Die »Poseidon« ist gerade im Sommer eine der beliebtesten Attraktionen des Europa-Parks. Foto: Europa-Park

Spektakuläre Bilder, harmlose Ursache: Die Wasser-Achterbahn "Poseidon" stand am Wochenende für eine halbe Stunde still, die Passagiere wurden aus den Booten evakuiert. Grund dafür waren ein defekter Schalter – und die große Hitze an diesem Tag.

Rust - Die Bilder aus den Medien sind vielen noch präsent: Anfang August war eine Frau im Freizeitpark Klotten aus einer Achterbahn gestürzt und gestorben. Mitte August war es im Freizeitpark Legoland Günzburg zu einem Achterbahn-Auffahrunfall mit 31 Verletzten gekommen. Der kurzzeitige Stillstand der Wasser-Achterbahn "Poseidon" in Rust am Wochenende, der zur Evakuierung der Boote führte, sei mit den beiden Ereignissen jedoch in keiner Weise vergleichbar.

"Die Sicherheit der Passagiere war in keinster Weise beeinträchtigt. Technische Zwischenfälle wie diese kommen regelmäßig vor", betont Volker Klaiber, Direktor Operation and Service sowie Mitglied der Geschäftsleitung und Ansprechpartner für die Sicherheit dort.

Kein Poseidon-Unfall, sondern harmlose technische Störung

Damit distanziert er sich auch von dem Bericht von bild.de, die die Vorkommnisse online am Montag zunächst sogar als "Unfall" betitelte, es später dann aber in "technische Störung" abänderte.

Ursache für den Stillstand der Achterbahn war ein verrutschter Schalter – eine Routineangelegenheit. "So eine Achterbahn ist ein Hightech-Instrument, darin ist unglaublich viel Technik verbaut", erläutert Klaiber gegenüber unserer Redaktion. Sobald die sensible Steuertechnik irgendwelche Diskrepanzen, also Abweichungen, von der Norm erkenne, werde die Achterbahn automatisch in einen sicheren Zustand, sprich in den Stillstand, gebracht, erklärt der Experte.

Das bedeute aber keine Beeinträchtigung der Sicherheit der Fahrgäste, so Klaiber und zieht einen Vergleich zu modernen Autos: "Diese sind auch komplexer und damit störungsanfälliger geworden als die Modelle vor 30 Jahren, das heißt aber nicht, dass mit ihnen mehr Unfälle passieren."

Poseidon im Europa-Park: Hitze war Grund für die Evakuierung

Warum aber wurde dann die Wasser-Achterbahn gleich evakuiert? Grund dafür war die Hitze gewesen, die an diesem Tag geherrscht hatte, so Klaiber. Die Reparatur hätte 20 Minuten gedauert. Man habe den Gästen nicht zumuten wollen, diese Zeit ungeschützt in der Sonne auszuharren. Deshalb hatte man sich für die Evakuierung der Boote entschieden, anstatt erst die Reparatur abzuwarten – auch wenn diese den Stillstand der Achterbahn noch verlängert habe. "Die Sicherheit und das Wohlbefinden der Gäste steht ganz oben", betont Klaiber. Nach der Reparatur fuhr die Wasser-Achterbahn dann wieder wie gewohnt weiter.

Poseidon ist eine der beliebtesten Attraktionen

Die im Jahr 2000 eröffnete "Poseidon" im griechischen Themenbereich des Europa-Parks trägt den Namen des Wassergottes der griechischen Mythologie. Sie bietet eine Kombination aus Achterbahn und Bootsfahrt. Durch einen antiken Tempel führen die Schienen aufwärts und eine rasante Fahrt beginnt, bevor die Boote am Ende der Fahrt schließlich im Wasser auftreffen.

Diese Mischung aus Fahrtwind und Wasserspritzern kommt bei den Gästen extrem gut an, berichtet Volker Klaiber, Direktor Operation and Service: "Poseidon zählt nach wie vor an heißen Tagen zu den Top-Attraktionen des Europa-Parks. Besonders der Moment, wenn die Boote ins Wasser auftreffen, begeistert die Fahrgäste immer wieder und wirkt auf sie unglaublich emotional."

Gefahren werden darf die "Poseidon" ab einem Alter von sechs Jahren und einer Größe von ab 120 Zentimetern. Kinder unter acht Jahren müssen bei der Fahrt von einem Erwachsenen begleitet werden. Die Fahrtzeit dauert 5:50 Minuten.