An den Ortseingängen wirbt Königsfeld mit der Zertifizierung beim European Energy Award. (Archivfoto) Foto: Helen Moser

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Umwelt, Technik, Wirtschaft und Verkehr war die Vorbereitung auf die Re-Zertifizierung zum European Energy Award Thema. Dabei steht die Kommune vor neuen Herausforderungen.

Die Vorbereitung auf die Re-Zertifizierung zum European Energy Award (EEA) war Thema im Gemeinderatsausschuss für Umwelt, Technik, Wirtschaft und Verkehr. Bürgermeister Fritz Link berichtete von der 2023 erfolgten dritten Re-Zertifizierung.

 

In den kommenden zwei Jahren wolle man neue Ziele setzen und sich mit dem energiepolitischen Arbeitsprogramm beschäftigen. Dabei gebe es neue Herausforderungen, weil sich das Bewertungssystem änderte.

In die Bewertung des EEA fließe künftig Treibhausgasneutralität stärker ein, so Tobias Bacher, Geschäftsführer der Energieagentur Schwarzwald/Baar/Heuberg. Diesbezügliche Bewertungsstandards seien extrem gestiegen, kommunale Gebäude hätten nun höhere Anforderungen. Mit dem neuen Bewertungssystem würde Königsfeld in der Bewertung von 67,4 auf 51,9 Prozent fallen. 2023 erledigte Maßnahmen seien aber noch nicht eingerechnet, auch werde das laufende energiepolitische Maßnahmenprogramm bis zur Zertifizierung einiges beitragen.

E-Carsharing ist Thema

Bei der Ausschreibung für die kommunale Wärmeplanung habe Königsfeld die richtige Entscheidung getroffen, statt des vereinfachten Landes- das große Bundesprogramm zu wählen. So werde man sicher zur Zertifizierung wieder bei 60 Prozent liegen. Link wies auf weitere Maßnahmen hin, darunter das sich in der Umsetzung befindliche E-Carsharing-Modell. Der Bauhof werde sobald als möglich die Fundamente für die neue Ladesäule beim Rathaus setzen.

Auch Elektromobilität spielt eine Rolle – ein neues E-Carsharing-Angebot soll, nachdem der Anbieter „my-e-car“ sein Fahrzeug abgezogen hatte, umgesetzt werden. (Archivfoto) Foto: Nadine Klossek-Lais

In einem Modellprojekt mit dem deutschen Wetterdienst und der Uni Freiburg gehe es um die Abschätzung von Klimawandelfolgen in Kurorten, im Rahmen des Entwicklungskonzepts Ortsrand Süd um Straßenbegleitgrün. Die Freiflächen-Photovoltaik-Anlage in Buchenberg fließt mit ein. Hierzu soll bald die Energiegenossenschaft gegründet werden. Geplant ist, Dienstanweisungen an geänderte Anforderungen anzupassen, zudem gibt es die Idee der Klimarelevanzprüfung bei Maßnahmen der Kommune, samt dem Aufzeigen von Alternativen.

Jens Hagen fragte, ob das den CO2-Verbrauch wegen längerer Fahrtstrecken von Unternehmen beinhalte und ob man trotzdem den günstigsten Anbieter wählen müsse. Laut Link können zwar laut Vergaberecht weitere Punkte einfließen, eine Bewertung ökologischer Aspekte gebe es so aber nicht. Hauptkriterium sei der Preis.

Im Rahmen des Entwicklungskonzepts für den östlichen Ortsrand geht es auch um Straßenbegleitgrün. (Archivfoto) Foto: Helen Moser

Informativer Charakter

Demnach habe der Hinweis auf CO2-Verbrauch eher informativen Charakter, urteilte Hagen. Nach Meinung von Axel Maier wird die Klimawirkung zum Ausdruck kommen, wenn der CO2-Preis eine entsprechende Höhe erreicht hat. Auf Nachfrage von Matthias Weisser erklärte Link, dass man anhand eines Sanierungsplanungskonzepts kommunale Gebäude priorisieren werde. Zusätzliches Personal dafür sei nicht vorgesehen.

Der Ausschuss sprach sich für die Umsetzung des energiepolitischen Maßnahmenprogramms um.