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Eutingen Bäckerei macht Schluss mit Bon-Müll

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Tobias Plaz hat seine Bäckerei in Eutingen auf den Umweltbon umgestellt, um der Zetteflut eine Ende zu machen. Foto: Lück

Eutingen - Seit dem ersten Januar nervt die Bonpflicht: Bei jedem Brötchenkauf fragt die Verkäuferin, ob man einen Zettel will. Um ihn dann meistens gleich in den Müll zu schmeißen. In der Bäckerei Plaz macht der Umweltbon damit Schluss!

Die Verkäuferin ist glücklich: "Das hat immer Zeit gekostet, die Kunden zu fragen, ob sie einen Bon wollen. Und dann hat man das Papier einfach weggeschmissen." Bäckermeister Tobias Plaz ist auch froh. Er zeigt am Mittwoch auf das Display seiner Kasse, welches dem Kunden anzeigt, wofür er was zu zahlen hat: "Seit heute wird hier der Umweltbon angezeigt - ein QR-Code, den der Kunde auf Wunsch in seinem Smartphone einscannen kann. Und damit brauchen wir die unnötigen Bons nicht mehr auszudrucken."

Der clevere Bäckermeister. Seit 1. Januar muss für jede Ware, die man kauft, dem Kunden ein Bon zur Verfügung gestellt werden. Vorschrift des Bundes - die "Belegausgabepflicht" soll Steuerhinterziehung verhindern.

Extra Entsorgungskosten

Nicht nur das Bäckerhandwerk läuft Sturm dagegen. Plaz: "Das Bäckerhandwerk ist sehr erbost über die Bonpflicht. Weil die Bons auf Thermopapier gedruckt werden, müssen die in den Restmüll. Und das Argument mit der Steuerehrlichkeit zieht auch meiner Meinung nach nicht: Jeder Bäcker, der Filialen hat, hat sein Kassensystem so aufgestellt, das alles erfasst wird. Auch, um Manipulationen durch Mitarbeiter zu verhindern."

Die Bonpflicht sorgte in der Bäckerei Plaz zu einer Müllflut. Der Bäckermeister: "Bei durchschnittlich 600 Kunden pro Tag kommt da ganz schön was zusammen. Weil die meisten Kunden den nicht wollen." In der Tat. An der Kasse steht eine Frau, sagt: "Ich brauche keinen Bon. Ich rechne alles einfach im Kopf zusammen und weiß, wie ich mit meinem Geld zurechtkomme."

Die Folge für Bäckermeister Plaz: Für die von den meisten Kunden ungeliebten Bons hatte er auch noch extra Entsorgungskosten. Der Unternehmer: "Ich musste die Extra-Abfallsäcke des Landkreises kaufen, um die Bons ordentlich zu entsorgen."

Doch das ist jetzt vorbei. Denn: Mit dem Umweltbon ist die nervige Fragerei und die Umweltsauerei der unbenutzten Zwang-Bons auf Papier Geschichte. Denn: Wer den QR-Code auf Plaz Kasse einscannt, bekommt den Kassenbon digital angezeigt.

Trick mit QR-Code ist völlig legal

Plaz: "Unser Kassensystemanbieter hatte das Projekt natürlich schon länger auf dem Schirm. Als ich die erste Version gesehen habe, habe ich es gleich geordert. Und soweit ich weiß, bin ich der erste Betrieb in der Gegend, der das hat."

Der Trick mit dem sogenannten QR-Code –­ völlig legal. Plaz: "In der Vorschrift zur Bonpflicht heißt es, dass der Bon entweder in gedruckter Form oder digital vorliegen muss. Dem wird der Umweltbon gerecht." Und Plaz hofft natürlich, dass seine Kosten für den Umweltbon wieder reinkommen. Sein Kassensystem-Anbieter nimmt dafür 5 Euro pro Monat und Kasse. Plaz: "Wir hoffen, dass der Umweltbon gut für unser Image ist –­ denn er schont natürlich nachweislich die Umwelt."

Und das kommt bei den Kunden an. Bäcker Plaz hatte – als der Umweltbon durch das Update des Systemherstellers am gestrigen Mittwoch auf dem Display auftaucht – die gute Nachricht sofort auf Facebook gepostet.

Und bekommt nur positive Kommentare sowie den berühmten "Daumen hoch". Anne Graf: "Da denkt jemand mit. Davon sollten die sich oben eine Scheibe abschneiden!" Tanja N.: "Vorbildlich!"

Während des Interviews mit Bäckermeister Plaz scannt übrigens kein Kunde den QR-Code ein. Und keiner verlangt den Papierbon. Da scheint der Facebook-Fan der Bäckerei Plaz, Christian R., also recht zu haben: "Sehr gute Idee im Gegensatz zu den Trotteln, die den Mist eingeführt haben."

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