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Eutingen Nachwuchs bei tierischen Landschaftspflegern

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Der Schafnachwuchs "Bonnie" und "Clyde" fühlt sich bei der Schaf-Mama wohl.Foto: Feinler Foto: Schwarzwälder Bote

Munter stolpert der Nachwuchs bei der Schafherde der Nabu-Gruppe Eutingen über die Weide. Bereits beim vergangenen Wintercafé-Termin, Anfang März, waren die Waldschafe ein echter Hingucker – denn genau an diesem Sonntag erblickte ein Schaf das Licht der Welt. Nun sind es sieben Lämmer – und zwei Mütter warten noch auf ihren Nachwuchs.

Eutingen. Seit diesem Frühjahr haben die Ehrenamtlichen wie Matthias Kläger und Leonie Eggert viel zu tun, denn nicht immer wurde der Nachwuchs von den Müttern ausreichend versorgt. Die Ehrenamtlichen waren daher bis zu drei Mal pro Tag auf der Weide, um den kleinen die Flasche zu geben. Aktuell schauen sie zwei Mal am Tag nach den drei Böcken und vier weiblichen Schäfchen.

In Wasser wird ein Milchpulver für die Kleinen aufgelöst. Vorsichtig nähert Kläger sich der Herde, denn die Tiere sind scheu. Besucher dürften sie gerne anschauen, aber auf gar keinen Fall füttern. Diese Aufgabe würden die Ehrenamtlichen übernehmen. Doch heute haben die Kleinsten keinen Durst. "

Sonst sind 300 Milliliter kein Problem", erklärt Matthias Kläger, Sohn des Nabu-Vorsitzenden Eberhard Kläger. Ein Teil der sieben Schäfchen wird schon nicht mehr mit der Flasche aufgezogen. Doch zwei Kleine brauchen diese Einzelbetreuung aktuell noch. Manche haben einen Namen erhalten. "Eine heißt Malia, weil das ›die Ungezähmte‹ bedeutet", berichtet Leonie Eggert und fügt hinzu: "Sie kam immer angerannt, wenn ich mit der Flasche da war."

Zwei Schafe lagen sogar quer im Bauch der Mutter, mit dem Kopf auf der Seite, und mussten vom Tierarzt rausgeholt werden. "Eine Bekannte hat zu mir gesagt: Nenn sie doch ›Glück‹ und ›Frieden‹ – und seither tragen sie diese Namen", sagt der Eutinger.

Zwei weitere Lämmer sind am Samstag, 1. April zur Welt gekommen und heißen "Bonnie" und "Clyde". "Das war ein richtiges Sauwetter, aber das macht denen nichts aus", weiß Kläger. Im vergangenen Jahr hätten die Waldschafe sch on einmal bewiesen, dass sie recht robust seien. "Da hatte es heftige Unwetter. Keiner wollt raus, aber die sind nebeneinander gesessen und haben sich gewärmt", freut sich Kläger darüber, dass die Schafe das ganze Jahr über draußen sind.

Zum Schutz vor Hitze und zum Unterstellen des Futters hatten die Ehrenamtlichen eine Art Zelt aufgestellt. Beim vergangenen starken Sturm wurde es allerdings zerrissen. "Der erste Sturm hat nichts ausgemacht, doch beim zweiten Mal war das Gestänge sehr verbogen", erklärt Kläger, Seither dient ein Anhänger als Rückzugsort. Eine größere Lösung würde nun bei all dem Nachwuchs gesucht. Ein mobiler Unterstand sei für die Betreuer wichtig, denn so könnte der Zaun auf der großen Fläche des Nabu-Geländes immer wieder umgesteckt werden und der Unterstand verschoben werden. Die Schafe würden so immer wieder genügend Grünfutter finden.

Neben den Ziegen der Nabu-Gruppe habe man die damals vom Aussterben bedrohte alte Süddeutsche-Rasse angeschafft, weil die Schafe Bäume nicht anfressen würden. Dagegen würden diese den Ziegen sehr gut schmecken. Auch das Obst sei vor den Ziegen nicht sicher.

Die Waldschafe dienen der Landschaftspflege und machen ihren Job seit fast zwei Jahren auf den Nabu-Flächen. Ein Züchter aus dem Neckartal bei Sulz hatte die Tiere vermittelt. Von ihm kommt auch der Bock, der mit für den Nachwuchs gesorgt habe. Wenn die Landschaftspfleger beim Wachhäusle alles abgegrast haben, sollen sie in Richtung Biotop verlegt werden.

Ende April werden die "Großen" dann geschoren, doch aktuell bräuchten sie in manch lauer Nacht noch das Winterfell. Ansonsten seien die Waldschafe pflegeleicht. "Im Winter hatten sie mal Milben. Da war der Tierarzt da", wundert sich Matthias Kläger, wie die Schafe im Freien und bei wechselndem Ort Milben bekommen konnten. Doch das Fell sei größtenteils schon wieder nachgewachsen.

Gespannt sind die Helfer, was sie in nächster Zeit erwartet. Zwei Schafe seien noch trächtig und bald ist Ostern. Und wer weiß, vielleicht erblickt bei diesem herrlichen Wetter bald erneut ein Lamm das Licht der Welt – vielleicht ein Osterlamm.

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