Abendveranstaltungen in der Korntalhalle mit vielen Gastzünften ein voller Erfolg / Schräge Töne, wilde Amazonen und tobende Hexen

Von Peter Morlok

Eutingen-Göttelfingen. Die Narrengilde Göttelfingen hatte an zwei Abenden zum Brauchtums- und Fasnetsball in die Korntalhalle eingeladen, und ein ganzes Dorf stand Kopf.

Die Fest-erprobten Hopfenzopfler, Clowns, Mohopser und Schwoba-Rebella mussten im Hintergrund eine logistische Meisterleistung abliefern, während vorne auf der Bühne Conny Kern und Heinz Röhm wie jedes Jahr das Publikum mit Ansage und Animation bei Laune hielten. Insbesondere Kern zeigte sich am Samstagabend von einer ungewohnte Seite. Ist sie normalerweise standesgemäß im blauen Samt des Göttelfinger Narrenrates gekleidet, zog sie sich für eine volle Stunde das grüne Häs der Hochdorfer Hexen an und tobte ausgelassen über die Bühne. Als sie sich jedoch auf dem Fluggerät einer ihrer Hexen-Schwestern aus Hirschau verpfeifen wollte, gab’s fast einen handfesten Hexenaufstand auf der Bühne. "Des isch mei Besa" wurden klare Grenzen abgesteckt.

Klar war auch, dass die Gastgeber an beiden Abenden das Programm eröffneten. Die Gardemärsche der Tanzgarde und der Flohhopser wurden mit viel Beifall belohnt und die vier Masken des Vereins präsentierten sich geschlossen auf der Bühne, während unten sch on die Gastzünfte für ihren großen Auftritt auf Tischen und Stühlen übten.

Obwohl die Flohhopser aus Göttelfingen am Samstagnachmittag beim großen Kinderball auch noch auftraten, durften sie am Freitagabend nochmals auf die Bühne. "Alvin and the Chipmunks" lief zwar als Teil Eins bereits im Kino aber der zweite Teil konnte vorab auf der Göttelfinger Showbühne bewundert werden. Was dann folgte, war ein Showtanz der ganz besonderen Art, den die Truppe "Rope Skipping" aus Ammerbuch zeigte. Was die mit ihren Springseilen machen ist Hochleistungssport und Training viermal die Woche deshalb selbstverständlich. Zwischen den Aufführungen unterhielt das Starzach-Duo an beiden Abenden mit massentauglicher Unterhaltungsmusik der nicht besonders gehobenen Art und lockte so die tanzwilligen Besucher von der Bar weg auf die Bühne.

Mit ordentlich schrägen Tönen der Schwoba-Rebella wurde der Freitag weggeblasen und die Kollegen von der Lumpenkapelle der NZ Hirschau bliesen am Samstagabend den Besuchern gleich wieder den Marsch und luden ein zur Reparatur in die närrische Kur. Dort waren anscheinend schon die Erd-Male, Maiwald-Teufel und Dachsburg-Hexa aus Hochdorf gewesen, die die Bühne in einen Wald verwandelten und mehr Aufbau- als Auftrittszeit benötigten. Moderator Heinz bezeichnete ihren Auftritt etwas uncharmant als "Tanz aus der Steinzeit" dafür die Zugabe als echten Leckerbissen. Da verwandelten sich die Hexen in junge Damen, deren Auftritt mehr als ansehnlich war. Von der Steinzeit ging es beim Auftritt der fliegenden Hexen aus Jettingen direkt per Zeitsprung ins finstere Mittelalter. Die Jettinger erzählten in ihrem Brauchtumstanz die Geschichte der Katharina Gfrörer nach, der 1680 als Hexe der Prozess gemacht wurde. Keine Hexen, dafür wilde Amazonen hatten die Bildechinger Narrenzunft in die Nachbargemeinde geschickt und die Gugga-Musiker der "Luschdigen Bruat" sorgt mit viel Blech und Drums für die ultimative Stimmung in der Korntalhalle.

Zwei Tage voll schräger Töne, verwegener Masken, einigen Litern Schweiß und vor allem einer vollen Halle liegen hinter der NZ Göttelfingen, die sich nun ganz auf ihre Gastauftritte bei befreundeten Narrenzünften konzentrieren kann.

Ihren Job haben die Narren wie üblich gut gemacht – keine Wunder, sie üben mittlerweile ja schon 41 Jahre.

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