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Eutingen Einen Narrenverein gibt es seit 1930

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Verbunden mit dem Ringtreffen des Närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu feiert man in Weitingen vom 7. bis 9. Februar das 90-jährige Vereinsbestehen des Narrenvereins "Bettschoner". Die Fasnet selbst ist in dem ehemals vorderösterreichischen und damit seit jeher katholischen Ort jedoch viel älter.

Euti ngen-Weitingen . Sie wird zurückgeführt bis zu den Bräuchen um die sogenannten Fasnachtshühner und Fasnachtseier, die um 1450 als Abgabe an die Ortsherrschaft geleistet werden mussten. Im Jahr 1865 wird von einer mehrere Tage andauernden Fasnet und von Fasnetsbräuchen berichtet, die in Weitingen seit langem gepflegt wurden. Aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist schon das "Aufsagen" und das Abhalten von Fasnetspredigten nach dem abendlichen Betläuten bekannt.

Bereits vor 1900 ist die Tradition des Fasnetspiels belegt. Immer am Sonntag vor Aschermittwoch, also am Fasnetsonntag, spielten die jungen Weitinger von damals vor dem Rathaus Theater und wurden durch das damit verbundene "Gejohle" überall in der näheren Umgebung als "Jauner" bekannt. Damals nahm der mit der Fasnet verbundene Lugenbeutelverein seine Anfänge. Dieser Verein war während der Fasnetszeit sehr aktiv und sorgte in jener Zeit in Weitingen für die Fasnetsumzüge.

Mit dem Aufführen des Fasnetsspiels möchten die Weitinger Bettschoner im 90jährigen Bestehensjahr des Vereins diese alte Weitinger Tradition im Jubiläumsjahr 2020 wiederaufleben lassen. Die Theatergruppe Jaunerstadl hat sich dazu intensiv vorbereitet und wird das Fasnetsspiel parallel zum Narrenbaumstellen heute am 18. Januar um 15 Uhr am Latschare (Dorfplatz beim Rathaus) aufführen. Dies speziell auch für die Weitinger Bevölkerung, die größtenteils beim Ringtreffen Arbeitseinsätze hat, wenn die weiteren Aufführungen folgen werden. Als Bühne für das Fasnetsspiel dient ein "Gummiwagen", also ein landwirtschaftlicher Anhänger. Zur Handlung sei nur verraten, dass sich im Spiel die Weitinger Gedanken machen, wie der 90. Vereinsgeburtstag und das Ringtreffen gestaltet werden sollen. Die dabei gemachten, teils skurrilen Vorschläge werden das Fasnetsspiel zu einem echten Lachvergnügen machen, wozu auch die Charaktere der Darsteller beitragen werden.

Die vereinsmäßig geordnete Entwicklung der Narretei begann in Weitingen im Jahre 1930. Einige Mitglieder des früheren Turnvereins gründeten damals die "Kameradschaft Bettschoner" und damit den "Narrenverein Bettschoner Weitingen". Als Schnitzer der ersten Holzmasken betätigte sich Anton Breining, der seinerzeit die Kunstakademie in Stuttgart besuchte und bis ins hohe Alter als "dr Mooler" bekannt war. Bei den Umzügen von 1930 bis 1939 waren neben den Laufgruppen schon Wagen zu sehen, so dass die Umzüge am Fasnetssonntag sich schon damals zu Zuschauermagneten entwickelten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte der Narrenverein wieder auf. Neben Maskengruppen und Fasnetswagen beteiligte sich auch erstmals die Musikkapelle in größerer Besetzung am Umzug, der sich zunehmender Beliebtheit auch bei Auswärtigen erfreute. So richtig in Schwung kam das Vereinsleben jedoch erst wieder im Jahre 1958, als der spätere Ehrenpräsident Felix Bok sich dem Verein wieder tatkräftig zur Seite stellte und am Fasnetsdienstag im Zunftlokal "Zur Blume" eine Wiedergründungsversammlung einberufen hatte. Nachfolger von Felix Bok wurde im Jahre 1959 Julius Fischer, der den Verein systematisch aufbaute. Jule Fischer blieb über 30 Jahre an der Spitze der Weitinger Narren und erlangte als Initiator, Gründungs- und langjähriger Präsident des "Närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu" auch landesweiten Ruf. Im Dezember des vergangenen Jahres konnte er seinen 90. Geburtstag feiern – also ist der "Fischer-Jule" seinem geliebten Narrenverein ein paar Tage voraus.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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