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Eutingen Ein fast naturgetreues Modell der Kirche

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Die sogenannte "Scherer-Krippe" mit der naturnahen Darstellung der Landschaft um Bethlehem Foto: Nesch Foto: Schwarzwälder Bote

Eutingen-Weitingen (hne). Dritte Station der Reihe "Krippenschätze unserer Seelsorgeeinheit" war am vergangenen Sonntag die Pfarrkirche Sankt Stephanus in Eutingen. Willi Schaupp konnte in seiner anschaulichen Präsentation und fundierten Führung deren reichhaltige Krippengeschichte aufzeigen. Der Einladung waren rund 60 Besucher gefolgt.

Die Kirche ist bekanntlich reich an Wand- und Deckenfresken, die bis zum Ende des 15. Jahrhunderts zurückreichen, darunter auch die Darstellung der Heiligen Dreikönige von 1625. Mit Balthasar und Caspar sind aber nur noch zwei davon an der Südwand des Kirchenschiffes erhalten. Melchior, der dritte "Weise aus dem Morgenland", fehlt. Er fiel dem Einbau der früheren Emporen mit der Innenrenovierung 1965/66 zum Opfer.

Bereits 1741 ist in den Rechnungsakten die Krippe von Melchior Schlayer nachgewiesen. Später befindet sich in den Inventarlisten die 1823 vom Horber Ignaz Hermann angefertigte Krippe, "von Maria Scherer, Hausfrau des Karl Knapp, dahier gestiftet".

Von 1865 bis 1877 ist in den Verzeichnissen eine Weihnachtsgruppe enthalten, die zum Fest auf den Hochaltar gestellt wurde, und "am Marienaltar ein Christuskind aus Wachs im Glaskasten". Letzteres ist nicht mehr erhalten. In einer Krippe vor dem Zelebrationsaltar befindet sich ein kleinerer Ersatz.

Der frühere Pfarrer Karl Haas ließ dann in Südtirol ein fast naturgetreues Modell der Eutinger Kirche herstellen, das sich in der Mitte aufklappen lässt. Darin ist das Weihnachtsgeschehen direkt vor den Hochaltar gelegt. Sie war vorübergehend die Eutinger Hauptkrippe, ehe sie von der sogenannten "Scherer-Krippe" abgelöst wurde.

Die aktuelle Krippe ist wie ihre Vorgängerin in der Nordwestecke unter der Empore aufgebaut. Sie war Früher die Hauskrippe der Johanna und Pauline Scherer in der "Vordergass", der heutigen Marktstraße und war dort das ganze Jahr aufgestellt. Inzwischen wurde sie von den Nachkommen der Kirchengemeinde als Leihgabe überlassen.

Sie ist ein Werk des Malers und Bildhauers Josef Böhmer, der 1949 aus dem Sudetenland nach Eutingen gekommen war. Er erhielt von beiden Scherer-Schwestern den Auftrag, für sie einen Krippenberg zu gestalten. Der Erzählung nach reiste er sogar in das Heilige Land, um seine Krippenlandschaften möglichst naturgetreu darstellen zu können. Kunstschreiner Walter Schüppenhauer (1908-1996) ergänzte das Weihnachtsgeschehen um die Szene "Josef und der Jesusknabe an der Hobelbank und Maria am Spinnrad".

Die sehr informative und anschauliche Führung wurde abgerundet durch das Orgelspiel von Johannes Fleischle und dem von Bernhard Kramer vorgetragenen Lukas-Evangelium. Neu für die zahlreichen auswärtigen Besucher waren die drei gesungenen Eutinger Weihnachtslieder Nummer fünf bis sieben: "Die Hirten bei den Herden", "Schönstes Kindlein, bestes Knäblein" und "Schlaf wohl, du Himmelsknabe du", deren Herkunft unbekannt ist.

Die Lieder wurden von "Effata"-Chorleiter Matthias Heid neu bearbeitet, wie Kirchengemeinderätin Renate Müller betonte. Sie hatte auch die Begrüßung und die abschließenden Dankesworte übernommen. Abgeschlossen wird die Reihe am kommenden Sonntag um 15 Uhr in Weitingen.

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