Schelladralle soweit das Auge reicht: Beim großen Umzug gingen die Gastgeber vorne weg. Foto: Hopp

Insgesamt 7000 Hästräger bereichern die drei Umzüge. 36 Grad wärmer als beim letzten Ringtreffen.

Eutingen - "So einen schönen Brauchtumsabend habe ich selten gesehen", resümierte Karl-Heinz Schach, der Vorstand des Närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu beim Zunftmeisterempfang des Ringtreffens. Zwei Jahre Vorbereitungszeit habe dieses Mammutprojekt gebraucht, erklärte Zunftmeister Steffen Platz. Er begrüßte am Sonntagmorgen die Zunftmeister der 26 Narrenzünfte, den Vorstand und die Freunde des Rings im Kleintierzüchterheim. Schach hieß auch Bürgermeister Armin Jöchle und alle Ehrengäste willkommen und hob das Brauchtum der Fasnet hervor: "Eure Anwesenheit bestärkt uns darin, dieses schwäbisch-alemannische Brauchtum weiter zu pflegen und an die Jugend weiterzugeben."

Zudem gratulierte Schach zum erfolgreichen Ringtreffen, aber auch zum 50-jährigen Bestehen der Zunft. "Ihr könnt zurecht stolz auf euch sein", meinte das Oberhaupt des Närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu und tauchte in die Geschichte der Narrenzunft Eutingen (NZE) ein.

Armin Jöchle, Bürgermeister und Schirmherr des Ringtreffens, ging auf die Leistung der NZE ein, die im 2220-Einwohner-Ort zu den größten Vereinen zählt: "Die Fasnet in Eutingen hat eine lange Tradition und nimmt einen großen Stellenwert in der Gemeinde ein." Diesen Dank richtete er an alle NZE-Mitglieder, an die vielen Helfer des Ringtreffens, aber auch an die ehemaligen Mitglieder wie Ehren-Zunftmeister Hans Teufel, in dessen Ära das heutige Narrenzunft-Gelände erworben wurde und der Beziehungen über den Ring hinaus geknüpft habe.

Ein verdientes Mitglied, das sich seit 25 Jahren stark einbringe, ehrte Zunftmeister Steffen Platz. Ursula "Ulla" Sökler zeigte sich stolz darüber und gab den Dank an alle Mitwirkenden des Ringtreffens weiter. Und diesen hatten sich die Helfer redlich verdient, waren über das Wochenende hinweg doch neben den NZE-Mitgliedern viele Bürger aus Eutingen sowie Mitglieder des Rings sowie der Narrenzünfte Vollmaringen und Rohrdorf im Einsatz.

Auch die Feuerwehr und der DRK-Ortsverein Eutingen hatten vor allem am Freitag alle Hände voll zu tun. Einige minderjährige Besucher, die am Freitagabend nicht ins Festzelt oder Sportheim Einlass erhielten, landeten wegen Alkoholmissbrauchs im DRK-Einsatzzentrum. Damit war der Freitag-, gefolgt vom Samstagabend, der stärkste Einsatztag für die Helfer. Notärzte und Rettungswagen aus dem Kreis und den umliegenden Kreisen wurden vor allem freitags des Öfteren angefordert. Bei den sonstigen Umzügen und Veranstaltungen zählten die Helfer eine durchschnittliche Anzahl an Verletzungen.

Festzelt an beiden Abenden wegen Überfüllung geschlossen

Das Zelt wurde am Freitag bereits um 21 Uhr und am Samstagabend wegen Überfüllung geschlossen. Auch die Polizei, die vermehrt am Freitagabend im Einsatz war, besuchte das Ringtreffen. Trotz allem zeigten sich die Verantwortlichen, die am Wochenende rund 15 000 Besucher willkommen hießen, recht zufrieden.

7000 Hästräger hatten sich zu den drei Umzügen angemeldet. Vor allem die hohe Zahl der Mitwirkenden beim Kinderumzug freute die NZE. Damit werde deutlich, dass das Brauchtum auch vom Nachwuchs gepflegt werde, hob Schach hervor. Er freute sich vor allem über den gelungenen Brauchtumsabend, die gute Organisation und den positiven Verlauf. "Immerhin ist das Ringtreffen eine finanzielle Vorbelastung und damit ein Risiko für die Narrenzunft. Doch die Eutinger haben gezeigt, dass sie eine fest erprobte Zunft haben."

Steffen Platz fehlten am Sonntagmorgen die Worte aufgrund des guten Verlaufs. Die vorherigen Ringtreffen-Ausrichter, die Narrenzunft Untertalheim, sprach von 36 Grad Temperaturunterschied zu deren Ringtreffen. Denn beim Ringtreffen vor zwei Jahren in Talheim hatte es am kältesten Tag minus 26 Grad. Bei milden Temperaturen um die 10 Grad feierte man nun in Eutingen.

Der Tradition der letzten beiden Ringtreffen in Eutingen, bei denen die NZE laut Karl-Heinz Schach "ziemlich Pech gehabt" habe, entging sie dieses Mal. 1974 habe die Ölkrise das Ringtreffen in Eutingen auf die Kippe gestellt und 1984 sei ein Orkan über Eutingen hinweggefegt, der "Zeltplanen wegriss und vieles zerstörte". "Trotzdem war die Zunft bereit, jetzt an ihrem 50-jährigen Bestehen das 26. Ringtreffen auszurichten", hob er hervor. Ihren Dank hoben auch die Gratulanten der Ringzünfte und Freundschaftsringe hervor. Die Krattamacher aus Mühringen hatten einen treffenden Reim: "Ringelschwanzhaus zom verrecka, isch halt a Fasnetsflecka."

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