Kirchenchor und Streicher-Quartett mit einer gelungenen Aufführung. Evangelische Christen feiern ein Gemeindefest.
Mit einem feierlichen Gottesdienst am ersten Advents-Sonntag in der Christuskirche startete die Evangelische Kirchengemeinde Waldachtal in das neue Kirchenjahr.
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit: Mit diesem gleichnamigen Lied, das schon vor Hunderten von Jahren gesungen wurde, blicken die evangelischen Christen hoffnungsvoll in die nahe Zukunft, ganz im Vertrauen auf Gott. Prädikant Viktor Kulajew meinte, man solle ruhig werden und die Adventszeit besinnlich gestalten und offen sein für die Ankunft des wahren Königs. Es sei jetzt die Zeit der Adventslichter.
Mit der extra einstudierten Kantate „Das neugeborene Kindelein“ von Dietrich Buxtehude (1637-1707) erfreute der evangelische Kirchenchor Waldachtal vierstimmig unter der musikalischen Leitung von Margrit Baur die Herzen der Christengemeinde. Noch mehr Strahlkraft verliehen der Kantate die vier Streicher Raphael Kübler (1.Violine), Melissa Krampf (Violine), Serena Rachele (Bratsche) und Axel Nowak (Cello). Ute Schork begleitete auf dem E-Piano. Die besondere Aufführung wurde mit viel Applaus aufgenommen.
Kantate strahlt ganz viel Weihnachtsfreude
„Diese bewegte und sehr lebendige Kantate strahlt ganz viel Weihnachtsfreude und Fröhlichkeit aus.“, begründet die Dirigentin, warum sie dieses Singstück mit Streicher-Begleitung ausgewählt hat. Die mit viel Chor- und Ensemble Erfahrung ausgestattete Margrit Baur zeigte sich glücklich über ihr erstes gelungenes Dirigat von Chor und Instrumentalisten zusammen.
Gar „sprachlos“ gab sich der Prädikant ob dieses gigantischen Stücks. Gottesdienstleiter Viktor Kulajew: „Die Konzert-Kantate verdient unseren Beifall. Sie lässt mich warm ums Herz werden.“ Es erklang auch das großartige „Tochter Zion“ von Georg Friedrich Händel. Im Advent, so Kulajew, gehe es um das Kommen von Jesus: „Das wollen wir feiern.“ Der „König der Herzen“ komme sanftmütig und armselig: „Er hat sein Reich auf Liebe gegründet.“ Keine Stadt der Welt habe mehr Eroberer gesehen wie Jerusalem. Aber Jesus komme nicht auf dem großen Ross daher, sondern friedfertig und ohne Waffen. „Er kommt zu allen, die mühselig und beladen sind.“ Manche seien noch nicht offen: „Das Christkind darf gerne die Geschenke abgeben. Aber sonst lasse mich in Ruhe.“ Es gelte die Einladung von Jesus, sein Herz zu öffnen. Und: „Wenn wir Gott loben, schauen wir weg von uns selbst.“
Kirchengemeinderätin Waltraud Welle hielt die Lesung zu „Dein König kommt zu dir“. Fürbitten für Leib und Seele wurden formuliert. Der Prädikant: „Christen sollen zum Segen für Andere werden.“
Musikstudent Raphael Kübler (Bratsche) und Margrit Baur (Orgel) setzten mit dem „Concerto für Viola“ von Georg Philipp Telemann (1681-1767) einen besonderen Schlusspunkt. Es klang sehr gut. Die Gottesdienstbesucher applaudierten.
Adventlicher Segen beim Gemeindefest
Beim Gemeindefest im evangelischen Gemeindehaus kredenzte ein Team um Kirchengemeinderätin Sonja Hayer ein schmackhaftes Mittagessen mit Dessert sowie Kaffee und Kuchen. Gern sangen die versammelten Christen unter Klavierbegleitung von Ute Schork gemeinsam Advents- und Weihnachtslieder. Kirchengemeinderätin Waltraud Welle, die mit einem Gedicht erfreute, erbat den adventlichen Segen.
Festliche Musik im Advent
Am dritten Adventssonntag
, 15. Dezember, gestaltet der Chor „Coro Nuovo“, ein Projektchor aus den Kirchenchören der Verbundgemeinde Reutlingen-Degerschlacht/Sickenhausen, unter Leitung von Erwin Nothacker den Gottesdienst um 10 Uhr in der evangelischen Christuskirche Tumlingen/Hörschweiler mit. Im Chor werden Vokalisten aus dem evangelischen Kirchenchor Waldachtal mitwirken.
Erwin Nothacker
ist der Bruder der Waldachtaler Kirchengemeinderätin Waltraud Welle, die im Kirchengemeinderatsteam „Musik und Gottesdienste“ rührend tätig ist. Der Projektchor möchte neugierig machen auf ein Konzert mit Werken von Felix Mendelsohn-Bartholdy am Sonntag, 9. Februar 2025, in der Christuskirche in Waldachtal.