Der Turm der evangelischen Kirche in Schömberg ist noch eingerüstet. Foto: Wolfgang Krokauer

Die evangelische Kirche in Schömberg ist zum Teil eingerüstet. Anfang August begann die Sanierung des Gotteshauses. Wir fragten nach, wann die Arbeiten abgeschlossen sind.

Eigentümer der evangelischen Kirche in Schömberg ist das Land. Folglich ist es für die Instandhaltung des Gotteshauses zuständig.

 

Was wurde bis jetzt erledigt? Die Arbeiten an der Kirche laufen seit Anfang August, teilte Christian Lindinger, Leiter von Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Pforzheim, im vergangenen Sommer auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Der Außenbereich der Kirche wurde auf Vordermann gebracht wird. Dazu war das Gerüst notwendig.

Steine gereinigt

So standen Malerarbeiten an. Die Steine wurden gereinigt. Das Land ließ das Holz bei den Fenstern restaurieren, ebenso die Bleiverglasungen. Der Traufbereich wurde instand gesetzt.

Arbeiten an der Fassade sind abgeschlossen

„Die Arbeiten an der Fassade wurden im Dezember 2025 abgeschlossen“, teilte Lindinger jetzt gegenüber unserer Redaktion mit: „Das restliche Gerüst soll noch im Januar abgebaut werden.“

Was steht noch an? Ganz fertig sind die Arbeiten nach dem Abbau des Gerüsts aber noch nicht.

„Zum Abschluss der Instandsetzung müssen im Frühjahr noch die Außentüren überarbeitet werden“, war von Lindinger zu erfahren.

Die Außentüren der evangelischen Kirche in Schömberg werden überarbeitet. Foto: Wolfgang Krokauer

Kosten Die Kosten für die Sanierung bezifferte Lindinger im vergangenen August auf rund 100 000 Euro. Dabei bleibt es nicht.

Holzschäden entdeckt

„Nach Gerüststellung wurden Holzschäden im Traufbereich und schadhafte Fugen am Mauerwerk des Turms festgestellt“, teilte Lindinger mit: „Mit diesen zusätzlichen Arbeiten und der längeren Standzeit des Gerüstes wird die Maßnahme mit circa 150 000 Euro abschließen.“

Geschichte Aus Anlass des Jubiläums „175 Jahre evangelische Kirche Schömberg“ verfasste Friedrich Eschwey, Mitglied des Heimat- und Geschichtsvereins Schömberg, einen Beitrag zur Historie des Gotteshauses.

Baufällige Marienkirche

1831 kam die königliche Genehmigung, die baufällig und zu klein gewordene gotische Marienkirche abzureißen, berichtete Eschwey. Mit der Grundsteinlegung am 22. Mai 1832 startete der Bau.

Am 15. September 1833 wurde die Kirche eingeweiht. 1834 bekam der Orgelbauer Laukhuff von Cannstatt den Auftrag, eine Orgel zu bauen, berichtete Eschwey. 1841 war sie fertig und wurde in der Kirche aufgestellt.

Glocken fallen Kriegsbewirtschaftung zum Opfer

1908 bekam die Kirche zwei neue Glocken. „Sie fielen der Kriegsbewirtschaftung während des Ersten Weltkrieges zum Opfer“, teilte Eschwey in seinem Bericht zum 175-jährigen Bestehen des Gotteshauses mit.

1928 wurde die Orgelempore vergrößert. Dadurch wurden zwei Säle, ein Gemeindesaal und ein Konfirmandensaal eingebaut.

Freskogemälde an der Ostwand

„Die Ostempore wurde abgerissen, Altar und Kanzel von der Südseite an die Ostseite verlegt, die Kirchenstühle nach Osten gedreht. Die Ostwand bekam ein Freskogemälde, neue Fenster wurden eingebaut und die Kirche elektrisch beleuchtet. Das Ostportal wurde durch einen kleinen Vorbau neu gestaltet“, so Friedrich Eschwey.

Innenraum neu gestaltet

Die Erneuerung der Kirchenheizung war 1959 der Anlass für die Neugestaltung des Innenraumes. „Die Ostwand erhielt ein neues Wandbild. Es zeigt das ‚Himmlische Jerusalem‘“, so Eschwey und fügte hinzu: „Das aus der gotischen Marienkirche stammende wertvolle Kruzifix bekam seinen Platz zwischen Altar und Wandbild.“

Photovoltaikanlage auf dem Dach

2002 wurde die Kirche innen renoviert. „Kanzel und Taufbecken wurden erneuert, die Säle unter der Westempore erhielten Glaswände“, so Eschwey. 2006 wurde an der Ostwand eine bewegliche Leinwand angebracht und an der Südseite ein barrierefreier Eingang geschaffen.

2007 wurde auf das Kirchendach eine Photovoltaikanlage montiert.