Tempo 30 soll helfen, den Lärm zu reduzieren.Foto: Hopp Foto: Schwarzwälder Bote

Aktionsplan: Positive Stimmen zu durchgehend Tempo 30 durch Eutingen / Autobahn-Lärm wird wohl immer schlimmer

Der Eutinger Gemeinderat beschäftigte sich bei seiner letzten Sitzung in 2020 nochmals intensiv mit der Fortschreibung des Lärmaktionsplans.

Eutingen. Bereits in seiner Juli-Sitzung hat das Gremium der Fortschreibung des Lärmaktionsplans zugestimmt.

In der Gemeinderatssitzung am 13. September wurde das Ergebnis der Überprüfung des kommunalen Lärmaktionsplans vorgestellt und zugleich die Anhörung der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit beschlossen.

Während der öffentlichen Auslegung vom 26. Oktober bis einschließlich 20. November sind insgesamt vier Stellungnahmen seitens der Träger öffentlicher Belange und fünf Stellungnahmen seitens der Öffentlichkeit eingegangen.

Zusammenfassend wurde festgehalten, dass zwar die bislang umgesetzte Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h aus Lärmschutzgründen entlang der B 28 (Ortsdurchfahrt Eutingen) begrüßt wird, allerdings ist die Lärmminderung der Geschwindigkeitsreduzierung nicht deutlich wahrnehmbar, da der Fahrbahnbelag entlang der B 28 immer noch nicht erneuert wurde und der Anteil des Schwerlastverkehrs mit 12.8 Prozent hoch ist.

In Verbindung mit dem schadhaften Fahrbahnbelag führt das zu verstärktem Lärm bei der Durchfahrt des Schwerlastverkehrs. Zudem ist die B 28 zwischen Horb und Eutingen in beide Fahrtrichtungen offizielle Bedarfsumleitungsstrecke (U 40/41) der Bundesautobahn A 81 zwischen den Anschlussstellen Rottenburg und Horb. Hierbei handelt es sich um eine Alternativroute zur Autobahn, die wesentlich mehr Verkehr in den Ort bringt als bisher.

Daher sind die geplanten Maßnahmen, welche aus der Lärmaktionsplanung Stufe 2 bislang noch nicht umgesetzt wurden zu denen die Fahrbahndeckenerneuerung, das durchgängige Tempo 30 entlang der B 28 in der Ortsdurchfahrt Eutingen sowie das Lkw-Durchfahrtverbot, aber auch die langfristige Maßnahme einer Ortsumfahrung weiterhin kommunalpolitische Ziele, um den Straßenverkehrslärm entlang der B 28 zu mindern.

Dabei wird die Gemeinde auf das Angebot von Verkehrsminister Winfried Hermann zurückgreifen. Er bot in seinem Video-Grußwort zur KTH-Sonder-Sitzung des Horber Gemeinderats an, dass sein Ministerium mit den Bürgern Lösungsvorschläge für Durchfahrtsverbote für Lastwagen erarbeitet. "Ich gehe jetzt einfach davon aus, dies auch für Eutingen gilt", so Bürgermeister Armin Jöchle.

Er hat dies auch in einem Brief an den Verkehrsminister festgehalten. Jöchle forderte in diesem Schreiben, dass hier etwas mehr getan werden muss als bisher in den Stellungnahmen festgeschrieben. Bisher habe man nur vage Vorschläge aber keine fixen Vorgaben bekommen.

Auch der Lärm von der Autobahn, dem die Weitinger und – bei ungünstigen Windverhältnissen – auch die Rohrdorfer ausgesetzt sind, bot Anlass zur Diskussion. Weitingens Ortsvorsteher Rainer Himmelsbach merkte hierzu an, dass die Wahrnehmung der Bürger diesbezüglich deutlich zugenommen habe. Seine Recherchen hätten ergeben, dass gerade der Autobahnabschnitt um Weitingen in Bezug auf die Lärmkartierung rot schraffiert sei. "Ich würde gerne etwas auf den Weg bringen, mit dem man dem Bürger ein Signal an die Hand geben kann, dass hier etwas weiter geht.

Kommune kann für Autobahn keinen Aktionsplan machen

Jöchle sieht das ähnlich, machte jedoch darauf aufmerksam, dass man als Kommune für die Autobahn selbst keinen Aktionsplan machen kann. "Wir können aber nochmals das Land anschreiben und mitteilen, dass die Bevölkerung den Geräuschpegel als zu hoch erachtet", so sein Angebot.

"Seit dem Planfeststellungsverfahren ist das Verkehrsaufkommen auf dieser Autobahn um mehr als das doppelte angestiegen", wusste Jöchle aus Statistiken. Eine Erkenntnis, die er als Hebel bei dieser Anfrage ansetzen möchte.

Der Schultes wies aber auch auf die sogenannten Betroffenheitsregel hin, die greifen würde, wenn man vom Baulastträger fordert, dass man per Tempolimits oder mit Lärmschutzwänden die Geräuschkulisse dämpft. "Solche Vorgaben behindern dann den Verkehrsteilnehmer in seinen Freiheiten – die können dagegen klagen. Das macht die Sache schwieriger", gab er zu bedenken.

Jöchle glaubt deshalb, dass man sich jetzt mehr auf die Ortsdurchfahrt Eutingen konzentrieren sollte und erst danach die Lärmproblematik entlang der Autobahn in Angriff nimmt.

Rat Hubert Lachenmaier bewertet das durchgängige Tempo 30 durch die gesamte Ortsdurchfahrt als gut. Er hofft, dass das Lkw-Durchfahrtsverbot kommt und erwartet hier Zusagen des Landes. Insgesamt sei er froh, dass es so gut laufe, so sein bisheriges Fazit. Gemeinderat Anton Friedrich fand, dass die Antworten aus Stuttgart und vom Regierungspräsidium, die man zu diesem Thema bislang bekam, wenig hilfreich waren.

"Hier muss durch offene Briefe und Druck von den Bürgern mehr Nachdruck aufgebaut werden", ist sich Friedrich sicher. Den Brief von Jöchle an das Ministerium wertet er als einen ersten, sehr positiven, Schritt in die richtige Richtung.

Im Eutinger Gemeinderat war man sich einstimmig darüber klar, dass man den Lärmaktionsplans fortschreiben sollte.

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