Wild Voices treten zum Chorduell an / Probenbesuch im Schulhaus

Von Lena Müssigmann

Eutingen-Weitingen. Die Wild Voices aus Weitingen, ein junger Männerchor, sind in der Region für ihre Auftritte voller Witz und musikalischer Abwechslung bekannt. Mit diesem Konzept wollen sie beim Chorduell in Albstadt punkten.

Grundschule Weitingen: Die ersten Sänger trudeln zur Probe ein. Zwei von ihnen bringen einen Kasten Bier mit. Knackend öffnen die Männer ihre Flaschen und warten auf den Beginn der Probe. "N’Obed", brummt jeder, der den Raum betritt. Unaufgeregt und ein bisschen kauzig.

Der eine von ihnen trägt Hemd, der andere Jogginghose, ein andere Schreiner-Arbeitsklamotten. Alle zwölf Sänger kennen sich schon lange, haben in der Weitinger Grundschule einst das ABC gelernt, heute sind sie zwischen 33 und 42 Jahre alt. Ein eingespieltes Team.

Der Chor ist die Fortschreibung einer Fasnetsidee in den 90er-Jahren. Als junge Mitglieder des Liederkranzes haben sie unter dem Namen "Die jungen Wilden" auf einem Weitinger Sängerball gesungen, das Publikum begeistert und deshalb weitergemacht. Aus den "jungen Wilden" wurden irgendwann die "wilden Stimmen", die Wild Voices.

Im Proberaum sitzen jetzt zehn Männer im Stuhl-Halbkreis ums Klavier, genügend Stimmen, befindet der Sänger und Chorleiter Tobias Schweizer, es geht los. "Mambo" von Herbert Grönemeyer ist aufgeschlagen. Schweizer gibt am Klavier die Anfangstöne aller fünf Stimmen vor und zählt ein. Im Nu verwandelt sich die etwas träge wirkende Runde – immerhin steckt allen ein Arbeitstag in den Knochen – in einen Chor aus energiegeladenen Sängern. Die meisten wippen mit den Füßen im Takt, klopfen den Rhythmus auf dem Oberschenkel mit. Das steckt an. "Ich dreh jetzt schon seit Stunden, hier so meine Runden", singen sie. Mit dem Mambo breitet sich Sonnenschein aus.

Sie sind selbstironisch, spielen mit dem Bild des Mannes, der wahlweise seiner Frau oder seinem Auto ein Liebeslied singt und sich samstags am liebsten "em Baumarkt" mit "Dichdongsreng" beschäftigt. Gesang mit einer Prise Witz kommt an.

Die Wild Voices decken eine überraschend große musikalische Bandbreite ab. 90 bis 100 Stücke haben sie im Repertoire: "Wir schließen prinzipiell nichts aus", sagt Schweizer.

Für das Chorduell haben sie bereits einen Bus gechartert, um all ihre Fans mitnehmen zu können.

Als Pflichtstück werden sie den Udo-Jürgens-Hit "Aber bitte mit Sahne" singen, ihr Wahlstück heißt "I schwätz Schwäbisch".