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Eutingen/Nagold Endloses Baustellen-Wirrwarr nervt Anwohner

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Mitten in der Straße oder noch mal kurz über eine rote Ampel, das sind keine seltenen Bilder in der Göttelfinger und Hochdorfer Straße in Vollmaringen. Foto: Feinler

Eutingen/Nagold - Wer aus Richtung Göttelfingen in die Göttelfinger Straße nach Vollmaringen fuhr, erlebte in den vergangenen Monaten immer wieder Überraschungen. Die Baustelle im Bereich Hochdorfer und Göttelfinger Straße führte in anderen Ortsteilen wie Göttelfingen, Baisingen oder Hochdorf zu mehr Verkehr, ist sich so mancher Anwohner sicher.

Nun soll es in Vollmaringen ruhiger werden. Das Gäu atmet auf, doch nicht mehr lange, denn die Hochbrücken-Baustelle soll wieder mehr Verkehr auf die Eutinger B28, ehemals B14, bringen. Ab 24. August plant die Netze BW Baumaßnahmen wegen der Erdgasversorgung in der Rosen-, Römer-, Hausäcker- und Kaiserstraße in Göttelfingen. Die Bürger hoffen jetzt schon, dass die Maßnahmen unkomplizierter umgesetzt werden, als im Nachbarort Vollmaringen. Dort hatte die Netze BW immer wieder die Hochdorfer Straße aufgerissen, die Steine aus dem Gehweg herausgenommen, wieder eingesetzt, um sie dann danach wieder herauszunehmen.

Neben Erdgasrohren und Leerrohren für Glasfaserkabel wurden auch Vorbereitungen für die Stromleitungen vorgenommen. Betroffen waren die Hochdorfer Straße und Göttelfinger Straße sowie nun der Breiteweg und die Schwarzwaldstraße.

Im Breiteweg werden dann zudem noch die Straßenbeleuchtungskabel neu verlegt und Wasserleitungen ausgetauscht. Warum die Hochdorfer Straße für diese Maßnahme mehrfach aufgerissen wurde, bleibt für die Anwohner weiterhin fraglich.

"Während der Verlegearbeiten gab es eine zweiwöchige Baupause. In dieser Zeit wurden die Baugruben vorrübergehend geschlossen. Das sind notwendige Sicherheitsvorkehrungen in den Phasen, in denen eine Baustelle ruht", erklärt eine Sprecherin der Netze BW.

Von einer Baupause wisse man nichts, schildert indessen eine Anwohnerin.

Im Zuge der Maßnahme seien so manche andere Baustelle noch nebenbei realisiert worden. Sie bemängelt vor allem die Verkehrsregelung, die sie zusammen mit Nachbarn mehrfach bei der Stadt Nagold bemängelt habe. "Wie kann man eine Ampel direkt vor einer Hofausfahrt platzieren?", fragt sie, nachdem sie eines Morgens festgestellt hat, dass sie nicht mehr so einfach aus dem Hof gelangt. Die Stadt Nagold habe die Baustelle vom Vollzugsdienst kontrollieren lassen. "Die Kontrolle ergab keine Auffälligkeit. Allerdings wurde der Standort der Ampelanlage optimiert", gab das Ordnungsamt der Anwohnerin die Rückmeldung. Diese kann nur den Kopf schütteln: "Heutzutage muss alles ausgeschildert werden, ansonsten klappt es nicht. Ich wäre für Tempo 30 gewesen, denn viele sind hier durch die Baustelle gerast. Gut nur, dass nichts passiert ist." Fotos können diese Behauptung belegen. Öfters einmal haben Verkehrsteilnehmer die roten Ampeln missachtet, sind Mitten in der Straße gefahren oder haben Ausfahrten zugeparkt und damit auch das örtliche Busunternehmen behindert.

Nun hat sich die Verkehrslage gebessert, denn die Ampeln sind weg. Die Schilder stehen jedoch teilweise noch immer. Daher denken die Anwohner, dass die Baustelle weiter andauert. Die Netze BW erklärt: "Wenn alles planmäßig verläuft, werden die Maßnahmen Mitte Oktober abgeschlossen sein. Für dieses Jahr sind in Vollmaringen keine weiteren Baumaßnahmen der Netze BW vorgesehen."

Doch das wollen die Anwohner nicht glauben, immerhin wurden Lehrrohre für das Glasfaser und Vorbereitungen für die Stromleitungen nur auf der einen Straßenseite gelegt. Auf Anfrage, wie die Verzweigung der anderen Straßenseite funktioniert, erhielt die Redaktion nach eineinhalb Wochen von der Netze BW teilweise eine Erklärung: "Die neu verlegten Stromkabel ersetzen die bisherigen Freileitungen. Bevor jedoch die Leiterseile und Dachständer demontiert werden können, müssen zuvor alle Hausanschlüsse auf die Versorgung über Erdkabel umgestellt werden. Die Netze BW geht davon aus, dass die Demontage Ende 2021 erfolgen kann. Für den Abbau der Dachständer muss die Straße nicht mehr aufgegraben werden." Die Bürger seien vor mehr als einem Jahr schriftlich über den Gasnetzausbau informiert worden, was jedoch die Anwohner der ungeraden Straßenzahlen verneinen.

Bauvorhaben seit eineinhalb Jahren Thema

Auch Ortsvorsteher Daniel Steinrode erhielt keine Anfrage für das Rathausgebäude an der Kurve Schlossstraße/Hochdorfer Straße. Seit rund eineinhalb Jahren sei das Bauvorhaben Hochdorfer Straße Thema. "Für Vollmaringen ist das eine gute Maßnahme mit Erdgas, Lehrrohren für Glasfaser und Strom. Die Dachständer für den Strom sehen nicht nur unschön aus, viele kämpfen darum, diese vom Haus herunter zu bekommen", erklärt der Ortsvorsteher.

Dem stimmen die Anwohner auch zu, fühlen sich jedoch nicht umfänglich informiert. Einer sagt: "Wenn du morgens aufstehst und die Ampel steht nicht mehr an der Stelle, wo sie gestern stand, sondern direkt vor deiner Hofeinfahrt und die Autos warten noch davor und du kommst nicht mehr raus, dann läuft etwas schief – zumal manche nicht verstehen, dass man niemals sein Auto vor eine Hofeinfahrt stellt, auch wenn sie wohl einen Führerschein besitzen." Zu all dem mussten die Anwohner auch noch Krach ertragen. "Manche können nicht lesen. Motorabstellen an der Ampel heißt nicht, dass man die Autofenster abends ab zehn Uhr aufmacht und mit der lauten Musik die Umgebung wachhält", ärgert sich ein Anwohner. Schade findet er, dass die Anwohner nicht umfangreich informiert worden seien. "Dann wäre ich weggefahren", betont er und hofft nun, dass die kommenden Maßnahmen besser kommuniziert werden.

Die Netze BW erklärt, dass für Fragen rund um die Erdgasversorgung die Mitarbeiter der Netze BW im Kompetenzzentrum Herrenberg zur Verfügung stehen würden. Zum Thema Glasfaser hält sie sich zurück: "Die Netze BW GmbH verlegt für den Breitbandausbau nur die Leerrohre. Die Entscheidung zum Glasfaserausbau trifft die Kommune."

Somit wissen auch die Göttelfinger, an wen sie sich in welchen Fragen wenden können und wünschen sich für ihre Maßnahme einen reibungslosen Ablauf.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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