Damals herrschafte Aufbruchstimmung: Die Sportfreunde feierten 1952 die Einweihung des neuen Sportplatzes mit einem Festumzug. Foto: privat Foto: Schwarzwälder-Bote

Historie der Sportfreunde Rohrdorf (I) / Lange Jahre festes "Inventar" der C-Klasse / Gastspieler aus Tübingen

Von Martin Dold Eutingen-Rohrdorf. Einst waren die Rollen bei den Sportfreunden Rohrdorf klar verteilt: König Fußball regierte im Verein, Frauen mussten in der Mitgliederkartei mit der Lupe gesucht werden. Zum 60-jährigen Bestehen, das nun gefeiert wird, hat sich der Verein stark gewandelt.Ein Blick in die Historie des Vereins lohnt sich und bringt so manches Interessantes zutage: Wenige Jahre nach dem Krieg kam in Rohrdorf der Wunsch auf, einen Fußballverein zu gründen. Am 1. Mai 1951 war es schließlich soweit: Im Gasthaus "Hirsch" fand die Gründungsversammlung der Sportfreunde statt, die damals noch ein reiner Fußballverein waren.

 

Die Männer der ersten Stunde waren Vorsitzender Gottlieb Schäfer und sein Vize Josef Maile, die den Verein für rund zehn Jahre führen sollten. 20 Gründungsmitglieder waren am Start, von denen 17 dem Verein bis heute oder bis zu ihrem Tod die Treue gehalten haben. Die Zahl der Mitglieder wuchs rasch, bereits nach wenigen Wochen waren 74 Personen verzeichnet – davon waren allerdings gerade einmal zwei Frauen.

Sofort nach der Gründung begann man im Gewann Neuwiesenwald, dem heutigen Standort, mit dem Bau eines Sportplatzes. Eine ortsnähere Lösung scheiterte an Interessen der Landwirtschaft. Umfangreiche Erdarbeiten, meist in mühevoller Handarbeit, waren notwendig, um die Fläche einzuebnen. Die Sportplatzeinweihung erfolgte im September 1952 mit einem dreitägigen Fest. Spielführer August "Gustele" Schweizer führte den Festumzug an.

Mit der Euphorie der Vereinsgründung im Rücken waren die Sportfreunde in den Anfangsjahren recht erfolgreich und belegten die Plätze drei und vier, bevor die Platzierungen schlechter wurden.

Ab 1963 fiel der Verein in eine Krise, der Spielbetrieb musste für sechs Jahre aufgrund von fehlendem Nachwuchs und Einberufungen zur Bundeswehr eingestellt werden. Ab 1969 gehörten die Sportfreunde dann für 28 Jahre zum "Inventar" der C-Klasse Horb und später der Kreisliga B. Die Platzierungen lagen zwischen 3 und 14.

Im Jahr 1977 wurde erstmals eine zweite Mannschaft angemeldet, die acht Jahre lang gehalten werden konnte, auch durch viele Studenten aus dem Raum Tübingen als Gastspieler. Strom- und Wasserleitungen wurden 1978 und 1979 zum Sportplatz verlegt, sodass ab 1980 unter Flutlicht trainiert werden konnte – die Lampen wurden übrigens in den Bäumen installiert. 1980 wurde auch die Theatergruppe gegründet, die in der Folgezeit Stücke an Weihnachten aufführte.

Mit der Gründung der Wandergruppe im Januar 1986 öffnete sich der Verein erstmals für andere Sportarten. Ein Jahr später kamen die Damengymnastik (heute Abteilung Fit und Gesund) und die Abteilung Tennis hinzu.