Die drei Protagnosten boten miit exzentrischen Sketchen einen gnadenlosen Angriff aufs Zwerchfell. Foto: Vollmer

Der Auftritt von „Eure Mütter“, einem männlichen Comedy-Trio, in Dornhan war schon Wochen vorher restlos ausverkauft.

In der rappelvollen Dornhaner Stadthalle konnte man feststellen, dass die Mütter Andreas Kraus, Donato Svezi und Matthias Weinmann den Altersdurchschnitt im Vergleich zu anderen Veranstaltungen sichtbar gesenkt hatten.

Als sie auf die Bühne kamen, ganz in Schwarz gekleidet, standen sie erstmal einfach nur da – ihre Gesichter sprachen jedoch Bände. Die Reakton im Publikum war entsprechend. Nicht enden wollte das „Ha, Ha, Ha, Ha, Ha“, mit dem sie dann begannen und sich selbst mit „dem A-Capella-Scheiß“ auf die Schippe nahmen. Mit einer Mischung aus tollen A-Cappella-Songs, Liedern mit Instrumentalbegleitung, Unterhaltung im Straßenjargon mit nicht ganz jugendfreiem Humor und exzentrischen Sketchen boten sie einen gnadenlosen Angriff aufs Zwerchfell. Zündeten die drei Stuttgarter ihre breitgefächerten Knaller mit ausgefallenen Pointen und Gags doch treffsicher von extrem witzig bis mehr als anzüglich.

Unter die Gürtellinie

So diskutierten und sangen die Protagonisten über Sinn und Unsinn des Lebens, Alltagssituationen, Verhaltensmuster, übermotivierte Lehrer und unverständlich nuschelnde Tanten. Alles kam dran, die Politik blieb außen vor.

Zum Thema Vatikan mit Zölibat und körperlichem Verlangen nahmen sie kein Blatt vor den Mund, und es ging auch ein wenig unter die Gürtellinie. Dann wurden Musikerkollegen hochgenommen, so „Die Toten Hosen“, „Santiano“, Pietro Lombardi und Beatrice Egli als Vertreterin der seichten Schlagerbranche.

Lustige Songs wie „Zelten“, „Zu dumm zum Schlafen“ oder „Alexa“ begeisterten. Und immer wieder frotzelten sie über sich selbst. Mit Fußballsprüchen wie „Freistoß“, „Strafraum“ und „Abseits“ kommentierten sie eine Ballettaufführung.

Auch ein Quiz für das Publikum fehlte nicht. In der Pause sollte man einen Ort mit drei Worten beschreiben. Ein Teil der eingesammelten Zettel wurden vorgelesen.

„Schrill, laut, Frau“

Die Zuschauer als Juroren waren sich sofort einig. Mit „schrill, laut, Frau“ beschrieb Zuschauer Peter den Beifahrersitz und landete auf dem ersten Platz. Er erhielt eine CD in einer großen blauen Tasche mit der Aufschrift „Mein Sack“. Das Publikum tobte, und seine Frau lachte lauthals.

Synchron-Haarewaschen sorgt ebenfalls für Freude. Foto: Vollmer

Zum Schluss übten sich „Eure Mütter“ im Synchron-Haarewaschen und schlüpften in Kinderbademäntel. Die anschließende Reflektion über die unterschiedlichen Darbietungen der Show war eine hervorragende Zugabe.

Ein toller Abend: „Eure Mütter“ sangen, schauspielerten und machten Musik auf hohem Niveau. Ein Wiedersehen im Januar 2025 ist bereits gebongt, so „Eure Mütter“ und die Veranstalter von „KKF“.