Kurz nach 18 Uhr beginnt in der Robert-Gerwig-Schule in St. Georgen das Auszählen. Foto: Helen Moser

Eine Klatsche für die Grünen, orkanartiger Aufwind für die AfD und die CDU vorne – in St. Georgen und Königsfeld lief die Europawahl ähnlich ab.

Nicht nur um die Politik vor der eigenen Haustür stand am Sonntag im Fokus – auch ums Europäische Parlament ging es. So haben die St. Georgener und Königsfelder bei der Europawahl abgestimmt.

 

In St. Georgen

62,5 Prozent der St. Georgener gaben am Sonntag – oder vorab per Briefwahl – ihre Stimme ab. Damit legte die Wahlbeteiligung im Vergleich zu 2019 etwas zu – damals lag sie bei 61,9 Prozent. Geringer wurde die Wahlbeteiligung in 14 der 16 Urnenwahlbezirke, wohingegen deutlich mehr St. Georgener als noch 2019 die Möglichkeit der Briefwahl nutzten.

Massive Zugewinne verzeichnete in der Bergstadt – wie vielerorts – die AfD. Hatten die Rechtspopulisten bei der Europawahl im Jahr 2019 mit 7,3 Prozent noch hinter der CDU, den Grünen und der SPD gelegen, so wurden sie bei der Wahl am Sonntag zweitstärkste Kraft. Mit 14,6 Prozent überragte der blaue Balken der AfD nicht nur den der SPD, sondern auch den der Grünen. Besonders groß war der Anteil der AfD-Wähler mit um die 30 Prozent in den Bezirken Robert-Gerwig-Schule III, Kinder- und Familienzentrum Weidenbächle sowie Rupertsbergschule I.

Zwei Wahlen, viele Stimmen – am Sonntag hatten die St. Georgener die Wahl. Foto: Marc Eich

Verlierer der Europawahl sind in St. Georgen die Grünen: Nach 22,4 Prozent im Jahr 2019 sackte die Partei beinahe auf ihr Ergebnis von 2014 ab: Gerade einmal 11,1 Prozent der Stimmen konnten sich die Grünen in der Bergstadt sichern. In Stockburg entfiel sogar keine einzige Stimme auf die Partei. Damit sind die Grünen in St. Georgen nur noch viertstärkste Kraft.

Weiter in leichtem Sinkflug sind auch die Werte der SPD: Nachdem die Partei von 2014 auf 2019 in der Bergstadt deutlich auf 13,6 Prozent abgesackt war, knüpfte sie bei der jüngsten Wahl mit knapp 13 Prozent an dieses Niveau an, was aber reichte, um wieder die drittmeisten Stimmen zu erhalten. Auch die CDU büßt im Vergleich zu 2019 weiter leicht ein, nachdem sie bereits von 2014 auf 2019 zurückstecken musste. 32,8 Prozent der St. Georgener gaben der CDU ihre Stimme. Damit bleibt die Partei jedoch stärkste Kraft.

Kaum sind die Wahllokale geschlossen, beginnt in St. Georgen die Auszählung der Europawahl. Foto: Helen Moser

FDP und Linke hielten mit 6,5 Prozent und 1,2 Prozent in etwa ihren Stimmenanteil von 2019. Auf sonstige Parteien entfielen 20,8 Prozent – deutlich mehr als noch 2019, als es 15,1 Prozent waren.

In Königsfeld

71,3 Prozent der Wahlberechtigten gaben in Königsfeld ihre Stimme ab – das ist eine etwas höhere Wahlbeteiligung als 2019. Damals wurden 70,9 Prozent registriert. Während die Wahlbeteiligung an den Urnen absackte, legte der Anteil der Briefwähler deutlich zu.

Auch in Königsfeld wurden die Grünen abgestraft: Zwar schaffte es die Partei hier auf immerhin 13,7 Prozent – im Vergleich zu 2019 wurde das damalige Ergebnis von 26,7 Prozent aber fast halbiert. Immerhin reichte das Ergebnis knapp, um vor der AfD zweitstärkste Kraft zu bleiben.

Auch im Sitzungssaal des Königsfelder Rathauses wird am Sonntag fleißig gewählt. Foto: Marc Eich

Deren Höhenflug macht derweil auch vor dem Kurort nicht halt: Knapp 13 Prozent der Stimmen gingen an die AfD – 2019 waren es noch 6,9 Prozent gewesen. Besonders stark waren die Rechtspopulisten in Weiler, wo die Partei fast 20 Prozent der Stimmen holte.

Weiter die Nase vorn hat im Kurort die CDU, die mit 35,6 Prozent etwas besser abschnitt als 2019. Die SPD fand sich mit 10,5 Prozent auf leicht niedrigerem Niveau als 2019 wieder. Damals sicherte sie sich 11,5 Prozent.

Leichten Aufwind gab es für die FDP, die sich am Sonntag 6,3 Prozent holte. 2019 waren es noch 5,5 Prozent gewesen. Die Linke sackte von 2,5 auf 1,3 Prozent ab. Mit 19,7 Prozent ging knapp ein Fünftel der Stimmen an sonstige Parteien. 2019 hatte ihr Anteil in Summe bei gerade einmal 12, 8 Prozent gelegen.