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Eutingen "Von staatlicher Seite kommt wenig"

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Leere im Besucherbereich im Pflegeheim "Haus am Talbach" in Eutingen. Fotos: Feinler Foto: Schwarzwälder Bote

Über die Online-Kommunikation nimmt das Pflegepersonal aktuell Kontakt zu den Angehörigen der Bewohner auf und hilft so mit Video-Telefonaten während einer schweren Zeit. Denn seit dem staatlich verfügten Besuchsverbot aufgrund der weltweiten Corona-Ausbreitung hat sich einiges verändert.

Eutin gen . Bereits zuvor wurden Besucher auf Vorsichtsmaßnahmen hingewiesen. Rote Plakate am Eingangsbereich wiesen auf Telefonnummern der Heimleitung hin, dann folgte das Besuchsverbot – außer bei Ausnahmefällen wie Sterbebegleitung.

Für die älteren Bewohner und auch die Pflegekräfte ist diese Zeit nicht nur eine nie dagewesene, sondern auch eine belastende. "Das sich die Stimmung aufgrund des staatlich verfügten Besuchsverbots und den damit einhergehenden fehlenden Sozialkontakten mit den lieben Familienangehörigen nicht positiv verändert hat, liegt auf der Hand. Allerdings setzen wir derzeit alles daran, diesen Umstand zu kompensieren", erklärt Jean-Marc Maier, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Maier mit dem Pflegeheim "Haus am Talbach".

Im September vergangenen Jahres wurde das Haus eröffnet. Einige Senioren aus der Gemeinde, aber auch aus der ganzen Region bezogen die Zimmer. So mancher starb schon, ein Wandel ist im "Haus am Talbach" immer wieder vorgekommen. Doch nun schauen die 50 Bewohner und die Pflegekräfte dem Ungewissen entgegen. "Wir befinden uns alle in einer noch nie dagewesenen Ausnahmesituation. Auch und gerade deshalb unternehmen wir derzeit alles, um die Stimmung so gut wie möglich ganz oben zu halten", erklärt Maier und fügt hinzu: "Angefangen beim Blumenschmuck, über Sektfrühstück, Kuchen backen, Einzelbetreuung und vieles mehr sorgen wir für eine gute Stimmung und für das Wohlbefinden unserer Bewohnerinnen und Bewohner. Wir befinden uns darüber hinaus in einer Zeit der Pflicht, nicht der Kür." Gemeint ist, dass aktuell von allen das Maximum gefordert sei.

Persönliche Kontakte seien nicht möglich, wenn es auch so manchem schwer falle und er den direkten Weg suche. So habe der Geschäftsführer auch schon Angehörige erlebt, die vor den Fenstern im Erdgeschoss standen und mit ihren Angehörigen über das Fenster direkt kommuniziert haben. "Diese Kontakte sind deutlich kontraproduktiv", erklärt er. Die Senioren hätten die Möglichkeit, im Innenhof die frische Luft zu genießen. Zudem würden Betreuungskräfte regelmäßig mit Bewohnern spazieren gehen.

Telefonate und Video-Telefonate seien aktuell wichtiger, denn je. Doch die Vorschriften seien dringend einzuhalten. Daher habe das Team auch einen eigenen Pandemie-Plan entwickelt. "Von staatlicher Seite kommt hier erschreckend wenig. Man hat die Verantwortung hier mehr oder weniger an die Einrichtungen, wie uns weitergegeben", erklärt der Geschäftsführer. Rechtzeitig habe man sich auf die vorherrschende Situation vorbereitet, fügt er hinzu: "Wir verfügen über ausreichend Desinfektionsmittel, Schutzmasken und sonstigem Material, das unsere Bewohnerinnen und Bewohner, aber insbesondere auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Covid-19 optimal schützt." Das Material von Lieferanten in Baden-Württemberg würde nach aktuellem Stand für die nächsten drei Monate ausreichen. Vorsorge sei wichtig, denn in anderen Pflegeheimen in der Region und darüber hinaus wurden bereits Corona-Fälle gemeldet.

Noch am Mittwoch betonte Maier: "Derzeit ist aus der Mitarbeiterschaft nicht eine einzige Person positiv auf das Covid-19-Virus getestet worden. Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter nur leichte Anzeichen einer Erkältung zeigt, wird eine Regeneration im häuslichen Umfeld sofort unter Bezugnahme auf unseren internen Pandemieplan angezeigt. Mehr Prävention ist derzeit nicht möglich." Sollte dennoch ein Corona-Fall bekannt werden, würde der betroffene Bewohner, nach Rücksprache mit dem zuständigen Arzt sofort isoliert werden. "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen nur in Schutzkleidung in das betroffene Zimmer, der Gesundheitszustand wird ständig überwacht. Sollte sich der Gesundheitszustand verschlechtern, werden wir unverzüglich in das nächstgelegene Krankenhaus verlegen. Allerdings haben wir auch Sauerstoff zur Verfügung – Stichwort Pandemieplan – so dass wir im Extremfall unseren Bewohnerinnen und Bewohnern auch helfen könnten, wenn beispielsweise Krankenhausbetten überlastet sein sollten", hofft Maier jedoch, dass dieser Ernstfall nie eintreffen wird.

Eine aktuell ungewisse Zeit, die vor allem ältere Menschen treffe, die mit dem schnellen Wandel meist nicht so gut zurecht kommen.

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