Die "süßen Früchtchen" zogen durch Göttelfingen. Foto: Morlok

Sportheim wird zum Tempel der närrischen Glückseligkeit. Narrensamen marschiert zur Kinderfasnet.

Eutingen-Göttelfingen - "Heit isch elles anders" stand als Leitmotto über dem Fasnets-Ball der "Mohopser" am "Schmotziga". Anstatt wie die Jahre zuvor in der doch recht großen Korntalhalle, feierte man in Stil der guten alten Zeit eine richtige Wirtshausfasnet. Das Sportheim wurde zum Tempel der närrischen Glückseligkeit umfunktioniert, auf einen ausgeklügelten Programmablauf wurde verzichtet und anstatt dass sich die Narren in einer halbleeren Halle verliefen, war es im Sportheim knallevoll und die Stimmung hätte nicht besser sein können.

Da tanzte das Zebra mit der Giraffe, die sonst eher handfest gekleideten "Hopfenzopfler"-Damen hatten ihr Dirndl aus dem Schrank gekramt, venezianische Hofdamen winkten huldvoll und für die Narrenchefs Conny Kern und Heinz Röhm war das Ganze wie ein "böhmischer Traum". "I hab koin Zettel, i hab koin Plan" gab eine gutgelaunte Conny K. zu, wusste aber schon zu diesem frühen Zeitpunkt, dass sie sich auf ihre Göttelfinger verlassen konnte.

Die Untergrundorganisation "Schwarze Tulpe" stand hinterm Tresen und versorgte die Partygänger mit Bölkstoff und Marina Häfner war für die Musik zuständig. Sie wusste genau, was Mohopser, Clowns und Hopfenzopfler sowie der Göttelfinger Partygänger hören wollte. Ohne die Helene Fischer-Dauerberieselung ging an diesem Abend zwar auch nichts, aber zumindest gab‘s "Sushi von der Uschi", die "Allgemeine Verunsicherung" plärrte "Ba- Ba- Banküberfall" und die Narren fühlten sich "In der kleinen Kneipe" pudelwohl. Es war ein gelungener Hit-Mix und mit einer Schunkelrunde nach der anderen wurden Stühle und Bänke im Sportheim auf ihre Belastbarkeit geprüft.

Keine Fasnet ohne Gardemädels

Natürlich gibt’s bei der NGG keine Fasnet ohne Gardemädels. Die machten einen Einmarsch, der in die Geschichte der Gilde eingeht, denn sie kamen wegen Platzmangels schnurstracks vom Klo und zeigten spontan, was sie im wöchentlichen Training so einstudiert hatten. Da flogen die Beine bis fast zur Decke hoch, die Schrittfolgen machten allein vom Hinsehen schwindelig und ohne Zugabe ließ die Narrenchefin ihre Garde nicht von der improvisierten Bühne.

Genauso ging es dem wiedergenesenen Eddy Reule und seinen "Schwoba-Rebella". Die Band ist Garant für gute Laune und fabrizierte auch im Sportheim Unterhaltungsmusik der Extraklasse. Da hielt es kaum jemandem auf seinem Stuhl – die meisten Besucher standen, klatschten, tanzten und sangen mit. Es braucht nicht immer ein großes Trara, um eine tolle Party zu feiern. Wenn zu einem Schuss Hausgemachtem noch eine Prise Heimeligkeit kommt, dann ist der Fisch geputzt.

Bevor die beiden Vorstände ihre Samt-Jacken und den Gilde-Hut gegen luftigere Feierbekleidung tauschen durften, hatten sie noch die Aufgabe, einige Vereinsmitglieder auszuzeichnen. Seit 25 Jahren sind Carina Schwarz und Heinz Röhm in der NGG. Sie bekamen beide ein besonderes Geschenk der Gilde. Für je zehn Jahre Garde bekamen Johanna Gsell, Marina und Sabrina Schüssler den Mohopser-Orden. Das gleiche Ehrenzeichen gab es für Sabine, Klaus, Marina und Sabrina Schüssler, Tobias Graf, Magdalena Berner, Sabrina Niethammer-Raible, Benny Müller, Fabian Katz und Stefan Wolfersperger, die alle seit zehn Jahren aktiv sind.

Was die Großen können, das ist auch für den Narrensamen kein Problem. Die Kids vom Kindergarten "Max und Moritz" wurden von der Narrenschar abgeholt und im Umzug zur Korntalhalle begleitet. In diesem Jahr hatten sich die Kinder als "freche, süße Früchtchen" kostümiert und freuten sich auf einen Nachmittag, der für sie reserviert war. Die "Flohhopser" traten auf, es gab Spiele und eine Polonaise, die Mädels der Tanzgruppe "Dance for Fun" zeigten, was ihnen Tanja Kieferle beigebracht hatten, die "Schwoba-Rebella" machten Stimmungsmusik und am Schluss schaute die "Luschdige Bruat" vorbei.

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