Nach nur zwei Partien im Trikot von Stuttgart Surge ist für Jacob Wright bei dem ELF-Club schon wieder Schluss, weil er einen Gegenspieler beleidigt hat. Foto: imago/Marc Schüler

Nach einer rassistischen Beleidigung im Spiel gegen Frankfurt Galaxy wurde Quarterback Jacob Wright von Stuttgart Surge rausgeworfen – nun sucht der Club einen neuen Spielmacher fürs Spiel in Berlin am Sonntag.

Stuttgart - Die 20:42-Niederlage gegen Galaxy Frankfurt hat Timo Franke von Stuttgart Surge einigermaßen verdaut, doch mit den Begleitumständen hadert der Geschäftsführer des Clubs aus der European League of Football (ELF) auch noch zwei Tage später. „Es tut weh, dass es so gekommen ist“, sagt Franke, „aber uns blieb keine Wahl.“ In der Partie im Gazi-Stadion hatte sich Stuttgarts Quarterback Jacob Wright zu einer hörbaren rassistischen Beleidigung hinreißen lassen, der Club trennte sich tags darauf von seinem US-Spielmacher. Als mildernden Umstand, der nicht als Entschuldigung gelten soll, räumt Franke ein: „Zwischen den Teams sind viele unschöne Worte gefallen, es wurde provoziert. Die gesamte Atmosphäre war extrem aufgeladen.“

 

Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: So gründete sich Stuttgart Surge

Laut verschiedener Quellen habe Wright den Frankfurter Kadel King beleidigt. Der Galaxy-Spieler teilte später auf Instagram mit: „Die ELF muss etwas gegen die rassistischen Beleidigungen machen. Dass man mich vor den Schiedsrichtern ‚Black Pussy‘ nennt und weiterspielen darf, ist widerlich.“ Die Liga handelte umgehend und sperrte Wright für diese Saison. „Wir setzen ein klares Signal, dass bei uns kein Platz für Rassismus oder irgendeine Form von Diskriminierung ist“, sagte ELF-Chef Patrick Esume, „das entspricht nicht den Werten, die wir in unserer Liga leben.“ Als Resultat steht Stuttgart nach zwei Spieltagen ohne Quarterback da, der wichtigste Mann im Spiel fehlt Cheftrainer Martin Hanselmann, und an diesem Sonntag (15 Uhr) tritt das Team bei Berlin Thunder an. Immerhin hat der Coach bereits zwei Kandidaten im Visier. Der eine stammt aus Kanada, der andere aus Polen, beide wären schnell zu haben – die Gespräche laufen. Wenn der Plan aufgeht, wird einer in Berlin das Surge-Trikot tragen – dass Ersatz-Quarterback Michael Winterlik aufläuft wäre nur Plan B. „Damit steht das gesamte Team vor einer immensen Herausforderung“, betont Franke, „womöglich verstärken wir uns mit dem neuen Mann sogar.“