Lotta Frey und Damian Carruthers beim Abschiedsgottesdienst. Foto: evangelische-methodische Kirchengemeinde

Die evangelisch-methodistische Gemeinde in Baiersbronn verabschiedete Pastor Damian Carruthers mit einem Gottesdienst. Seit Wochen war es der erste Gottesdienst der Gemeinde, der aufgrund der gesunkenen Coronazahlen wieder in Präsenz gefeiert wurde.

Baiersbronn - Doch für diesen Anlass war die Auferstehungskirche zu klein, sodass drei große Zelte auf dem Schulhof der Grundschule in Baiersbronn aufgestellt wurden. Sie und die beiden Wandelgänge boten trotz immer wieder einsetzenden Regenschauern den Gottesdienstbesuchern ausreichend Platz. Über die Verabschiedung informiert die Kirchengemeinde in einer Mitteilung.

Vor fünf Jahren war Carru­thers als Pastor auf Probe dem Bezirk Baiersbronn-Besenfeld als zusätzlicher Hauptamtlicher zugewiesen worden. Immer wieder überraschte er mit neuen Ideen. Er habe es verstanden, Jung und Alt anzusprechen, weit über die Gemeindegrenzen hinaus.

"Beat"-Konzept für Kinder und Jugendliche erarbeitet

So entstanden unter seiner Leitung "18.30iger-Gottesdienste" im Sportheim, die "Eigelbzeit" für Menschen, die sich fragen, was die Bibel heute noch zu sagen hat, "Good-Time"-Gottesdienste samstagabends, Container-Gottesdienste unter freiem Himmel und in Zusammenarbeit mit seinen Pfarrkollegen aus der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen das Diskussionsforum "Kaltes Bier und heißes Eisen".

Carruthers blieb auch nach seiner Ordination im Jahr 2019 noch im Murgtal und erarbeitete mit einem motivierten Team das "Beat"-Konzept für Kinder und Jugendliche, das die Vernetzung und Verzahnung der einzelnen Bereiche der Teenie- und Jugendarbeit sowie Arbeit mit jungen Erwachsenen zum Ziel hat.

Viel Energie und Herzblut steckte er in das "Fresh-X"-Projekt im ehemaligen Schützenhaus in Klosterreichenbach, um einen Treffpunkt für junge Leute zu schaffen, wo sie willkommen sind, Wertschätzung erfahren und Freizeit miteinander gestalten können. Dabei geht es auch um den Glauben.

Das letzte von der Pandemie geprägte Jahr brachte massive Einschränkungen von Präsenzveranstaltungen mit sich und forderte neue Wege. Live-Stream-Gottesdienste, Video-Konferenzen, Telefonbesuche, virtuelle Kontakte in den sozialen Medien, eben das Gemeindeleben auf Distanz, kosteten viel Kraft, so die Kirchengemeinde. Deshalb beschloss die Kirchenleitung der evangelisch-methodistischen Kirche, Carruthers Antrag nachzukommen und ihn von seinem Dienstauftrag für ein Jahr zu beurlauben.

Abschiedsgottesdienst geprägt von Dankbarkeit

Der Abschiedsgottesdienst war geprägt von Dankbarkeit, für die vergangenen fünf Jahre, Trauer über das überraschende Ende der Zusammenarbeit und von der Bitte um Vergebung, wo man aneinander schuldig geworden war, heißt es in der Mitteilung weiter.

Damian Carruthers zitierte zu Beginn seiner Predigt Gesundheitsminister Jens Spahn, der vor einem Jahr sagte, dass die Menschen sich viel zu verzeihen haben werden in dieser herausfordernden Zeit. Vergebung sei die Kernerfahrung christlicher Gemeinschaft, die es nun auch bei seinem Weggang zu leben gelte, so Carruthers.

Die Gemeindevertreter Hans-Peter Grün, Brunhilde Rothfuß und Ursula Müller dankten mit einem schwäbischen und einem englisch-sprachigen Geschenk – einem Apfelschälapparat und einer Comic-Bibel – sowie einem wegweisenden Segenswort. Mit gebührendem Abstand im Freien konnten sich Gemeindeglieder und Freunde anschließend bei Pastor Carruthers persönlich verabschieden.

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