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Europäischer Notruftag Die 112 ist vielen immer noch ein Rätsel

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112 Kinder formieren sich am Flughafen zur Notrufnummer 112 Foto: Leif Piechowski

Stuttgart - Auch ein Flughafenchef gerät manchmal ins Staunen. „Das ist hier ein ganz ungewöhnliches Bild“, sagt Georg Fundel. Es ist Dienstagnachmittag, Fundel steht im Terminal 3 und blickt auf 112 Kinder und Jugendliche in knallgelben T-Shirts. Bestaunt von Hunderten Gästen und Schaulustigen haben sie sich in Form der Nummer 112 aufgestellt und stimmen auf ihren Blockflöten Beethovens Europahymne an. Da halten sogar die fortwährenden Lautsprecherdurchsagen kurz inne.

Der Tag ist nicht zufällig gewählt: Der 11.2. ist der europäische Notruftag. Er soll in Erinnerung rufen, dass man unter der 112 nicht nur in Deutschland Hilfe bekommt. In der ganzen Republik wird an diesem Tag dafür getrommelt – oder eben geflötet. Glaubt man Umfragen, ist das bitter nötig. Zwar kennen drei Viertel der EU-Bürger die 112, aber nur 17 Prozent wissen, dass der Notruf europaweit gilt.

„Gerade im Jahr der Europawahl müssen wir diese europäische Errungenschaft den Menschen noch stärker ins Gedächtnis rufen“, sagt der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall. Im Extremfall könne dieses Wissen Leben retten. Die 112 gilt nicht nur in allen EU-Mitgliedsländern, sondern zudem auch in der Türkei, der Schweiz, in Serbien, Island, Liechtenstein, Norwegen, Andorra, Monaco, San Marino und auf den Färöer-Inseln. Notrufe können dort überall ohne Vorwahl von jedem Telefon aus abgesetzt werden.

Um eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen, haben am Dienstag bundesweit auch 150 Feuerwehren und Rettungsdienste ihre Fahrzeuge mit dem 112-Logo beklebt. Die Botschaft in die Köpfe der Menschen zu bringen, ist dennoch nicht so einfach, weiß auch der Europaminister des Landes: „Wir sind eigentlich alle mit der 112 aufgewachsen, aber nicht ganz so bekannt ist bisher noch, dass sie auch in vielen der Länder gilt, in die man von hier aus fliegen kann“, sagt Peter Friedrich am Stuttgarter Flughafen. Und er betont, dass es viel persönliches Engagement brauche, um die Notrufnummer immer wieder zu einem Thema zu machen.

Dieses Engagement zeigen am Dienstag die Schüler und Lehrer der Musikschulen in Stuttgart und Leinfelden-Echterdingen sowie der Schönbuchschule in Leinfelden. Ein Jahr lang haben sie für den Blockflöten-Auftritt geübt. Warum sie das tun, fasst Irem Baskale zusammen. Dem organisierten Handeln von Feuerwehr und Rettungsdiensten gehe oftmals ein Handeln des einzelnen voraus, so die Schülerin vom Immanuel-Kant-Gymnasium in Leinfelden. „Auf ihm lastet in diesem Moment eine große Verantwortung“, so die 18-Jährige. Doch jeder einzelne müsse handeln, wenn er wolle, dass in einer Notsituation auch ihm selbst beigestanden werde. Diese „Kultur des Helfens“ sei in Europa seit vielen Jahren tief verwurzelt und zeige sich auch in der europaweiten Notrufnummer 112.

Vorausgesetzt, man kennt sie. Die 112- Kinder und -Jugendlichen haben am Dienstag dazu beigetragen. Und nebenbei einen Flughafenchef zum Staunen gebracht.

 
 
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