Die Erweiterung des evangelischen Gemeindehauses in Schömberg ist so gut wie abgeschlossen. Mittlerweile steht auch der Termin für die Einweihung fest.
Von einer unendlichen Geschichte zu sprechen, ist sicherlich nicht übertrieben: Schon 2017, als das Gemeindehaus 40-jähriges Bestehen feierte, war die Erweiterung Thema. Es gab bereits Pläne für einen Bau mit zwei Stockwerken, die der Oberkirchenrat aber ablehnte – aus Kostengründen. Also musste neu überlegt werden, wie man das Platzproblem in den Griff bekommen kann. Parallel organisierten die Protestanten vielfältige Spendenaktion, bis sie 2023 die erforderliche Summe an Eigenmitteln hatten.
„Kirche ist kein Auslaufmodell“
Vor allem, dass während der Gottesdienste keine Kinderbetreuung möglich war, störte die Kirchenmitglieder. Als viel zu klein empfanden sie auch die Küche. Darüber hinaus habe es bei Veranstaltungen mit Gruppenarbeit an Räumen gefehlt, berichtet Kirchengemeinderätin Karin Schleicher. Und auch bei Gottesdiensten in modernem Stil mit Begleitung einer Band sei das Gemeindehaus an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen.
Um ein geologisches Gutachten erstellen zu können, rückte kurz vor Weihnachten 2022 der erste Bagger an. Als die Ergebnisse vorlagen, ging es ein weiteres Mal ans Reißbrett.
Vor zwei Jahren war es aber dann endlich soweit, mit dem offiziellen Spatenstich fiel der Startschuss für die Großbaustelle. Pfarrer Stefan Kröger sprach von einem „historischen Moment, einer Zäsur‘“, und Bürgermeister Karl-Josef Sprenger sah in der Erweiterung ein klares Zeichen dafür, dass die Kirche kein Auslaufmodell sei. Beim Bau des Domizils im Jahr 1977 hatte die Stadt Schömberg der evangelischen Kirchengemeinde Erzingen-Schömberg das Grundstück zur Verfügung gestellt.
Aktuell läuft der Innenausbau
Kurz vor Weihnachten 2023 wurde Richtfest gefeiert, zwischenzeitlich sind die Fenster eingebaut, die Dächer auf dem Turm und dem neuen Technikraum ebenfalls fertig. Aktuell läuft der Innenausbau.
Es kann also bald Einweihung gefeiert werden, der Termin dafür steht mittlerweile fest: Es ist der 28. September. Der Festsonntag beginnt um 10.15 Uhr mit einem sogenannten Eins-Gottesdienst und einem parallel stattfindenden Kinderprogramm. Ab 12.15 Uhr sind Grußworte zu hören, danach gibt es Mittagessen. Neugierige haben natürlich die Möglichkeit, sich umzuschauen – es warten auf sie aber auch verschiedene Angebote. Die kleinen Besucher werden ebenfalls unterhalten. Gegen 17 Uhr endet der Tag der offenen Tür mit einem „Lobpreis“, den die ehemalige Jugendkreis-Band umrahmt.
Nach wie vor auf Spenden angewiesen
Pfarrer Stefan Kröger freut sich, dass das Kapitel Baustelle bald seinen Abschluss findet. Er ist überzeugt: „Für unsere Gesamtkirchengemeinde Steinach-Schlichemtal kann so das Gemeindezentrum in Schömberg zu einem neuen Zentrum werden, in dem geistiges Leben wachsen darf und die Menschen Gemeinschaft erfahren.“
Um die Erweiterung stemmen zu können, ist die Gemeinde nach wie vor auf Spendengelder angewiesen. Auch setzt sie die Sammlung von Schuhen, Druckerpatronen und Tonerkartuschen fort. Der gesamte Erlös kommt dem Gemeindezentrum zugute.
Wie auf der Internetseite nachzulesen ist, hat die Schuhsammlung schon rund 1014 Euro eingebracht. 2576 Menschen habe man zu guten Schuhen verholfen und gleichzeitig 21 641 Kilogramm an CO2 eingespart. Für leere Druckerpatronen gab es bislang 465 Euro.
Bildunterschriften:
Das „neue“ Gemeindezentrum in Schömberg wird am Sonntag, 28. September eingeweiht. Bürgermeister Karl-Josef Sprenger freute sich beim Spatenstich schon auf das Türmchen, das, so zeigte er sich überzeugt, zu einem architektonischen Hingucker für die Stadt werde.