Aktuell ist am Standort des neuen Edeka in Eutingen noch Großbaustelle. Doch in weniger als vier Wochen soll man dort einkaufen können. Fotos: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

Einkaufen: Am 3. Dezember schließt Edeka in Eutingen eine Versorgungslücke

Am 3. Dezember bekommen die Eutinger ihr vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. An diesem Tag eröffnet der Edeka-Markt vor den Toren des Ortes.

Eutingen. Lange mussten die Bürger auf einen Vollsortimenter warten, bei dem sie sich, ohne lange Wege auf sich zu nehmen, mit dem kompletten Bedarf des täglichen Lebens eindecken können. Der letzte Dorfladen, der "Landmarkt Schmollinger", schloss zum Jahresende 2013 seine Pforten und die Eutinger Landbevölkerung war fortan auf Fahren in die nähere Umgebung angewiesen. Zwar gab es weiterhin in zwei Ortsteilen einen Bäcker, in Eutingen selbst sogar einen Metzger, und mit mehr oder weniger gut sortierten Wochenmärkten versuchten die Ortsteile, ihre Nahversorgung wenigstens tageweise aufrecht zu erhalten. Doch ohne Auto war der Eutinger an sich aufgeschmissen.

Nun soll diese Misere mit dem neuen Edeka-Markt der Kaufmannsfamilie Rentschler, die bereits zehn weitere Märkte in der Region (Alpirsbach, Altensteig, Baiersbronn, Bondorf, Dornhan, Dornstetten, Freudenstadt, Nagold, Nebringen, Waldachtal) betreibt, nach vielen Jahren der Planung und des Wartens ein Ende haben.

Angefangen hat alles im Jahr 2011. Im Auftrag der Ortsverwaltung suchten Herren in Maßanzügen für hohes Beraterhonorar nach dem Wir-Gefühl, das alle vier Ortsteile verbinden sollte. Da man etwas, was es nicht gibt, nicht finden kann, konzentrierte man sich dann ab 2012 darauf, ein gemeinsames Nahversorgungskonzept zu entwickeln.

Verträgt der örtliche Einzelhandel von Eutingen einen zentrumsnahen Discounter? Wie sieht die Zukunft des Handels in fünf oder in zehn Jahren aus? Sind alle Einzelhändler und kundenfrequentierte Anbieter wie Friseur, Massagepraxis oder Apotheke bereit, an einem Strang zu ziehen? Ist die "Eutingen-Card" ein attraktives Mittel hierfür oder sollten andere Bonussysteme die Kunden locken? Was kann man tun, um die Kaufkraft in der Gemeinde zu halten?

Fragen über Fragen, die im Arbeitskreis "Einzelhandel" intensiv, jedoch ohne greifbare Ergebnisse, diskutiert wurden. Gerade der Vorschlag, man solle einen Discounter in Zentrumsnähe ansiedeln, ließ die Emotionen hochkochen. Das Argumente, dass ein Discounter Kaufkraft durch hohe Kundenfrequenz im Ort hält, leuchtete auf der einen Seite ein, jedoch ein optimales Miteinander schien schon damals aus Sicht der Händler ausgeschlossen.

Matthias Digeser brachte es bei einem Workshop im Februar 2012 auf den Punkt, indem er feststellte: "Wenn ein Discounter kommt, dann kann der Landmarkt Schmollinger zumachen." Und so kam es dann auch. Wolfgang Schmollinger schloss seinen Laden, noch bevor die wenigen großen Discounter abwinkten und mitteilten, dass sie kein Interesse am Standort Eutingen hätten. Die Nahversorgung war ab diesem Zeitpunkt weggebrochen.

Nun, fast fünf Jahre später, nach langer Suche nach einem Investor, großen Problemen bei der Bebauungsplanänderung sowie weiteren Einwänden, auch aus Horb, die man der Ortsverwaltung bei dieser Planung entgegen brachte, ist es nun bald soweit.

Was dürfen die Kunden erwarten? Der neue Vollsortimenter mit Bedientheken für Fleisch- und Wurstwaren, Käse sowie Fisch bietet eine Auswahl von rund 14000 Artikeln auf mehr als 1300 Quadratmetern. Das Sortiment umfasst Markenartikel sowie Edeka-Eigenmarken- und Discountartikel. Bio-Produkte sowie Erzeugnisse aus der Region bilden zwei der Schwerpunkte der Warenauswahl. Zum neuen Lebensmittelmarkt gehört auch eine selbst betriebene Bäckerei mit Café.