

Irgendwann, nach dem „Böhmischen Traum“, man sprach von der „schönsten Polka der Welt“, zeigte sich die Textsicherheit ausgelassener werdenden Zuhörerinnen – sie trällerten voller Inbrunst „Mein Tiroler Land“ und „Ein Leben lang“ mit.

Der Titel jener tschechischen Polka, die zu Beginn des Konzertes gespielt wurde, drückte das Lebensgefühl vieler Menschen aus, mit dem sie beschwingt den Nachhauseweg antraten: „Es ist schön, es ist schön, es ist schön.“