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Eutingen Lebensgefahr durch angesägten Maibaum

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Beim Stellen des Weitinger Maibaums kam es zu gefährlichen Situationen. Im nächsten Jahr soll wieder eine Straßensperrung beantragt werden. Foto: Spotts

Eutingen-Rohrdorf/-Weitingen - Lebensbedrohliche Situationen hätten in Rohrdorf entstehen können, weil Unbekannte wahrscheinlich in der Nacht zum 1. Mai den Maibaum angesägt hatten. Die Feuerwehrabteilung Rohrdorf hat diese Tat daher zur Anzeige gebracht.

Der Maibaum in Vollmaringen lag am 1. Mai auf dem Boden. Dessen strafbare Fällung hatte nicht nur Schäden am Rathaus angerichtete, sondern auch an in der Nähe stehenden Fahrzeugen. Das Polizeipräsidium Tuttlingen gibt bekannt, dass in seinem Zuständigkeitsbereich mindestens drei Maibäume umgesägt wurden. "Es könnten aber auch mehr sein. Nicht alles wird angezeigt", erklärt Michael Aschenbrenner vom Polizeipräsidium.

Per Zufall hatte die Feuerwehrabteilung Rohrdorf an ihrem Maifest erkannt, dass der frisch aufgestellte Baum einen Schnitt oberhalb der Eisensicherheiten aufweist. "Unsere Jugendfeuerwehr hat uns darauf hingewiesen. Wir konnten es erst nicht glauben", erklärte Rohrdorfs Abteilungskommandant Klaus Schweizer.

Die Feuerwehrabteilung stellt im Wechsel mit den Sportfreunden Rohrdorf und der Narrenzunft Rohrdorf den Baum auf. Viele Stunden hätten die Frauen Krepppapierrosen gebunden und den Baum verziert. Dieser wurde in der Nacht zum 1. Mai vom Feuerwehrhaus bewacht. "Die letzten sind dann aber so gegen 2 Uhr Heim", sagt Schweizer. Damit der Baum nicht umgesägt werde, habe die Feuerwehr einen Schutz befestigt. Um diesen zu entgehen, müsste man auf eine Leiter stehen und die Säge ansetzen, wobei wahrscheinlich ein elektrisches Gerät zum Einsatz kam.

Ob die Unbekannten gestört wurden oder ob ihnen aufgrund des nahegelegenen Rathauses und Bushaltestelle die "Aktion zu heiß wurde", könne der Abteilungskommandant nicht einschätzen. "Ich will mir nicht ausmalen, was passieren hätte können, wenn es an dem Abend stark gestürmt hätte", so Schweizer. Die Feuerwehr sägte daraufhin den Maibaum aus Sicherheitsgründen um. Dabei ging der mühevoll erstellte Kranz zu Bruch. Der rund 25 Meter lange Baum wurde gekürzt und wieder aufgestellt.

Dabei wurde der erste Verdacht der Feuerwehrleute bestätigt: Ein Wind, wie am Abend des nächsten Tages, hätte sicherlich gereicht und der Baum wäre umgeknickt. Wenn in diesem Moment ein Fußgänger oder Verkehrsteilnehmer die Ortsstraße passiert hätte, wäre das nicht gut ausgegangen. Daher ruft die Polizei zur Mithilfe auf, denn: "Ein Maischerz war das nie", so Aschenbrenner, der weiter erklärt: "Ermittelt wird meist wegen Sachbeschädigung. Es können aber auch andere Straftaten erfüllt werden, beispielsweise gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr." Daher könne auch als Strafmaß eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe in Frage kommen.

Thema Maibaum beschäftigt auch die Rohrdorfer und Weitinger Ortschaftsräte

Angesprochen wurde das Thema auch im Ortschaftsrat Rohrdorf am Montagabend. Ratsmitglied Hubert Schäfer wollte wissen, ob die Feuerwehr den unbekannten Beschädiger des Maibaums angezeigt habe. Herbert Herzog erklärte, dass er dabei gewesen sei, als die Feuerwehr die Polizei darüber informiert habe. Anfangs hätte die Polizei zugesichert, sich den Schaden vor Ort anzuschauen. Aufgrund eines Einsatzes alarmierten die Beamten die Feuerwehr, dass sie doch nicht vor Ort sein könnten und hätten um Fotos gebeten. "Das ist kein Spaß mehr", sagt sich Rolf Walddörfer. Herzog stimmte zu, sah aber die Chance, den oder die Verursacher zu schnappen, als zu gering. Er hoffe, dass die Nachbarn etwas mitbekommen hätten.

In Göttelfingen hatte daher die Fußballmannschaft des FC Göttelfingen den Maibaum den ganzen Abend im Rahmen des Fests bewacht. Ebenso haben die Eutinger Jahrgänger ihren Baum am "Linde-Eck" bewacht und ebenfalls keine Verdächtigen entdeckt.

In Weitingen hatte der Narrenverein "Bettschoner" und die "Weitinger Hoamet" von Hand den Baum aufgestellt. "Wir bewachen den Maibaum nie. Ich habe dieses Jahr auch nichts bemerkt oder gesehen, dass sich da jemand zu schaffen gemacht hat", erklärt Narren-Chef Pascal Schmitt und fügt hinzu: "Wir haben dieses Jahr ganz umweltbewusst und nachhaltig einen bereits vom Sturm umgeworfenen Baum genommen. Sieht nicht aus wie auf einer Postkarte, wird aber dafür in Ruhe gelassen." Ob dieser Tipp auch nächstes Jahr von den Rohrdorfer Sportfreunden umgesetzt wird oder ob der Baum bewacht wird? Der Maibaum in Rohrdorf wurde in weiter Vergangenheit schon öfter umgesägt, die Täter jedoch gefunden. Daher wurden die Eisen angebracht, die dieses Mal aber auch nicht abgeschreckt haben.

Schmitt regte außerdem in der Bürgerfragestunde des Weitinger Ortschaftsrats am Montagabend an, dass eine Straßensperrung wie im Jahr 2018 jedes Jahr umgesetzt wird. "Es gab äußerst gefährliche Situationen, als wir den Baum aufgestellt haben. Vor allem für Kinder war es riskant. Leute sind teilweise viel zu schnell durch den Ort gefahren!", berichtet der Narrenvereins-Vorsitzende. Auch vor dem Hintergrund, dass der Narrenverein "Bettschoner" und die "Weitinger Hoamet" den Baum "mehr oder weniger im Auftrag der Gemeinde stelle", sei nach Schmitts Meinung eine Maßnahme seitens der Gemeinde wie eine Straßensperrung angebracht. Ortsvorsteher Roland Raible zeigt sich darüber überrascht: "Ich bin davon ausgegangen, dass das mit der Straßensperrung klappt." Nun müsse man schauen, dass dies ab jetzt gewährleistet werde. Als Grundlage soll der Antrag von 2018 dienen, der nun auch für 2020 wieder gestellt werden soll.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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