Pfarrerin Karin Ott hat der Gemeinde den Rücken gekehrt. (Archivfoto) Foto: Cools

Die Evangelische Kirche in Schwenningen ist auf der Suche nach einem neuen Pfarrer. Karin Ott hat bereits im Mai die Gemeinde verlassen und eine neue Stelle im Kirchenbezirk Tübingen angetreten.

VS-Schwenningen - "Die Entscheidung kam kurzfristig und hat uns überrascht", sagt Klaus Gölz, geschäftsführender Pfarrer der Schwenninger Kirchengemeinde, im Gespräch mit dem Schwarz­wälder Boten.

Die 59-jährige Pfarrerin habe sich in Schwenningen nicht richtig wohlgefühlt, fügt Gölz hinzu. Mittlerweile ist Ott, die 2016 das Pfarramt Stadtkirche Nord (bisher Stadtkirche III auf Rinelen) übernommen hatte, neue Pfarrerin für Altenpflegeheimseelsorge in Bad Sebastiansweiler im Kirchenbezirk Tübingen.

Erst seit Ostern bekannt

Die Wechselabsicht sei erst rund um Ostern bekannt geworden – mitten in der Pandemie. So habe es auch keine Verabschiedung geben können. "Das ist schade. Bestimmt hätten sich die ein oder anderen Gemeindemitglieder sich noch von ihr verabschieden wollen", meint der Stadtkirchen-Pfarrer. Ihren Schwerpunkt hatte Karin Ott in Schwenningen auf der Diakoniearbeit und somit auch in der Vesperkirche.

Und wie geht es nun weiter mit der vakanten Pfarrstelle? "Es ist unser großes Bestreben, die Stelle schnell nachzubesetzen", so Gölz. Das Verfahren dazu sei bereits in Gang gesetzt worden, die Stelle werde zum nächstmöglichen Zeitpunkt im Juli, also noch vor den Sommerferien, ausgeschrieben.

Schlechte Aussichten

Dennoch klingt Klaus Gölz nicht recht optimistisch. "Das Verfahren wird sich auf jeden Fall ziehen." Im besten Fall könnte ein neuer Pfarrer um die Jahreswende herum das Pfarrhaus auf Rinelen beziehen. Doch überhaupt jemanden zu finden, sieht er als große Herausforderung an. "Ich finde, dass es eine attraktive Stelle in einer attraktiven Gegend ist", – Gölz ist selber erst vor rund sechs Jahren nach Schwenningen gekommen – "aber aus Erfahrung ist alles, was außerhalb des mittleren Neckarraums liegt, schwierig zu besetzen."

Attraktiv sei die Stelle in der Kirchengemeinde vor allem wegen des vielfältigen Arbeitsfeldes. Da sei die Gemeindearbeit, da sei aber auch die Schwerpunktsetzung – in diesem Fall eben die Diakoniearbeit. Durch die Gründung des Diakonieverbands vor rund anderthalb Jahren sei aber auch hier eine leichte Umstrukturierung der Aufgaben gegeben.

Neuer Dienstauftrag

Unabhängig von der Vakanz hat es aber auch einen Zuwachs in der Evangelischen Kirchengemeinde gegeben, wie Gölz bestätigt. Seit Juni unterstützt die 31-jährige Maria Gerlach das Pfarrteam und ist mit ihrem 25-prozentigen Dienstauftrag für Vertretungen bei Gottesdiensten und Beerdigungen zuständig. "Die Stelle ist personengebunden und zusätzlich geschaffen worden", erklärt der Stadtkirchen-Pfarrer, der sich erfreut über den Zuschnitt zeigt.

Gerlach, die bereits mit ihrer Familie nach Schwenningen gezogen ist, hat ihr Theologiestudium in Tübingen und Israel sowie ihre Pfarrausbildung in Hildrizhausen absolviert, wo sie erst Mitte Juni ihre Ordination gefeiert hat.