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Eutingen Müllsünder ärgern Bürger und Verwaltung

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Zwischen Heckenschnitt und Gartenabfällen entsorgte ein Autofahrer mit Freudenstädter Kennzeichen am Eutinger Häckselplatz seinen Abriss-Müll, er wurde dabei aber gesehen.Foto: Feinler Foto: Schwarzwälder Bote

Für große Aufregung sorgt der illegal entsorgte Abriss-Müll am Eutinger Häckselplatz. Zufälligerweise hatte sich ein Beobachter das Kennzeichen des Müllsünders notiert, doch ein Einzelfall bleibt diese Tat nicht.

Eutingen. Der Ärger unter den Eutingern und auch im Rathaus ist groß. Immer wieder wird Müll illegal entsorgt, weiß auch Alexandra Kurbjun von der Gemeindeverwaltung Eutingen: "Während der Corona-Pandemie waren die Leute daheim und so wurde in der ganzen Region vermehrt Müll produziert und leider auch falsch entsorgt." Die Altpapier- und Altglascontainer seien zu Stoßzeiten, wie rund um Feiertage oder nach langen Wochenenden, auch außerhalb der Corona-Zeit, immer wieder gut gefüllt.

So mancher nahm sein Altpapier oder sein Glas dann nicht mehr mit nach Hause, sondern legte es rund um die Container. Nicht selten waren Berge an Papier oder Scherben vom Bauhof entsorgt worden. Die Gemeindeverwaltung hatte reagiert und die Container häufiger leeren lassen.

Immer wieder wurden die Bürger daraufhingewiesen, bei überfüllten Containern den Müll wieder mitzunehmen und den Containerstandort der Gemeindeverwaltung zu melden. Völlig fassungslos war daher ein Eutinger Pärchen, das beim Wandern mitten im Witthauer Wald einen Haufen an Blechdosen und Altglas mit Inhalt entdeckte. "Der Weg ist abgelegen, da geht man nicht einfach so hin und leert seinen Müll aus. Das war geplant", ärgert sich die Eutingerin, denn Altpapier und Altglas könne über die Container kostenfrei entsorgt werden und müsse ihrer Meinung nach auf gar keinen Fall im Wald landen. "Wir leben auf dem Land. Die meisten haben doch in ihrer Wohnung Platz. Wenn ich zum Container gehe und merke, der ist voll, dann nehme ich das wieder mit nach Hause, ganz einfach. Das ist doch eine Sauerei", postete sie ihren Ärger gleich über WhatsApp. Der Müllberg sei so groß gewesen, dass sie ihn nicht mitnehmen hätte können. Dazu komme noch, dass die Dosen schon rostig gewesen seien und das Glas auch so aussah, als ob es nicht erst seit gestern da liege. Als Gefahr für Spaziergänger und Tiere beschrieb sie diese Müllsünde.

Der Fall wurde der Gemeindeverwaltung gemeldet, trotzdem regt sich die Eutingerin auf, denn wie oft müsse nun die Allgemeinheit den dreifachen Entsorgungspreis bezahlen. Zum einen müsse der Bürger einem Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung diese Müllstelle melden, was an das Team des Bauhofes weitergegeben werde. Dieser sammle den Müll ein und müsse ihn entsorgen. "Wenn man das in den Container wirft, dann kostet es alle nur einmal Geld – und zwar, wenn die Firma den Müll abholt", ärgern sich auch andere Bürger über solch "unverschämtes Verhalten". "So langsam muss es doch selbst dem Dümmsten auffallen, dass er diese illegale Entsorgung am Ende auch wieder mitbezahlt, denn in der Zeit könnte die Kommune andere Aufgaben erledigen", ärgert sich das Paar. Ihnen w ür de es schon reichen, dass die Müllgebühren vom vergangenen auf dieses Jahr gestiegen seien: "Da brauchen wir nicht schon wieder im nächsten Jahr eine Erhöhung, wegen solchen Leuten."

Doch diese Art der "bequemen Entsorgung" kennt die Eutinger Gemeindeverwaltung nur zugut, die immer wieder Informationen von Bürgern, Jägern, Mitarbeitern und weiteren erhält. Manchmal würden beispielsweise Neubürger auch gar nicht wissen, wie man richtig den Müll sortiert.

Manchmal würde der Bauhof beim Beseitigen des illegal entsorgten Mülls auch eine Adresse oder Hinweise zum Müllsünder finden, womit die Kosten in Rechnung gestellt werden können. Dies hoffen alle nun auch bei der illegalen Müllentsorgung am Eutinger Häckselplatz. Eine Person mit Freudenstädter Kennzeichen hatte zwischen Grünschnitt und Heckenabfällen alte Bretter und weitere Abrissmaterialien hingeworfen. Ein aufmerksamer Beobachter hatte sich das Kennzeichen des Fahrzeugs notiert, weshalb der Vorgang zur Anzeige gebracht wird. Eutingens Bäcker Tobias Plaz hatte über Facebook seine Empörung mitgeteilt: "Ey Leute, muss das sein? Jetzt haben wir die Möglichkeit, unsere Gestrüpp-Abfälle direkt vor der Haustür und vor allem kostenlos zu entsorgen und dann gibt es solche Idioten, die den Häckselpatz als Müllhalde missbrauchen und ihre Bauabfälle hinschmeißen. Damit riskieren die eine Schließung des Platzes."

Anfangs sei der Müllsünder noch unbekannt gewesen. Doch über den Facebook-Aufruf wurden Hinweise gesammelt, die die Gemeindeverwaltung erhielt. Der illegale Entsorger hatte in Richtung Kläranlage seinen Abriss-Müll entsorgt, weshalb sich so mancher fragte, ob dieser Vorgang nicht von den Kameras der Kläranlage aufgezeichnet wurde. "Ich bin generell für die Überwachung solcher Plätze", hatten sich ein paar Bürger geäußert. Doch ganz so einfach sei die Überwachung von öffentlichen Plätzen nicht und darüber würden sich auch Datenschützer streiten. Aktuell werde überlegt, wie mit solchen Plätzen umzugehen sei.

Die Bürger der Gemeinde hoffen, dass der Häckselpatz weiter erhalten bleibe. Sie appellieren auf die Vernunft der Entsorger. Die Gemeindeverwaltung hofft nun, dass das Beispiel Häckselplatz gezeigt hat, dass die Bürger wachsam auf ihre Plätze schauen und dass sich so mancher Müllsünder daher von seiner Tat abhalten lasse.

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