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Eutingen Jeder Teilort hat seine Wünsche

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Herzaubern kann Eutingens Bürgermeister Armin Jöchle die Kinderbetreuungsplätze nicht, aber er kann Tageseltern suchen.Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

Aktuell beschäftigen sich die Gremien der Gemeinde Eutingen mit der Feinplanung für den Kindergartenbedarfsplan. So auch in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend. Dass etwas passieren muss, darüber ist man sich einig. Nur über das wie und wo, herrschen ganz unterschiedliche Meinungen.

Eutingen. Derzeit sind die Kindergärten in der Gesamtgemeinde sehr gut belegt und es gibt fast keine freien Plätze. Die Betreuung der unter 3-Jährigen (U3) und die Ganztagsbetreuung (GT) werden gut angenommen. In den vorausgegangenen Sitzungen des Gemeinderates und in den Ortschaftsräten wurden viele Alternativen diskutiert, wie man sich in dieser Hinsicht für die Zukunft aufstellen kann.

Alle vier Ortsteile hätten gerne die U3-Betreuung direkt vor der Haustür und für einen angedachten Waldkindergarten kann man sich auch nur dann erwärmen, wenn er im jeweiligen Ort liegt. Das ergaben Umfragen in der Elternschaft und der Öffentlichkeit, die man vor rund einem halben Jahr um Mitarbeit bei diesem zukunftsträchtigen Thema bat. Zum Thema Waldkindergarten haben sich von 24 Rückmeldungen 16 Eltern dafür ausgesprochen, jedoch eben nur, wenn er im eigenen Ort liegt. Einen formalen Beschluss dazu hat es noch nicht gegeben, doch einigte sich der Gemeinderat am Ende dieses lang diskutierten Entscheidungsprozesses erst einmal darauf, auf 30 mögliche GT-Plätze im C-Bau der Schule zu verzichten und dafür im benachbarten Kindergarten "Fantadu" mit einem Anbau 20 Plätze dazu zu gewinnen.

"TigeR"-Modell könnte U3-Plätze schaffen

Pläne für einen Ausbau liegen schon auf dem Tisch und wurden bei der aktuellen Gemeinderatssitzung nochmals vorgestellt. Hier soll es, so die Pläne, einen weiteren Gruppenraum geben. Dann könnten 67 Plätze für die 3- bis 6-jährigen angeboten und eine zweite Krippengruppe eingerichtet werden. Aus Göttelfingen könnten Krippenkinder weiterhin ins "Fantadu" kommen.

Momentan sieht es für Göttelfingen so aus, dass die Betreuung der unter 3-Jährigen (derzeit vier Kinder) überwiegend im Kinderhaus "Fantadu" in Eutingen stattfindet. In der Krippe vom katholischen Kindergarten St. Georg in Eutingen werden zwei weitere Kinder aus Göttelfingen betreut. Auch in Rohrdorf wird momentan ein U3-Kind aus Göttelfingen betreut, da im "St. Georg" und "Fantadu" keine Platzkapazitäten mehr vorhanden sind.

Im Rohrdorfer Kindergarten "Taka-Tuka-Land" wären aktuell zwölf U3-Kinder angemeldet. Die Betreuungsquote liege bei 37 Prozent, wobei der Bedarf in Zukunft steigen könne. Ein Rohrdorfer Kind werde aktuell in der neuen Kinderkrippe "Krümelkiste" in Eutingen betreut. Bei den 3- bis 6-Jährigen seien 26 Kinder angemeldet, womit keine Plätze vorhanden seien. "Eine Umwandlung in eine Krippengruppe mit zehn Plätzen ist derzeit nicht möglich, da ansonsten für die Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen nicht genügend Plätze zur Verfügung stehen würden. Für eine Krippe müsste ein weiterer Gruppenraum angebaut werden. Für einen Drei-Gruppen-Kindergarten liegen momentan nicht genügend Kinderzahlen vor" berichtete Ortsvorsteher Alexander Schweizer in der jüngsten Ratssitzung.

Auch im Ortsteil Weitingen macht vor allem die U3-Betreuung aufgrund der steigenden Nachfrage Sorge. Hier fehlen fünf bis sieben Plätze, die momentan in den vorhandenen Räumen der Kindertagesstätte St. Josef nicht aufgefangen werden können. Der Bedarf könnte alternativ teilweise in der "Krümelkiste" in Eutingen gedeckt werden, oder, wenn man mit Rohrdorf einen Erweiterungsbau stemmt, zusammengelegt werden, wie die Gemeindeverwaltung in Erwägung zog. Im Rohrdorfer Beschlussvorschlag war diese so formuliert: "Falls nach 2023 die Kindergartenplätze in Rohrdorf nicht ausreiche, sollten Maßnahmen wie An- oder Umbau vorgenommen werden."

Solange wollen die Weitinger nicht warten. Sie bevorzugen zwar eine langfristige Lösung im "Adler"-Areal. Allerdings ist das Vorhaben erst in zwei bis drei Jahren zu verwirklichen, wie man nach Gesprächen mit den Planern über die Unterbringung einer Kinderkrippe mit zehn Plätzen und einer weiteren Gruppe herausgehört habe. Bevorzugt wird daher eine Übergangslösung mit einer Modulanlage im Bereich der Schule. Erste Kostenschätzungen liegen bereits vor. Die Miete dafür würde rund 46 000 Euro betragen. Dazu kämen noch einmalige Kosten für Fracht, Fundament, Auf- und Abbau von rund 25 000 Euro sowie für die Einrichtung von rund 30 000 Euro. Alles in allem also geschätzte 100 000 Euro, bei denen es aber erfahrungsgemäß nie bleibt. "Der Kauf einer Modulanlage für zwei Jahre wäre zu teuer, denn sie ließe sich erst ab dem dritten Jahr rechnen" meinten die Ortschaftsräte.

Ziel, so der Beschlussvorschlag des Ortschaftsrates, ist die Verwirklichung bis zum Jahresende 2020. Parallel dazu soll die Option "Adler" weiterverfolgt und intensiv versucht werden, über das "TigeR"-Modell weitere U3-Plätze zu schaffen. Beim "TigeR"-Modell" handelt es sich um die Idee, im Ort Wohnfläche anzumieten, um dort Kinderbetreuung anbieten zu können.

Ein Modell, mit dem sich auch die Göttelfinger anfreunden könnten. Rat Egbert Badey meinte dazu: "Das könnte ich mir vorstellen. Wir sollten dies bis 2023 im Auge behalten, denn bevor wir 1,3 Millionen ausgeben, würde ich lieber 1500 Euro Miete im Monat zahlen". Das sei seiner Meinung auf jeden Fall besser, als nichts Halbes und nichts Ganzes am Kindergarten anzuflanschen oder sogar den Garten zuzubauen.

Beim Weitinger Vorschlag mit der Übergangslösung Modulanlage, den Ortsvorsteher Rainer Himmelsbach auch noch als Antrag ausformulierte, schlug Bürgermeister Jöchle doch buchstäblich die Hände über dem Kopf zusammen. "Mit der ›Krümelkiste‹ haben wir Platz für zehn U3-Kinder geschaffen, doch nur drei Plätze sind davon momentan besetzt, und sie wollen allen Ernstes, dass ich ihnen für 100 000 Euro einen Container vors Schulhaus stelle?", fragte er ungläubig. "Ich bin nicht dafür, Interimslösungen zu favorisieren. So einen Beschluss vom Weitinger Ortschaftsrat trage ich nicht mit", erklärte Jöchle kategorisch. Die Mehrzahl der Gemeinderäte folgte ihm.

Der Schultes mahnte, etwas vorsichtiger mit solchen Forderungen umzugehen und fügte an: "Wir wollen den Eltern nichts wegnehmen, nur soll man mir sagen, wie wir’s zahlen sollen."

Letztendlich einigte man sich nach zähem Ringen und Austausch recht kontroverser Meinungen auf folgende Prioritätenliste: Zuerst wird das Kinderhaus "Fantadu" für knapp 3 Millionen Euro erweitert. Das "Adler-Areal" als Kinderbetreuungsplatz steht auf Rang zwei. Auf Platz drei setzte man den Um- und Erweiterungsbau in Göttelfingen und die Überlegungen zu den Neubauvorhaben für Weitingen und Rohrdorf, rangieren auf Platz vier der Prioritätenliste.

Ergänzend zu den Angeboten der kommunalen und kirchlichen Kindergärten kann auch eine Betreuung über den Tageselternverein Landkreis Freudenstadt in Anspruch genommen werden. Laut Tageselternverein ist in der Gemeinde Eutingen eine Tagespflegeperson tätig. Die Tagespflegeperson bietet insgesamt acht Plätze an, wobei maximal fünf Kinder gleichzeitig betreut werden dürfen. Die Plätze sind nahezu immer voll belegt. Derzeit werden vier Kinder aus der Gesamtgemeinde und ein auswärtiges Kind betreut. Die Betreuung findet überwiegend in den Randzeiten, sowie samstags statt. Bei auswärtigen Tagespflegepersonen werden derzeit vier Kinder unter drei Jahren aus der Gemeinde Eutingen betreut.

Um dieses Angebot auszubauen, sucht der Verein derzeit mit einem großen Plakat, dass vor dem Eutinger Rathaus aufgestellt ist, weitere Tageseltern. "Die können wir uns aber nicht herzaubern", wusste Bürgermeister Armin Jöchle, als er in der jüngsten Sitzung von Rätin Sonja Schlichter-Müller darauf angesprochen wurde.

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