Mit Hilfe des Abraums von Stuttgart 21 wird im Gewerbegebiet Neuer Bahnhof Ost der Höhenunterschied ausgeglichen. Foto: Lück Foto: Schwarzwälder Bote

Bauarbeiten: Aus Abraum wird neues Plateau im Gewerbegebiet / Kommune rechnet mit 500 000 Euro

Baggerballett im Gewerbegebiet am Neuen Bahnhof: Hier wird Abraum aus Stuttgart 21 verbuddelt!

Eutingen. Gemeinderat Sebastian Lazar (Freie Wähler): "Das ist ein tolles Projekt! Stuttgart 21 hat seine liebe Not, den Abraum sinnvoll zu verwenden und loszuwerden. Und wir in Eutingen hatten das Problem, dass das Gewerbegebiet zum Bahngleis hin abgefallen ist. Also haben wir beide Sachen verknüpft –­ und jetzt hilft das Allen!"

Denn: Der Gemeinderat hatte im Juni 2017 den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Neuer Bahnhof Ost geändert. Lazar: "Die Idee war, den Höhenausgleich zu schaffen. Das nützt uns als Gemeinde, weil wir unser Gewerbegebiet besser vermarkten können. Weil sich Firmen, die hier neu ansiedeln wollen, jetzt eine gerade Fläche neben Reflectra bekommen können. Das Gelände müssen die schon nicht mehr herrichten. Und weil die Kommune wusste, dass es enorme Probleme für die Baufirmen gibt, ihren Abraum loszuwerden, haben wir dann im Herbst die Verfüllung ausgeschrieben." Den Zuschlag bekam die Firma Bantle. Und die ist jetzt dabei, ein neues Plateau neben den Bahngleisen aufzubauen.

Bis zu zwölf Meter Höhenunterschied werden durch den Abraum aus Stuttgart 21 ausgeglichen. Dazu wird noch eine neue Wasser- und Abwasserleitung gelegt – ­höher natürlich. Lazar: "Und weil wir gleichzeitig Abraumfläche bieten, verdient die Gemeinde Eutingen daran auch noch Geld. Unter dem Strich dürften zwischen 500 000 und 700 000 Euro übrig bleiben!"

Ein offenbar sinnvolles Projekt. Ganz anders als im wenige Kilometer entfernten Horb-Talheim. Hier wollte Steinbruch-Unternehmer Armin Kaltenbach den stillgelegten Steinbruch mit Abraum aus Stuttgart 21 verfüllen. Die Anwohner liefen gegen das Projekt Sturm, wehrten sich mit der Bürgerinitiative "Kein Talheim 21" dagegen.

Schließlich ließ Kaltenbach die Pläne fallen, weil die Naturschutzbedenken des Nabu zu stark waren (wir berichteten). Lazar: "Eutingen hat einen Weg gefunden, der allen nützt!"

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