Die NABU-Mitglieder wehren sich gegen die Ansiedlung eines Großgefängnisses. Foto: Feinler Foto: Schwarzwälder-Bote

Bezirksverbands-Vorsitzender Edgar Badey: "Zu wenig Platz für Vögel" / Schäden für die Flora und Fauna befürchtet

Von Alexandra Feinler

Eutingen-Göttelfingen. Das Großgefängnis zwischen Göttelfingen und Baisingen schränkt nicht nur Vögel ein, auch die Flora und Fauna wird darunter leiden. Da ist sich Egbert Badey vom NABU sicher.

"Wir lehnen das Projekt ab, da in diesem Bereich ein weit bekanntes Vogelrastgebiets liegt", betont der Vorsitzende des Bezirksverbandes Gäu- Nordschwarzwald und stellvertretender Vorsitzender bei der NABU-Gruppe Eutingen. Im August 2010 sahen Segelflugsportler in diesem Bereich einige Störche landen. Diese trifft man vor allem im Osten von Deutschland an. Würde man das Großgefängnis bauen, stehe laut Badey zu wenig Platz für die Tiere zur Verfügung. Da viele Landwirte Monokulturen anpflanzen, sind Vögel wie die Nachtigall oder die Lerche in und um Eutingen nur selten zu sehen. Das bedauerte der NABU Vorsitzende Eberhard Kläger des öfteren.

Mit der Arbeit des Vereins, dem Anpflanzen von Mischblumen und verschiedenen Projekten, versuchen die Naturschützer die Probleme zu lösen. Nistkästen wurden aufgestellt und einige Erfolge bereits erzielt. Mit dem neuen Großgefängnis wäre die Arbeit jedoch umsonst gewesen, weiß Badey: "In diesem Bereich würde den Zugvögeln eine Barriere aufgebaut werden, die wir als Naturschützer nicht akzeptieren können." Aber nicht nur die Vögel würden laut dem NABU-Mitglied leiden. Wenn man das Gebiet durchsuchen würde, ist sich Badey sicher, fände man weitere Tiere, die auf der "roten Liste" stehen. Sie könnten unter den Bauarbeiten leiden.

Der stellvertretende Vorsitzende hob noch hervor, dass der Eutinger NABU seit 20 Jahren das Vogelrastgebiet betreue und die Veränderung sicher nicht so einfach hinnehme. Das ehemalige Tanklager Eutingen (heutiges NABU Gelände) wurde 1998 bei der Untersuchung der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Freudenstadt-Horb eine Artenliste der beobachteten Vögel und der verschiedensten Falter aufgestellt. Diese müssten sich eine neue Heimat suchen.

Badey, Mitglied des Gemeinderats der Gemeinde Eutingen, beklagt zudem den "Alleingang des Rottenburger OB's Nehrer". Er habe sich vorher nicht mit Eutingens Bürgermeisters Armin Jöchle besprochen. "Als betroffene Nachbarn müssen wir als Gemeinde und als NABU Eutingen gehört werden", forderte Badey. Auch ist das Gemeindemitglied der Ansicht, dass die neuen Gebäude die Schall- und Lärmverhältnisse des Postfrachtzentrums mehr nach Göttelfingen und Eutingen reflektieren. Flora und Fauna werden durch den Bau eingeschränkt.

"Den entsprechenden Ökopunkteausgleich für die veränderte Flora und Fauna, müsste die Stadt Rottenburg mit in die Finanzierung einrechnen, was die Gesamtkosten erhöhen würde", betonte Badey. Er befürchtet zudem, dass das "Schutzgebiet" des Eutinger NABU dann wertlos würde. Schritte wolle der Nabu jetzt erstmal nicht unternehmen. Die Naturschützer hoffen, dass sie mit ihren Argumenten die Stadt Rottenburg und vor allem das Land Baden-Württemberg überzeugen können.