Sportlich gesehen ist der SC Freiburg nach dem 3:1 in Nizza in der Europa League voll auf Kurs Achtelfinale. Das spielte nach der Partie am Donnerstag aber nicht die Hauptrolle.
Während es in der Bundesliga zuletzt ergebnistechnisch eher mittelmäßig lief, ist der SC Freiburg in der Europa League voll auf Kurs. Nach drei Siegen aus vier Spielen und Platz zwei in der Tabelle scheint die K.o.-Runde bereits in Reichweite.
Am Donnerstag setzte sich der SC Freiburg trotz 0:1-Rückstand (Kevin Carlos, 25. Minute) am Ende recht souverän mit 3:1 in Nizza durch. Johan Manzambi (29.), Vincenzo Grifo (39.) per Elfmeter und Derry Scherhant (42.) sorgten noch vor der Pause für die Entscheidung gegen die Franzosen, die damit weiter auf den ersten Punkt in der diesjährigen Europa League warten.
Fan-Anreise reglementiert
Aus sportlicher Sicht war SC-Trainer Julian Schuster daher nach dem Spiel zufrieden. Und dennoch: Richtig glücklich war der Coach nach dem Spiel nicht – und gab das auch offen zu. Grund dafür waren Geschehnisse abseits des Feldes, die die Freiburger Anhänger dazu bewogen, auf organisierten Support zu verzichten.
Schon die Anreise wurde von den französischen Behörden reglementiert, der einzige Weg ins Stadion für die Gästefans waren Shuttle-Busse, in denen die Freiburger Anhänger teilweise mehr als 90 Minuten ohne Möglichkeit, auf die Toilette zu gehen, festgesessen haben sollen. „Man kennt es, wenn der Bus voll ist und die Sonne drauf scheint. Dass man dann nicht raus darf, es kommt keine frische Luft und man darf nicht auf die Toilette. Das wünscht man keinem“, sagte Schuster bei der Pressekonferenz.
Julian Schuster: „Macht schon etwas mit mir“
„Das macht schon etwas mit mir, so etwas mitzubekommen. Wir sind grundsätzlich sehr dankbar, auf internationale Reise gehen zu dürfen. Für uns als Verein bedeutet das sehr viel und natürlich auch für die Fans. Das sind natürlich Dinge, die man nicht hören möchte“, sagte Schuster zu den Geschehnissen vor dem Spiel, bei dem zwei SC-Fans festgenommen worden sein sollen.
Denn als die Busse am Stadion ankamen, soll es verschiedenen Berichten zufolge zu Tumulten gekommen sein, weil der Einlass sich verzögerte. Dabei soll die französische Polizei auch Schlagstöcke eingesetzt haben und – Berichten von Fans zufolge – das gesamte Spiel über in großer Zahl und vermummt im Gästeblock gestanden haben.
Kein Einzelfall in Frankreich
Dass es in Frankreich rund um ein Europapokalspiel zu Problemen zwischen Polizei und Fans kommt, ist dabei kein neues Problem. Erst am Dienstag hatte der FC Bayern München die Behörden in Paris scharf für den Umgang mit den FCB-Fans kritisiert, am Donnerstag in Nizza kam ein weiteres Kapitel hinzu. Schusters Wunsch zum Abschluss der Pressekonferenz: „Ich hoffe und wünsche mir, dass sie sicher nach Hause kommen.“
Am Sonntag steht das wichtige Heimspiel gegen St. Pauli an
Und so rückte der dritte Europapokal-Sieg des SC Freiburg im vierten Spiel ein Stück weit in den Hintergrund. Ungeachtet dessen geht es bereits am Sonntag in der Bundesliga weiter, nach vier Auswärtsspielen mal wieder zu Hause. Gegen St. Pauli wartet auf Schuster und seine Team ein „ganz arg wichtiges Spiel“, ehe es dann nach drei englischen Wochen in die Länderspielpause geht.