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Eutingen Schelladralle: Goßer Zunftball zum Jubiläum

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Obwohl die Weitinger Narrenfreunde zu Gast sind, teilen die Eutinger Schelladralle ordentlich bei ihrem Geburtstagsfest aus – und wecken die Bettschoner auf. Foto: Feinler

Eutingen - Ordentlich ins Zeug hatten sich die Eutinger Schelladralle beim Jubiläumsball am Samstag gelegt, denn bereits beim Zunftmeisterempfang erhielt jeder Gast einen selbst gebastelten Schelladralle-Wimpel. Auch die ehemaligen Schelladralle und Ehrengäste wurden beschenkt. Das größte Geschenk aber machten sich die mehr als 70 Aktiven gegen Mitternacht selbst.

Rudi Wiest von den "Morenas" lud zum Mitmachen ein, wobei er schon bald von der Lumpenkapelle aus Hirschau abgelöst wurde. Nach dem Einmarsch der Narrenzunft Eutingen führten die Schelladralle-Gatten Raimund "Saimen" Sattler und Tobias "Tobse Beck" Plaz in den passenden rot-grün-gelben Socken durchs Programm. "Wir haben uns heute rausgeputzt", erklärte Eutingens Beck, warum er einen Mantel und eine passende Schelladralle-Fliege trage.

Wie die Hauptfigur des Abends aussieht, zeigten die Schelladralle-Leiterinnen Miriam Müller und Nicole Krespach. Sie begrüßten die Gäste aus Vollmaringen, Bühl, Hirschau, Weitingen, Bildechingen und weitere in der gut gefüllten Halle. Vom Närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu gratulierten Andreas Hesse und Jakob Holocher den Eutingern.

Brauchtumsmeister Holocher hatte einige Reime zusammengeschrieben: "Wir Eutinger, des woiß jeder, waren vom Ring Gründungsväter." Der Schelladralle sei so alt wie der Ring und habe 50 Jahre lang nun schon die Leute erfreut. Prinzessin Alissa "vom Gas" wusste als aktives Schelladralle-Mitglied: "Mir sind die Traditionsfiguren von der NZE, und sind mit und ohne Maske b’sonders schee." Ihr Prinz Jascha von Hohenmötzingen fügte hinzu: "N‘ Eidenger Narr muass scho als ganz klei, oifach in so a Schelladralle-Häsle nei."

Tücken des Häs

Wie so ein Schelladralle dann ausgewachsen aussieht, zeigte Zunftmeister Thorsten Weiß im Häs. Er blickte nicht nur auf die vergangenen 50 Jahre und hob 30 Jahre Narrenbrunnen hervor, sondern auch die Tücken des Häs: "Bloß eins ging an mir nicht ganz vorüber, bücke ich mich nach vorne über. Es macht ratsch, es macht peng, war die Hose wohl zu wenig." Seine Verse endeten mit einem Reim, den jeder mitsprechen konnte: "Ich kenn mich aus mit Narretei, bin schließlich Mitglied im Verei’."

Und wie aktiv dieser Verein, die NZ Eutingen ist, zeigten zahlreiche Tänzer. Unter der Leitung von Rebecca Graf und Cousinchen Deviana Brobeil hatte die Prinzengarde Eutingen ihren Marschtanz präsentiert. Mit ihrem Showtanz "Space Girls", den Schelladralle-Chefin Nicole Krespach und Melanie Krespach einstudiert hatten, entführten sie in Galaxien. Die zweitjüngste Eutinger Tanzgarde, die Sweetys unter der Leitung von Alina Stark und Isabell Krauß hatten das "High School Musical" mit einer Aftershow-Party thematisiert. Damit die weiblichen Zuschauer auch etwas fürs Auge erhielten, tauchten die Stolperschwänzle als Rettungsschwimmer "vom Gäu" auf der Bühne auf.

Doch auch das Brauchtumsherz schlug höher, hatten die Vollmaringer ihren Fruchtmaale-Tanz dabei. Pyramiden bauten die Vollmaringer Show-Tänzerinnen zum Motto "Rock Of Love" und dankten der Eutingerin Marga Sökler fürs Nähen einiger Kostüme. Dass Brauchtum während der Fasnet gelebt wird, zeigte die NZ Hirschau mit ihrem Rotmäntele-Tanz. Im Nu füllten die Narren mit der Lumpenkapelle die Bühne, während die Feurigen Hunde und die Hirschauer Hexen im Publikum für Ruhe sorgten. Zunftmeister Wolfgang Rieker freute sich besonders über den Brauchtumstanz: "Es muss auch Leute geben, die die alten Tänze pflegen, nicht nur Showtänze zeigen." Dafür erhielten er und alle Interpreten starken Applaus. Nur vom Zusehen kamen die Gäste schon beim Trommelspiel der NZ Bühl ins Schwitzen.

Zunge entknotet

Tobias Plaz hatte seine Zunge entknotet und die "Original-Bühlemer-Drotzer-Glogga-Hopser" mit ihrem Brauchtumstanz angekündigt. Als große Überraschung schlossen die Schelladralle mit "Here We Go Again – no ganget mir halt wieder" den Abend ab. Die beiden Schelladralle Iris Klinkmüller mit Täfele und Birgit Müller mit Schelladralle-Boam wollten eigentlich auf den Umzug, kamen aber plötzlich bei den Clowns in Göttelfingen an. Der Weg führte sie zu den Weitinger Bettschonern, wo sie von den Jaunern weggeschickt wurden und sangen "I kenn dia, kennsch du mi". Die anwesenden Weitinger nahmen es mit Humor.

Weiter ging es zu den Rohrdorfer Bibbele, wo die Zuschauer erfuhren, dass der Schelladralle früher noch eine Saubloder mit sich geführt hatte. "Igitt, muss mr die auswäsche", wollte eine der beiden Dralle wissen und war froh, dass es diese nicht mehr gebe. Beide waren erschöpft von den vielen Umwegen und wollten nur noch heim. "Vor zehn Johr han I des au no besser vertragen", wusste Birgit Müller, die zusammen mit Alexandra Plaz die Abba-Lieder umgedichtet hatte. Der Weg war so beschwerlich, dass die beiden Schelladralle überlegten, Alterszeit zu beantragen. Doch die Zunfträte genehmigten das Vorhaben nicht, immerhin gehöre der Schelladralle zum Eutinger Umzug. Daher ließen sie sich mit "Super Truper Fasnet – feiern 50 Jahr in der unteren Bar" umstimmen.

Zugabe-Rufe hörten die Schelladralle, die sich in ihr Abba-Outfit geworfen und zu den Liedern getanzt hatten – und so wurde noch lange in der Oberen und Unteren Bar das Festle begangen.

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