Präsident Stefan Neder (untere Reihe, dritter von links) findet kaum mehr eine ruhige Minute vor dem Finale. Foto: Armleder

Das Europa League Finale in Sevilla wirft seine Schatten voraus. Der Eintracht-Fanclub Villingendorf um den Präsidenten Stefan Neder ist leider nicht in Andalusien vor Ort. Hingegen zelebrieren die Fans der Hessen das erste europäische Finale seit 42 jahren mit dem benachbarten VfB-Fanclub. 

Es ist kein normales Spiel, das am Mittwoch im spanischen Sevilla steigt. Erstmals seit 42 Jahren steht die Frankfurter Eintracht im Finale eines europäischen Klub-Wettbewerbs. 1980 hieß der Gegner im rein deutschen Duell Mönchengladbach. 2022 handelt es sich beim Gegner zwar auch um einen Traditionsverein, doch dieses Mal kommt der Gegner aus dem schottischen Glasgow. Die Fußball-Welt kann sich also auf ein echtes Fest einstellen, verfügen doch beide Vereine über sehr stimmungsvolle Anhänger. 

"Ich freu mich, dass wir im Finale auf die Rangers treffen. Das wird ein schönes Fest. Ich glaube nach dem Spiel wird es in Sevilla keinen Alkohol mehr geben", bezieht sich Neder auf die Trinkfestigkeit beider Fanlager. Dass seine Tochter ausgerechnet an diesem Tag auch ihren 16. Geburtstag feiert, kommt für den Präsidenten noch dazu. "Ich wollte schon alle zu mir nach Hause einladen, aber das hätte sie wohl nicht so gut gefunden", scherzt Stefan Neder. 

Fanfest in der Heimat

In Andalusien selbst ist keines der 18 Mitglieder des Villingendorfer Fanclubs vor Ort. Zwar hätten einige überlegt, spontan trotzdem nach Sevilla zu fliegen und vor Ort die Stimmung aufzusaugen und unter der Hand nach Karten zu suchen, doch nun schauen alle zusammen in der Heimat. "Wir haben alles versucht. Den Schwarzmarkt wollen wir dann nicht unterstützen", bedauert Neder die Situation. Beide Vereine haben für das Finale ein Karten-Kontigent von 10.000 Tickets erhalten. Alleine auf Frankfurter-Seite sind 100.000 Anfragen eingegangen - der Andrang ist also enorm. 

Selbst für das Public Viewing im Frankfurter Stadion läuft der Schwarzmarkt heiß. Doch alleine, ohne das Zutun anderer Fans, muss der EFC Villingendorf das Finale nicht verfolgen. Zusammen mit dem befreundeten VfB-Fanklub aus Villingendorf steigt eine große Party im Vereinsheim der Schwaben-Anhänger. "Das ist eine echte Freundschaft zwischen unseren Vereinen. Wir haben auch schon in der Vergangenheit zusammen geschaut", sagt der Präsident. 

Mit Blick auf Mittwochabend kann es Neder schon jetzt kaum mehr erwarten. "Es ist einfach ein saugeiles Gefühl. Der Puls ist die ganze Zeit hoch. Man lebt es einfach." Nach den Siegen gegen Barcelona und West Ham sei das Finale nun das dritte Endspiel. "Wir müssen das Ding jetzt einfach holen, da gibt es gar kein Vorbeikommen", gibt sich Stefan Neder kämpferisch. Und wenn am Ende durch den Titel auch noch die Champions League in der nächsten Saison rausspringe, nehme das der Präsident mit einem Handkuss.