Ortschaftsrätin mit Vertagung zum Thema Bioenergie gescheitert / Hans-Peter Baur aus Gesellschaft ausgeschieden
Von Karl Stauß Eutingen-Rohrdorf. Schwerst- und Überzeugungsarbeit hatte Bürgermeister Armin Jöchle bei der Zustimmung zu einem Gestattungsvertrag über die Nutzung der öffentlichen Verkehrswege gegenüber Vera Naumann im Ortschaftsrat zu leisten.Bei dem brisanten Tagesordnungspunkt ging es um die Verlegung von Leitungen eines Wärmeversorgungsnetzes der Bioenergie Rohrdorf GmbH. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen Wegenutzungsvertrag auszuarbeiten und den Räten zur Beschlussfassung vorzulegen Ortsvorsteher Rolf Walddörfer gab bekannt, dass die GmbH eine Änderung der Gesellschaft vorgenommen habe. Hans-Peter Baur ist aus der Gesellschaft ausgeschieden und nur noch als Berater tätig, Gesellschafter sind Werner Singer und Johannes Schweizer.
Die Bioenergie plant den Bau eines Nahwärmenetzes für Rohrdorf. Als Wärmequellen sollen die Abwärme aus dem Betrieb der Biogasanlage auf dem Hof Eichenrain 1 und einem noch zu bauenden Biomasseheizkraftwerk auf dem Hof von Werner Singer in der Eichenbergstraße dienen.
Für die Verteilung der Wärme zu den Wohngebieten ist ein Leitungsnetz mit einer Länge von vier Kilometern erforderlich. Die Leitungen werden größtenteils in öffentliche Wege, Straßen und Grundstücke gelegt.
Vera Naumann forderte zu Beginn, dass Hans-Peter Baur wegen Befangenheit vom Tagesordnungspunkt auszuschließen sei. Alle Ortschaftsräte erhielten einen schriftlichen Antrag von Vera Naumann auf Vertagung dieses Tagesordnungspunktes und dass kein Beschluss zu fassen sei und dieser Punkt auch nicht bei der Gemeinderatssitzung auf der Tagesordnung stehen solle. Jöchle betonte in der anderthalbstündigen Diskussion, dass Geschäftsführer Hans Peter Baur, nachdem er aus der Gesellschaft ausgeschieden sei, nicht mehr befangen sei. Baur teilte mit, dass bis zu 35 Interessenten einen Vorvertrag unterzeichnet hätten. Dies sei für die Gemeinde eine hervorragende Chance, an Fördergelder zu kommen.
Man dürfe wegen der zeitlichen Probleme diesen Tagesordnungspunkt nicht verschieben. Eine Vertagung lehnte auch Jöchle strikt ab. Jeder Ortschaftsrat könne Bedenken gegen ein Projekt äußern, betonte er, und Risiken gäbe es bei fast jeder größeren Baustelle, die dann aber zu überwinden seien.
Es gebe kompetente Firmen, die solche Baustellen gut bewältigen könnten, erklärte Jöchle zur Sorge von Vera Naumann wegen dem Verlegen der Leitungen in Straßen und Wegen.
Herbert Herzog betonte, er sehe keinen Anlass, etwas zu vertagen und man sollte den Maßnahmen zu diesem Gestattungsvertrag zustimmen. Der Antrag auf Vertagung wurde abgelehnt, lediglich Naumann sprach sich dafür aus.